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Afghanische Männer suchen nach Opfern, nachdem ein pakistanischer Luftangriff in der Nacht ein Wohngebiet getroffen hat.
Aimal Zahir/AFP via Getty Images

Afghanistan-Pakistan-Konflikt: Von Grenzscharmützeln zum „offenen Krieg“

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Die Spannungen zwischen Afghanistan und Pakistan haben sich in den vergangenen Tagen drastisch verschärft und langjährige Grenzstreitigkeiten in etwas verwandelt, was der pakistanische Verteidigungsminister als „offenen Krieg“ bezeichnet. 

Das aktuelle Aufflammen der Gewalt zwischen den beiden Ländern ist der Höhepunkt monatelanger Spannungen. Der Konflikt, der einst durch periodische Scharmützel entlang der Durand-Linie geprägt war, umfasst nun Luftbombardements, Bodenoffensiven und größere Militäroperationen auf beiden Seiten.

Greenpeace hat in der Vergangenheit mit einer Studie (Climate Change, Migration and Conflict) gezeigt, dass die Klimakrise in Ländern wie Afghanistan bestehende soziale, wirtschaftliche und politische Belastungen verschärft. Hinzu kommen strukturelle Herausforderungen wie weit verbreitete Armut, fragile Regierungsstrukturen, wirtschaftliche Notlagen und anhaltende Menschenrechtsverletzungen, die das Land in einen äußerst verletzlichen Zustand versetzen. Der Ausbruch des erneuten Konflikts mit Pakistan verschärft die humanitäre Krise zusätzlich und setzt die Zivilbevölkerung einem höheren Risiko von Vertreibung und einem eingeschränkten Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen aus. Die Kombination aus Umweltbelastungen, bewaffnetem Konflikt und systemischen Schwächen macht die Lage für die Menschen in Afghanistan zunehmend dramatisch.

Am 27. Februar 2026 führte Pakistan nach Angaben von Beamten in Islamabad und Kabul eine Reihe von Luft- und Bodenangriffen gegen Ziele in Afghanistan durch, darunter Militäranlagen in Kabul, Kandahar und Paktia. Der pakistanische Verteidigungsminister Khawaja Muhammad Asif erklärte, Islamabads „Geduld sei am Ende“. Er bezeichnete die Militärkampagne als Reaktion auf unprovozierte Angriffe afghanischer Streitkräfte und wirft Afghanistan weiter vor, militärischen Kräften Zuflucht zu gewähren. 

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© W. Guansen / Xinhua / dpa / pa

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Die von den Taliban geführte afghanische Regierung verurteilte diese Angriffe als Verletzung der Souveränität und reagierte mit Gegenangriffen entlang der Grenze, was zu intensiven Feindseligkeiten in der Nähe wichtiger Grenzübergänge wie Torkham führte. Beide Seiten haben widersprüchliche Opferzahlen veröffentlicht. Pakistan behauptet, mehr als 130 Taliban-Kämpfer getötet und mehrere Stützpunkte zerstört zu haben, während die afghanischen Behörden beteuern, dass zahlreiche pakistanische Soldaten getötet und Stellungen eingenommen wurden.

Pakistan gibt an, dass die Offensive darauf abzielt, militante Gruppen zu eliminieren – insbesondere die Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP) und Ableger des Islamischen Staates Provinz Khorasan (ISKP). Islamabad macht diese Gruppen für wiederholte Selbstmordattentate und gewalttätige Vorfälle innerhalb Pakistans verantwortlich. Afghanische Behörden haben konsequent bestritten, militante Kräfte zu beherbergen oder Operationen gegen Pakistan von afghanischem Territorium aus zuzulassen.

Ursachen des afghanisch-pakistanischen Konflikts: Der Streit um die Durand-Linie

Die Grenze zwischen Afghanistan und Pakistan wird als Durand-Linie bezeichnet und erstreckt sich über 2611 Kilometer. Die Durand-Linie, die 1893 während der britischen Kolonialherrschaft festgelegt wurde, wurde von aufeinanderfolgenden afghanischen Regierungen nie vollständig anerkannt und bleibt ein Streitpunkt zwischen Kabul und Islamabad.

Darüber hinaus hat grenzüberschreitender Militarismus wiederholt Misstrauen geschürt, insbesondere seit der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan im Jahr 2021. Pakistan hat den afghanischen Taliban wiederholt vorgeworfen, Gruppen wie der TTP zu erlauben, sich neu zu formieren und Angriffe innerhalb Pakistans zu starten. Afghanische Beamte weisen diese Behauptungen zurück und argumentieren, Pakistan übertreibe die Bedrohungen, um militärischen Druck zu rechtfertigen.

Diese Spannungen führten bereits im Jahr 2025 zu wiederholten Grenzscharmützeln, von Katar und der Türkei vermittelten Waffenruhen und gelegentlichen diplomatischen Dialogen. Eine stabile Lösung blieb aus.

Humanitäre Auswirkungen des Krieges zwischen Afghanistan und Pakistan

Die jüngste militärische Eskalation hat ernsthafte humanitäre Bedenken aufgeworfen. Berichte sprechen von Explosionen und Luftschutzsirenen in Kabul, weit verbreiteter Angst unter der Zivilbevölkerung und Störungen des Lebens in Grenznähe. Afghanische und pakistanische Familien sind aufgrund der intensivierten Kämpfe von Vertreibung betroffen. Hunderte Menschenleben wurden bereits ausgelöscht, darunter Frauen und Kinder.

Das Risiko lang anhaltender Feindseligkeiten mit Auswirkungen auf die regionale Stabilität und die Sicherheit der Zivilbevölkerung bleibt hoch. Greenpeace fordert von der internationalen Gemeinschaft einen sofortigen Waffenstillstand und einen diplomatischen Dialog zwischen beiden Ländern, um eine weitere Eskalation zu verhindern und sowohl die unmittelbaren humanitären Bedürfnisse als auch die langfristigen Sicherheitsherausforderungen für Afghanistan, Pakistan und die Region anzugehen.

 

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