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Sun Flower and Wind Energy in Germany
© Paul Langrock

Erneuerbare Energien sind die Zukunft

Sonne, Wind und Erdwärme sind geschenkte Energie

Wind, Sonne, Erdwärme und Wasserkraft – das sind nie endende Energieformen, die uns die Erde quasi schenkt. Sie schonen Umwelt und Klima, sind sicher und bezahlbar. In ihrer Nutzung liegt die Zukunft.

Im Pariser Klimaschutzabkommen hat sich die Welt darauf verständigt, die Erderhitzung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Damit Deutschland seinen versprochenen Beitrag dazu leisten kann, muss hierzulande noch vor 2040 die Energieversorgung klimaneutral sein. Doch wenn wir heute die richtigen politischen Weichen stellen, können erneuerbaren Energien noch vor 2040 den deutschen Energiebedarf zu 100 Prozent decken. So geht Klimaschutz.

Die fossilen Energieträger Kohle, Gas und Öl sind endliche Ressourcen. Sie zu verbrennen, erzeugt Treibhausgase und treibt die Erderhitzung an. Auch geopolitisch sind sie von Bedeutung, schafft ihr Ex-und Import doch große Abhängigkeiten. Doch Wind wird noch in tausenden Jahren wehen, auch Sonnenkraft und Erdwärme werden uns nicht ausgehen, egal in welchem Land der Erde. Deswegen ist seit langem klar: Erneuerbare Energieformen sind die Quellen, die die Menschheit in Zukunft mit sauberer und sicherer Energie versorgen kann. 

Doch um die Klimakrise abzuwenden, ist es wichtig, dass diese Umstellung des Energiesystems schnell erfolgt. Deutschland zum Beispiel kann und muss sie vor 2040 schaffen; der Stromsektor muss sogar bis 2035 auf erneuerbare Energien umgestellt sein. Denn als Industrienation, die mit Klimazerstörung und Ausbeutung des globalen Südens zu seinem Wohlstand gekommen ist, ist Deutschland in der Pflicht, beim Klimaschutz voranzugehen. Wir haben das Know How und die Technologien dazu, wir können das schaffen, wenn wir wollen. 

Es ist allerdings noch viel zu tun: Im Jahr 2020 lag der Anteil erneuerbarer Energien an der sektorübergreifenden Energieversorgung bei nur rund 17 Prozent. Und davon war auch noch  ein beträchtlicher Anteil Bioenergie, die – bei falscher Verwendung – schädlich für die Biodiversität und viel zu flächenintensiv ist.

Energiewende in Deutschland: Stromwende, Wärmewende und Mobilitätswende

Während der Strom 2020 bereits knapp zur Hälfte von erneuerbaren Energien erzeugt wurde, hinkte der Wärmesektor mit einem Anteil von gerade einmal 15,2 Prozent hinterher. Schlusslicht bildete der Verkehrssektor: 2020 stammte gerade einmal knapp 6 Prozent der eingesetzten Energie aus erneuerbaren Quellen – und dann zum größten Teil auch noch aus Biokraftstoffen, die weit weniger umweltfreundlich sind, als ihre Bezeichnung vermuten lässt. Bis auch diese Sektoren treibhausgasneutral sind, ist es noch ein hartes Stück Arbeit.

Natürlich ist dieser gewaltige Umbau unseres Energiesystems – eine der Schlüsselaufgaben der Menschheit im 21. Jahrhundert – kein Selbstläufer. Die Energiewende braucht politischen Willen, konsequente Gestaltung der Rahmenbedingungen – und im Endeffekt uns alle. 

Die “neue erneuerbare Energiewelt” ist dabei viel dezentraler, das Technologie-Portfolio viel diverser und das Energiesystem viel enger über Teilhabe mit den Bürger:innen verknüpft, als es in der alten fossil-nuklearen Energiewelt der Fall war. 

Die beiden großen und wichtigsten erneuerbaren Energiequellen sind Sonne und Wind. Sie sichern uns den Hauptteil künftiger regenerativer Energie. Sie zügig auszubauen ist daher ein Gebot der Stunde, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Kombiniert werden sie mit Wasserkraft, Geothermie und bestenfalls aus Bioabfällen gewonnener Bioenergie. Es gibt aber auch Gegenden, in denen die Kraft der Gezeiten oder die von Meeresströmungen angezapft werden kann.

 

Das erste Geothermiekraftwerk Deutschland verwandelt Erdwärme in Strom, November 2003

Geothermie

Die Nutzung von Erdwärme hat einen großen Vorteil: Sie kann unabhängig von Wetter, Jahreszeit oder Lichtverhältnissen Energie bereitstellen.

