Umwelt & Frieden

Gemeinsam für den Frieden

Ohne Frieden gibt es keinen Umweltschutz – und ohne Umweltschutz dauerhaft keinen Frieden. Das ist die Überzeugung von Greenpeace, übersetzt: grüner Frieden.

„Frieden ist nicht alles …

… aber ohne Frieden ist alles nichts“, sagte schon Willy Brandt. Gewalt ist keine Lösung, und Krieg kein Mittel der Politik. Frieden ist die Grundlage für ein glückliches Leben ohne Angst für jeden Einzelnen, für eine freie Gesellschaft und für eine demokratische Diskussion um Werte wie Umweltschutz.

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Deswegen lehnt Greenpeace kriegerische Konflikte aller Art ebenso ab wie Bombentests und Waffenexporte. Seit der Gründung engagiert sich die Umweltschutzorganisation international für Abrüstung und Entmilitarisierung. Doch auch die Arbeit gegen den Klimawandel hat viel mit Friedensarbeit zu tun.

Kriege und kriegerische Konflikte bringen unendliches Leid über die Menschen. Egal ob in einem internationalen Konflikt oder einem Bürgerkrieg, konventionell oder atomar, mit Drohnen geführt oder über Stellvertreter ausgefochten: Krieg heißt Tod und Gewalt, Angst und Unsicherheit und setzt menschliche Regeln und Gesetze außer Kraft. Es gibt keinen gerechten, es gibt keinen guten Krieg. Ein Leben in Selbstbestimmung, Sicherheit und Würde ist so nicht möglich. Das Leben der einzelnen Menschen zählt nicht mehr viel – und die Umwelt schon gar nicht.

Waffen – zum Töten gemacht

Es gibt Kriege, die ohne Schiffe geführt werden, ohne Flugzeuge – und manche sogar ohne Panzer. Aber ohne Gewehre kommt kein kriegerischer Konflikt dieser Welt aus. Deswegen fordert Greenpeace seit 2018, dass Deutschland den Export von Klein- und Leichtwaffen – zu denen Gewehre zählen – in Drittländer prinzipiell unterbindet. Darunter versteht man alle Länder, die nicht in der EU oder der Nato sind. Denn nur so kann verhindert werden, dass deutsche Waffen an der Ermordung  hunderttausender Zivilisten jedes Jahr beteiligt sind. 

Für Greenpeace ist Gewaltfreiheit oberstes Prinzip – denn bei Gewalt endet jede Diskussion. Greenpeace-Aktionen mögen unangenehm oder lästig sein für den Kampagnengegner, aber sie sind immer gewaltfrei. Gegründet hat sich die Umweltschutzorganisation 1971 in Kanada, um Atomwaffentests vor Alaska zu verhindern – für eine gesündere Umwelt und eine friedlichere Welt. Und dieses Engagement hat Greenpeace bis heute beibehalten.

Gegen Atomkraft und Atomwaffen

Das Kernaugenmerkt von Greenpeace liegt zwar klar auf Umweltthemen. Auch gibt es andere Organisationen, die sich dem Kampf gegen kriegerische Konflikte in den vergangenen Jahren weit mehr verschrieben haben als Greenpeace, wie etwa IPPNW (Internationale Ärzte zur Vermeidung eines Atomkriegs, ) oder IFOR (International Fellowship of Reconciliation). Doch Friedensarbeit und Umweltarbeit sind in vielen Bereichen ganz eng miteinander verwoben. Denn viele der großen Umweltprobleme wie der Klimawandel oder Ressourcenknappheit bergen enormes Konflikt- und Kriegspotenzial. Zudem sind viele Kriege auch eine ökologische Katastrophe.

Zum Beispiel einer mit Atombomben: Diese Art der Massenvernichtungswaffen zählt mit zu den schrecklichsten, die der Mensch bis heute erfunden hat. Allein schon das Testen ist für Mensch und Umwelt eine Katastrophe, ganze Regionen sind dadurch radioaktiv verseucht worden. Egal ob gezündet von den USA, Russland, Frankreich oder China: Immer wieder protestierte Greenpeace gegen Atombomben und ihre Testzündungen, 1983 sogar mit einem Ballonflug über das geteilte Berlin.

1996 verbot die UN Atombombentests offiziell. Mehr als 2000 dieser Bomben waren bis dahin weltweit gezündet worden, ganze Landstriche sind dadurch bis heute unbewohnbar. Trotzdem gibt es noch etwa 15.000 Atomwaffen weltweit, 4150 davon sind direkt einsetzbar; die meisten sind in Russland und den USA stationiert. In Nordkorea ließ Diktator Kim Jong Un 2017 Tests durchführen.

Doch selbst die sogenannte zivile Nutzung der Atomkraft – das hochriskante Spalten von Urankernen zur Stromgewinnung – ist nicht nur für die Umwelt ein Problem, sondern auch für den Frieden. Denn aus den abgebrannten Kernbrennstoffen erhält man die Rohstoffe für Atombomben. Und auch die sogenannten schmutzigen Bomben – konventionelle Sprengsätze, die mit hochradioaktivem Material versehen besondere Zerstörung entfalten – sind nur mit Material aus Atomkraftwerken möglich. 

Kriegstreiber Öl

Ein Kriegstreiber ist auch der Rohstoff Öl. Das „Schwarze Gold“ ist wertvoll, etliche Kriege  wurden seinetwegen schon geführt. Egal ob die Konflikte im Irak, im Sudan, in Nigeria  oder im Südchinesischen Meer: Der Zank ums Öl spielte eine wichtige, wenn nicht gar zentrale Rolle in vielen Konflikten. Weltweit die Energieversorgung auf erneuerbare Quellen wie Sonnen- und Windkraft umzustellen und so ganze Regionen unabhängig von Importen fossiler Rohstoffe zu machen, ist also nicht nur gut für das Klima. Es wäre auch ein wichtiger Baustein für eine friedlichere Welt.

Dass knappe Güter umkämpft sind, gilt natürlich auch für andere Ressourcen wie Bodenschätze, Wasser oder fruchtbares Ackerland. Je mehr wir Menschen unseren Planeten übernutzen, je knapper Güter werden, und je weiter wir die Natur zerstören, desto mehr werden die Verteilungskämpfe zunehmen. In diesem Sinne ist jedes Umweltengagement auch Friedensarbeit, denn das Eine ist vom Anderen nicht zu trennen.

Wenn die Klimakrise zur Flucht zwingt

Anderes Beispiel: das aus den Fugen geratene Weltklima. Wissenschaftler sind sich einig, dass der Klimawandel in ohnehin schon krisengeschüttelten Regionen wie dem Nahen Osten, Nord- oder Zentralafrika kriegerische Konflikte verschärft. Auch die Anzahl der Flüchtenden wird sich weiter erhöhen, wenn klimatische Bedingungen das Leben in ganzen Weltregionen bedrohen. 

Letztlich braucht es eine Erde, auf der alle Menschen ein gutes Leben führen können, egal, ob sie im Tschad geboren wurden oder in Tschechien, in Dschibuti, der Dominikanischen Republik oder Deutschland. Globale Gerechtigkeit – nicht nur beim Thema Klimawandel – ist eine der größten Herausforderungen für die Zukunft, wenn wir alle dauerhaft in einer immer friedlicher werdenden Welt leben wollen. Dafür macht sich Greenpeace stark.

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