Jetzt spenden
Portrait of Martin Kaiser
© Lucas Wahl / Greenpeace

Iran: Für Frieden und Freiheit - und Völkerrecht!

Label
Einmalig
Label
Monatlich
Standardintervall
Monatlich
Position Spendenbar am unteren Rand
Aus

Bomben bringen weder Demokratie noch Frieden. Martin Kaiser, Geschäftsführender Vorstand bei Greenpeace, solidarisiert sich mit der Zivilbevölkerung im Iran und mahnt: Deutschland darf Rechtsbrüche nicht legitimieren und keinerlei Unterstützung für diesen Krieg gewähren.

Unsere Gedanken sind bei den Menschen im Iran, die schon viel zu lange unter Repression und Gewalt leiden  und nun erneut einen völkerrechtswidrigen Krieg erleiden müssen. Jede Angriffswelle trifft auch unschuldige Zivilist:innen, die ein Leben in Frieden, Sicherheit und Würde verdienen. Dieser Krieg ist nicht ihr Krieg. Dennoch wird dieser Krieg über ihre Köpfe hinweg geführt, während sie um ihre Familien, ihre Zukunft und ihr Überleben fürchten müssen. Die jüngsten Angriffe verletzen erneut das Völkerrecht. Wie bei den israelisch-amerikanischen Angriffen im letzten Jahr werden wieder Zivilist:innen sterben.

Völkerrecht muss gelten

„Völkerrecht gilt nicht nur, wenn es nützt. Es gilt, weil ohne es nichts gilt.“ Diese Sätze hat das European Center for Constitutional and Human Rights e.V. (ECCHR)) in dieser Woche formuliert. Sie treffen den Kern dessen, was mich nach dem Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz in Washington so besorgt.

Merz hat den Angriff der USA und Israels auf den Iran beim Treffen im Weißen Haus nicht klar verurteilt. Er benannte das Dilemma, tolerierte aber den Bruch. Obendrein erklärte er öffentlich, mit völkerrechtlichen Mitteln sei „nichts zu bewirken“. So vermied er jegliche Kritik an den USA und Israel.

Das ist keine Realpolitik. Das ist eine Bankrotterklärung.

Der Angriff auf den Iran ist nach Einschätzung führender Völkerrechtler:innen ein Akt der Aggression – ohne legitimes Mandat, ohne unmittelbare Bedrohung, die eine Selbstverteidigung nach Art. 51 der UN-Charta rechtfertigen würde. Die Geschichte zeigt: Von außen erzwungene Regimewechsel durch Luftangriffe schaffen keine Rechtsstaatlichkeit. Afghanistan, Irak, Libyen – die Bilanz spricht für sich.

Bomben bringen keine Demokratie

Bomben bewirken weder Demokratie noch Frieden.

Die Unterdrückung des iranischen Volkes durch das Regime ist real und dokumentiert. Greenpeace steht an der Seite der Menschen, die für Freiheit und Selbstbestimmung kämpfen und Menschenrechtsverletzungen erfahren müssen. Letztere müssen täglich adressiert, benannt und mit allen rechtlichen Mitteln bekämpft werden. Sie ändern jedoch nichts an der völkerrechtlichen Bewertung eines Angriffskriegs. Das eine darf nicht zur Rechtfertigung des anderen werden.

Was mich besonders bewegt: Deutschland darf keine Infrastruktur, keine Überflugrechte, keine Logistik auf deutschem Boden für völkerrechtswidrige Angriffe bereitstellen – auch nicht stillschweigend. Wer das zulässt, wird zum Teil des Konflikts.

Eine Weltordnung, die Rechtsbrüche hier verurteilt und dort relativiert, ist keine Ordnung. Sie ist ein System von Doppelstandards. Doppelstandards aber untergraben Deutschlands Rolle in einer regelbasierten Weltordnung. Deutschland muss sich an der Geltung von Menschenrechten und am Völkerrecht orientieren. Nicht am Recht des Stärkeren.

Das European Center for Constitutional and Human Rights e.V. (ECCHR) hat bereits Strafanzeige wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit durch das iranische Regime gestellt und fordert nun die strafrechtliche Aufarbeitung aller Angriffe auf zivile Ziele durch alle Konfliktparteien. Es braucht eine klare und unabhängige Aufarbeitung und keine weitere Eskalation.

