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Dasha Riabinina, 20, aus Omsk in Russland

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Greenpeace-Online: Wann bist du zu Greenpeace Russland gekommen?

Dasha: Ich habe 2003 übers Internet von Greenpeace in Russland erfahren. Der Join us-Button zog dabei meine Aufmerksamkeit immer stärker auf sich. Allerdings musste ich erst einen Brief an das Greepeace-Büro in Moskau schreiben, bevor ich dann endlich volle Unterstützerin werden konnte. Ich beteilige mich an Protestaktionen und übersetze Greenpeace-Schreiben und -Papiere vom Russischen ins Englische und umgekehrt.

Greenpeace-Online: Was sind die großen Umweltprobleme in deiner Heimat?

Dasha: Da gibt es gleich mehrere. Als erstes fällt mir das Problem mit dem Atommüll ein. Immer mehr davon soll auch aus dem Ausland nach Russland eingeführt werden. Ich halte die Gefahren der radioaktiven Strahlung für nicht hinnehmbar. Deshalb möchte ich auch nicht, dass mein Land mit radioaktiven Müll vollgestopft wird. Außerdem erfährt die Öffentlichkeit nicht wo was und wie viel hinkommt.

Ein anderes großes Problem betrifft den Baikalsee. An ihm vorbei soll eine Ölpipeline gebaut werden. Zu Anfang war ein Verlauf weit im Norden des Sees geplant. Erst kürzlich sickerte durch, dass die Pipeline viel weiter südlich und damit näher am See und mitten durch ein UNESCO-Naturschutzgebiet verlaufen soll. Ein Pipelinebruch in der Gegend hätte katastrophale Folgen für die Natur und den See.

Auch die Wälder in Russland sind bedroht. Die Regierung will ein neues Waldnutzungsgesetz beschließen. Das würde den bislang noch illegalen Kahlschlag zukünftig einen legalen Segen geben. Als Greenpeace die Gesetzesvorlage öffentlich machte, schwappte eine Welle von Protesten der Forst-Fachleute über Moskau hinweg. Die kannten das Gesetz zuvor gar nicht.

Greenpeace-Online: Du wirst auf dem Globalisierungskongress McPlanet.com zusammen mit anderen Jugendlichen aus anderen Ländern einen Vortrag halten. Wovon wirst du erzählen?

Dasha: Die Waldzerstörung wird das Thema sein. Ich werde berichten, dass beim Kahlschlag in Russland nicht nur illegal Einschlag ein Problem ist, sondern auch der legale. Schließlich kommt das neues Waldgesetz von der russischen Regierung und wird von der Duma beschlossen.

Doch da sich die Regierung immer mehr aus der Verantwortung für die riesigen Waldgebiete zurückziehen will, macht sie den Wald durch Zugeständnisse an die privaten Investoren schmackhaft. Von Nachhaltigkeitsanforderungen steht nichts im Gesetz - zum Nachteil des Waldes und der Bevölkerung vor Ort. Die hat überhaupt kein Mitspracherecht.

Zum Glück hat die Greenpeace-Arbeit inzwischen dazu geführt, dass die schlimmsten Passagen gestrichen oder neu formuliert wurden. Und der Termin für die Abstimmung über das Gesetz wird immer wieder verschoben, so dass Greepeace wertvolle Zeit für weiteren Protest erhält, um die Menschen aufzuklären.

Greenpeace-Online: Was erwartest du vom Kongress McPlanet.com?

Dasha: Ich bin gespannt auf die Vorträge der anderen. Insbesondere wie sie mit einem ähnlichen Problem in ihrem Land umgehen. Und natürlich erhoffe ich mir die ein oder andere Anregung für unsere Arbeit. Aber auch dass eine größere Aufmerksamkeit auf die Waldprobleme überall in der Welt gelenkt wird.

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