Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Neue Herausforderung für Chemieindustrie

Die größten Umweltschutzorganisationen in Europa haben ihren Druck auf die europäische Chemieindustrie verstärkt, nicht länger schmutzige Lösungen zu suchen. Vielmehr sollte sie sich der Herausforderung stellen, ihre gefährlichsten Chemikalien durch harmlose Alternativen zu ersetzen. Das Europäische Umweltbüro (EEB), die Freunde der Erde (FoE) der World Wildlife Fund (WWF) und Greenpeace veröffentlichten am Montag ihren gemeinsamen Beitrag im Internet-Konsultationsforum der EU-Kommission zur vorgeschlagenen Neuregelung für Chemikalien.

In ihrem Beitrag wiesen die Umweltorganisationen auf die Schwachstellen im Kommissions-Vorschlag hin. Danach wäre es weiterhin erlaubt, die schlimmsten chemischen Stoffe einzusetzen - selbst wenn harmlose Ersatzstoffe längst existieren. Außerdem wäre es der Industrie nach wie vor erlaubt, Informationen über gefährdenden Chemikalien in Alltagsprodukten geheim zu halten. Die Umweltgruppen forderten, dass die neue Chemikalienpolitik stattdessen das Ersetzen der gefährlichen Stoffe als ein realistisches Ziel vorgeben sollte.

Harmlosere Chemikalien sollten als Marktlücke betrachtet werden, erklärte Jorgo Iwasaki Riss von Greenpeace. Die Industrie sollte darangehen, gefährliche Stoffe durch harmlose zu ersetzen. Die Firmen Apple, Sony und IKEA haben gezeigt, dass das machbar ist. Damit weisen sie den Weg. Die EU-Gesetzgeber müssen sich an solchen Vorbildern orientieren und dürfen nicht den Erpressungsversuchen der alten, schmutzigen Industrie nachgeben. Es ist die Aufgabe der chemischen Industrie, sicherere Produkte zu erzeugen; nicht Gesetze zu untergraben, die darauf abzielen, den Schutz für Verbraucher und Umwelt zu stärken. (mir)

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Schleichendes Gift

Wenn Verbote zu spät kommen: Große Teile der weltweiten Orca-Bestände stehen vor dem Aussterben. Schuld ist ein Schadstoff, der seit fast 15 Jahren auf der Schwarzen Liste steht.

Zu viel, zu schnell

Der Modekonzern H&M sitzt auf Ladenhütern im Milliardenwert und weiß nicht wohin damit. Die Entsorgung erfolgt oft auf fragwürdigem Weg, berichten ZDF und Wirtschaftswoche.

Gutes Leben, selbstgemacht

Deutschlandweit zeigten Greenpeace-Aktivisten am Wochenende, wie verantwortungsvoller Konsum geht. Und dass das nichts mit Verzicht zu tun haben muss.