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Windenergie – wichtigste Quelle für die Stromversorgung

Windenergie wächst so schnell, wie keine andere der erneuerbaren Energien, und zwar in Deutschland und weltweit. Sie ist der wichtigste Treiber der Stromwende. Im Jahr 2020 hat allein die Windenergie 27,2 Prozent des deutschen Stroms erzeugt.

Wind weht überall; das weltweite Windaufkommen ist eine enorme quasi unerschöpfliche Energiequelle.Windturbinen können nicht nur in besonders windigen Küstengebieten betrieben werden, sondern auch in küstenfernen Regionen. Noch mehr Wind weht auf dem offenen Meer. Für Deutschland kann damit gerechnet werden, dass Windturbinen auf See rund 70 Prozent mehr Energie als Windräder an Land erzeugen, und das auch noch gleichmäßiger mit insgesamt mehr Stunden im Jahr. Deshalb spielen große Offshore-Windparks eine wichtige Rolle in der Energiewende. Der Thinktank Agora Energiewende rechnet zum Beispiel damit, dass Windenergie auf See bei Vollendung der Energiewende einen Beitrag von rund 28 Prozent an der Stromerzeugung in Deutschland liefern wird.

Kleinere Windturbinen an Land können hingegen zum Beispiel in Gegenden Strom erzeugen, die sonst keinen Zugang zu Elektrizität haben. Diese Energie lässt sich direkt nutzen oder in Batterien speichern. Neue Technologien zur Nutzung der Windkraft werden derzeit auch für freistehende Gebäude in dicht besiedelten Großstädten entwickelt. Für die kurz- bis mittelfristige Umsetzung der Energiewende sollten wir allerdings auf heute bereits funktioniere Windkraft-Systeme setzen, da wir diese Technologie bereits haben und nur noch knapp zwei Jahrzehnte verbleiben. 

Sonnenenergie kann Strom und Wärme erzeugen

Sonne ist Energie pur – ihre Kraft zu nutzen ist von daher von Anfang an einer der Grundpfeiler für die Umstellung auf klimafreundliche erneuerbare Energie gewesen. Das Potential dieser Energieform ist gewaltig. Egal ob ihre Energie direkt genutzt wird, um Wärme über die Solarthermie-Technologie umzuwandeln oder für die Erzeugung von Strom: Überall, wo sie ausreichend stark scheint, kann und sollte ihre Energie genutzt werden. So können versiegelte städtische Flächen, Dächer und Hausfassaden, ja sogar Balkongeländer in kleine Energielieferanten verwandelt werden.

Die Technologie zur Stromerzeugung mit der Sonne nennt sich Photovoltaik, kurz PV. Im Jahr 2020 erzeugte sie in Deutschland bereits 10,5 Prozent der Strommenge. Es gibt sie als kleine Anlagen auf Hausdächern ebenso wie riesengroß auf Fabrikhallen, über Feldern oder neben Autobahnen und Bahngleisen. Eine Doppelnutzung von Flächen etwa  als Überschattung von Parkplätzen, in Kombination mit landwirtschaftlicher Nutzung oder neben Verkehrsinfrastrukturen kann Nutzungskonflikte verringern. werden. So können unter Solaranlagen Schafe weiden oder Landwirt:innen Gemüse anbauen  und gleichzeitig Strom erzeugen. 

Nutzt die Anlage die Sonnenenergie nicht zur Stromgewinnung, sondern um Wasser zu erwärmen, spricht man von Solarthermie. Kleinere Anlagen mit wenigen Quadratmetern können so Häuser oder Wohnblocks mit warmem Wasser zum Duschen und zum Heizen (oder Kühlen) versorgen. Es gibt auch große Solarthermie-Freiflächenanlagen, die größere Mengen Wasser erhitzen und in lokale Wärmenetze einspeisen. So kann Fernwärme auf erneuerbare Energie umgestellt und ein ganzer Stadtviertel klimafreundlich beheizt werden. Auch für Industrieprozesse, die “niedrige” Temperaturen bis 150 Grad benötigen, ist Solarthermie eine klimafreundliche Versorgungsquelle.

 

Renewable Energy Landscape in Morbach, Hunsrueck

PV-Anlage in einer Schafweide: So kann eine Fläche sowohl landwirtschaftlich als auch für die Energiegewinnung genutzt werden

Geothermie – wichtig für die Wärmewende

Auch Geothermie – also die Nutzung der Wärme der Erde – kann beides, nämlich Strom erzeugen und Wärme liefern. Vulkanischen Gegenden wie Island beweisen das eindrucksvoll. Stromgewinnung durch Geothermie geht dort am einfachsten, wo enorm heiße Wasser- oder Gesteinsschichten angezapft werden können. Dort wird die Hitze, häufig in Form von Dampf, genutzt, um mit Turbinen Strom zu erzeugen.

