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Eine Feuerholz tragende Frau in Indien geht über ausgetrocknete Erde
© Subrata Biswas / Greenpeace

Weltklimarat warnt vor Erderhitzung von zwei Grad

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Anders als bislang angenommen hat eine Erderhitzung von zwei Grad bereits katastrophale Auswirkungen. Der Weltklimarat fordert, den Temperaturanstieg bei 1,5 Grad zu stoppen.

Der Weltklimarat IPCC lässt keinen Raum für Spekulationen. „Die kommenden Jahre sind vermutlich die wichtigsten in der Menschheitsgeschichte", erklärte die IPCC-Wissenschaftlerin Debra Roberts. Die Welt müsse handeln – und zwar sofort. Nur dann, da ist sich der Rat einig, ließe sich die Erderhitzung noch bei 1,5 Grad stoppen und somit eine unbeherrschbare, katastrophale Klimaveränderung verhindern.

Neu an dem gestern veröffentlichten IPCC-Sonderbericht ist die Feststellung, dass eine Erwärmung auf zwei Grad viel gefährlicher ist, als noch vor Unterzeichnung des Pariser Klimavertrags im Jahr 2015 angenommen. Mit dem Vertrag hatten sich 195 Staaten verpflichtet, die Erwärmung deutlich unter zwei Grad zu halten und möglichst bei 1,5 Grad zu stabilisieren.

Um das Ziel zu erreichen, müssten die globalen Emissionen bis 2030 halbiert, bis 2050 auf Null gesenkt werden. „Bleiben die Staaten jedoch bei ihren derzeitigen Klimazielen sind 1,5 Grad Celsius nicht zu schaffen“, erklärt Benjamin Stephan, Greenpeace-Experte für Klima und Mobilität. „In den nächsten zwei Jahren müssen Entscheidungen getroffen und Maßnahmen eingeleitet werden, sonst haben wir die Chance verpasst, die schlimmsten Folgen des Klimawandels abzuwenden.“

Zwei Grad machen den Klimawandel unkontrollierbar

Steigt die Temperatur weiterhin mit der aktuellen Geschwindigkeit, würde eine Erderhitzung von 1,5 Grad zwischen 2030 und 2052 erreicht; bis Ende des Jahrhunderts wären es drei bis vier Grad. Der Sonderbericht des Weltklimarats, der auch Grundlage der nächsten UN-Klimakonferenz Ende des Jahres ist, macht deutlich: Bereits eine Erwärmung um 1,5 Grad wird zu einer weiteren Zunahme von Dürren, Stürmen und Überschwemmungen führen. Die Zwei-Grad-Erwärmung könne den Klimawandel aber unbeherrschbar machen.

So ist beispielsweise die Gefahr unverhältnismäßig größer, dass sogenannte Kipppunkte erreicht werden: Durch den Temperaturanstieg verursachte Veränderungen, die wiederum weitere zerstörerische Effekte auslösen – ohne, dass der Mensch noch etwas dagegen tun kann. Das ist etwa der Fall, wenn in Grönland oder der Antarktis die Eisschilde schmelzen und instabil werden. Denn das Eis reflektiert das Sonnenlicht. Schwindet es, erwärmt sich das Meer und infolgedessen die Erde noch stärker. Das Risiko, dass dieser unaufhaltsame Prozess ausgelöst werden könnte, steigt deutlich, wenn wir 1,5 Grad überschreiten.

Der Unterschied zwischen 1,5 und zwei Grad

Auch das Tauen der Permafrostböden bereitet den Experten Sorgen. Sie speichern große Mengen Methan, das wesentlich klimaschädlicher ist als CO2 und beim Abtauen freigesetzt wird. Eine Stabilisierung bei 1,5 Grad statt bei zwei Grad würde etwa zwei Millionen Quadratkilometer Dauerfrostboden bewahren.

Extremwetter nehmen zu; die Zahl der Menschen, die in ihrem Land keine ausreichende Ernte mehr abringen können, wird sich bei zwei Grad mehr noch einmal massiv erhöhen. Die Liste ließe sich noch weiter führen: Insekten-, Pflanzen-, Fischbestände, Bodenqualität, Wetter, Stürme, die Menge des Trinkwasser – all das beeinflusst der Klimawandel jetzt schon. „Die Erwärmung von 1,5 Grad wird die Menschheit vor Herausforderungen stellen, die aber zu meistern sind“, so Stephan. „Bei höheren Temperaturen wird die Zukunft ungewiss und die Erde im Jahr 2100 nicht mehr die sein, die wir kennen.“

Was die Staaten dieser Welt zu tun haben, zeigt der IPCC-Bericht auch – er entwickelt verschiedene Wege. So ist unter anderem mit einem schnellen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen, einem umfangreichen Waldschutz und einer Wende in der Landwirtschaft die Welt noch zu retten.

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