Afghanische Männer suchen nach Opfern, nachdem ein pakistanischer Luftangriff in der Nacht ein Wohngebiet getroffen hat.
Aimal Zahir/AFP via Getty Images

Afghanistan-Pakistan-Konflikt: Verschärfung der Grenzstreitigkeiten

Hintergrund

Die Spannungen zwischen Afghanistan und Pakistan haben sich in den vergangenen Tagen drastisch verschärft. Aus jahrelangen Grenzstreitigkeiten ist ein offener Krieg geworden.

mehr erfahren über Afghanistan-Pakistan-Konflikt: Verschärfung der Grenzstreitigkeiten
Völkerrecht
© Photoshot / dpa / pa

Völkerrecht von Grönland bis Venezuela

Hintergrund

Darf Grönland verkauft werden? Von Öl-Interventionen bis Iran: 5 Fragen zum Völkerrecht – das wichtigste Regelwerk für globale Gerechtigkeit.

mehr erfahren über Völkerrecht von Grönland bis Venezuela
Ausschnitt aus der interaktiven Karte der Straße von Hormus mit beladenen Öltankern

Persischer Golf: Öltanker bedrohen Ökosystem

Nachricht

Der iranische Angriff auf Öltanker zeigt, dass der Krieg auch in eine ökologische Katastrophe führen kann. Datenexpert:innen haben die potenziellen Folgen einer Ölpest im Persischen Golf simuliert.

mehr erfahren über Persischer Golf: Öltanker bedrohen Ökosystem

Forderungen an die Bundesregierung

Ich fordere die Bundesregierung auf:

Deeskalation statt Krieg. Klarheit statt Duldung. Recht statt Opportunismus.

Wir solidarisieren uns unmissverständlich und uneingeschränkt mit der Zivilbevölkerung im Iran in ihrem Kampf für Freiheit, Würde und grundlegende Menschenrechte und gegen staatliche Gewalt und Repression.

Mehr zum Thema

Panzer im Einsatz

NATO-5-Prozent-Ziel: Sackgasse

Eine neue Greenpeace-Studie zeigt: Eine defensive Strategie im Baltikum wäre nicht nur effektiver und risikoärmer, sondern würde auch dringend benötigte Mittel für den Klimaschutz freisetzen.

mehr erfahren über NATO-5-Prozent-Ziel: Sackgasse
Peace Protest in Buechel

Ostermärsche: den Frieden in die eigenen Hände nehmen

Für den Frieden auf die Straße gehen, das machen Menschen seit über 60 Jahren. Nicht nur zu Kriegszeiten. Doch im Moment sind die Ostermärsche wichtiger denn je.

mehr erfahren über Ostermärsche: den Frieden in die eigenen Hände nehmen
Afghanische Männer suchen nach Opfern, nachdem ein pakistanischer Luftangriff in der Nacht ein Wohngebiet getroffen hat.

Afghanistan-Pakistan-Konflikt: Verschärfung der Grenzstreitigkeiten

Die Spannungen zwischen Afghanistan und Pakistan haben sich in den vergangenen Tagen drastisch verschärft. Aus jahrelangen Grenzstreitigkeiten ist ein offener Krieg geworden.

mehr erfahren über Afghanistan-Pakistan-Konflikt: Verschärfung der Grenzstreitigkeiten
Mural Painting at the Ukraine Recovery Conference in London

Für eine nachhaltige, freie Ukraine!

Der Angriff Russlands auf die Ukraine hat die Welt verändert. Friedensdemos, Proteste gegen Öl aus Russland und Hilfe für einen grünen Aufbau: Greenpeace engagiert sich vielfältig für die Ukraine.

mehr erfahren über Für eine nachhaltige, freie Ukraine!
European Energy Independence Protest at Munich Security Conference

Münchner Sicherheitskonferenz: Klimaschutz fehlt

Die Münchner Sicherheitskonferenz hatte einen blinden Fleck: Klimaschutz. Der muss mit ins Zentrum der Debatte. Denn ohne Klimaschutz gibt es keine Sicherheit.

mehr erfahren über Münchner Sicherheitskonferenz: Klimaschutz fehlt
Projektion "Stoppt das Töten" auf die russische Botschaft in Berlin

Vier Jahre Krieg in der Ukraine

Mit dem russischen Angriff auf die Ukraine erlebte die Welt einen einschneidenden Umbruch. Nun jährt sich der Einmarsch zum vierten Mal. Aus der Ukraine berichtet unsere Kollegin Daryna Rogachuk.

mehr erfahren über Vier Jahre Krieg in der Ukraine