Doch auch Regionen wie Deutschland haben ein riesiges Potenzial an Erdwärme, das zwar immer mehr, bis heute aber noch zu wenig genutzt wird. 

Dabei unterscheidet man maßgeblich zwischen zwei Technologietypen: der oberflächennahen und tiefen Geothermie. Mit Hilfe von Wärmepumpen, die mit Grünstrom betrieben werden, lässt sich selbst aus kühlem Untergrund von bis zu sieben Grad noch Wärme ziehen, die dann de facto auf Heiztemperatur aufsummiert wird. Gerade oberflächennahe kleine Erdsonden sind daher nicht umsonst einer der Renner, wenn es darum geht, neue Eigenheime, Schulen oder Fabrikgebäude mit klimafreundlicher Wärme zu versorgen. 

Bei der tiefen Geothermie handelt es sich um eine komplexere Anwendung, bei der man mehrere Kilometer tief bohrt und wesentlich höhere Temperaturen aus der Erdkruste nutzbar macht. 

Wir brauchen ein neues EEG

Mit der Einführung des Erneuerbaren-Energien-Gesetz im Jahr 2000 durchlebten die Erneuerbaren in den 2000er einen Ausbau-Boom, der weltweit beispielhaft war. Leider wurde er anschließend durch verschiedene Maßnahmen gedeckelt. So sind mit diversen Novellen des EEG auch Bremsen für den Ausbau der Erneuerbaren eingeführt worden. 

Trotz dieser Bremsen stammte knapp über die Hälfte des Strommixes im Jahr 2020 aus erneuerbaren Quellen. Doch damit Deutschland bis zum Jahr 2035 seinen Strom vollständig aus Erneuerbaren beziehen kann, muss sich der Ausbau der Windkraft gegenüber 2020 mindestens verfünffachen und Photovoltaik mindestens verdreifachen.  Auch für Verkehr und Wärme wird Strom  – grüner Strom – immer wichtiger für die Umstellung auf klimaneutral. Damit Wind und Sonne im benötigten Maß zugebaut werden können, bedarf es folgender Änderungen am EEG: 

  • Derzeit ist die Förderungsmenge im EEG künstlich verknappt. Das muss sich ändern. Es bedarf einer Erhöhung des Fördervolumens, die es ermöglichen mindestens 15 Gigawatt Photovoltaik und 8 Gigawatt Windenergie auszubauen. 
  • Es muss eine Folgeförderung für alte Windräder geschaffen werden: Läuft nach 20 Jahren die EEG-Zulage aus, muss eine neue Zulage ein Repowering fördern (dem Ersetzen von Altanlagen durch eine neue, leistungsfähigere) oder, wenn das nicht möglich ist, zumindest den Weiterbetrieb durch eine Weiterfinanzierung sicherstellen. 
  • Die EEG-Umlage sollte zur Finanzierung der Erneuerbaren-Infrastruktur beibehalten werden. Muss allerdings von einer übergelagerten CO2-Steuer von mindestens 80 Euro pro Tonne und einer sozialen Finanzhilfe, in etwa Pro-Kopf-Ausgleichszahlungen (wie z.B. einem Energiegeld) flankiert werden.

Letztendlich braucht die Energiewende aber nicht nur gesetzliche Vorgaben, sondern uns alle. Denn jeder und jede kann versuchen, mit dem eigenen Lebensstil möglichst wenig Energie zu verbrauchen, diese sinnvoll zu nutzen und klimafreundlich zu erzeugen oder erzeugen zu lassen. Deswegen ist Klimaschutz zwar zum großen Teil aber eben nicht nur Staatsaufgabe, sondern eine Aufgabe von jedem einzelnen von uns.

 

Das kannst Du tun

  • Wechsel zu einem Ökostrom-Anbieter 
  • Werde Teil einer lokalen Erneuerbaren-Energie-Gemeinschaft oder Genossenschaft. 
  • Strom und Wärme muss dezentral erzeugt und verbraucht werden. Mach dich an deinem Wohnort stark für die Wende des Energiesystems. 
  • Installiere ein Balkonmodul und erzeuge deinen eigenen Sonnenstrom.
  • Mach deine eigene Verkehrswende und nutze Rad statt Auto und Bahn statt Flieger. 
  • Wechsel zu einer Grünen Bank und lege dein Geld in Fonds oder Projekten der Energiewende an
Offshore Wind Farm Baltic One

Auch auf hoher See kann Windkraft genutzt werden. Offshore-Anlagen haben sogar einen besonders hohen Wirkungsgrad.

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