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Jahrestag der Umweltkatastrophe Baia Mare

Am 30. Januar 2000, 10 Uhr abends bricht infolge schwerer Regenfälle ein Damm einer Golderz-Aufbereitungsanlage im rumänischen Baia Mare. 100.000 Kubikmeter Zyanidlauge überfluten mehr als vier Hektar Land. Die Giftbrühe verursachte eine grenzüberschreitende Öko-Katastrophe: Trinkwasseralarm in Rumänien und Ungarn - Fischsterben in Theiß und Donau. Greenpeace forderte von der australisch-rumänische Betreiberfirma Aurul - inzwischen umbenannt in Transgold -, die angericheten Schäden zu beseitigen und die betroffenen Menschen zu entschädigen: Clean up and pay!.

Die Sicherheit dieser Anlage ist inzwischen erhöht worden. Es gibt einen zusätzlichen Sicherheitsdamm, der die Zyanidlauge im Fall eines neuerlichen Unfalls auffangen soll. Es wurde ein Rohrleitungsmanagement eingerichtet, um die häufigen Rohrbrüche zu verhindern. Ausreichend ist das aber nicht, z. B. ist das anlageninterne Zyanid-Recycling noch immer in der Testphase. Darüber hinaus muss die Firma an einem Zyanid-Ausstieg arbeiten.

Hunderte Tonnen toter Fische, die fast völlige Zerstörung der Fauna in der Theiß, mit Zyanid vergiftetes Trinkwasser: War das wirklich notwendig, um die Gold-Produktion sicherer zu machen? War das ein angemessener Preis, fragt Anamaria Bogdan, rumänische Greenpeace-Mitarbeiterin. Wir kämpfen noch immer, um neue Umweltkatastrophen wie diese zu verhindern. Ein Unfall wie vor drei Jahren in Baia Mare kann in Rumänien jederzeit wieder passieren. Und sogar mit noch größeren Folgen für die Umwelt.

Ungelöst ist ebenfalls die Frage der Entschädigung. Nur die unmittelbaren Anrainer bekamen etwas Geld. Die geschädigten Fischer haben bis heute nichts bekommen. Die Menschen in der Theißregion leiden noch immer an den Folgen des Unfalls. (bes)

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