Mobilität für alle!
Verkehrswende für Klimaschutz, Gesundheit und Gerechtigkeit
Damit wir uns klimafreundlich fortbewegen können, muss an vielen Rädern gedreht werden. Für eine Zukunft mit weniger privaten Pkw, aber sozial gerechter und nachhaltiger Mobilität.
Verstopfte Straßen, gesundheitsschädliche Abgase und nirgends ist der Rückstand beim Klimaschutz größer: Im Verkehr hat sich in den vergangenen Jahrzehnten wenig verbessert. Während Bahn und öffentlicher Nahverkehr in einem desolaten Zustand sind, steigen die Zulassungszahlen für private Pkw, knapp jede dritte Neuzulassung war im Jahr 2025 ein besonders klimaschädlicher SUV. Vielerorts bekommen Autos mehr öffentlichen Raum zugesprochen als Kinder. Und obwohl es höchste Zeit ist, das Vorrecht von Autos im Verkehr zu überdenken, sind die Straßen voll und die Städte zugeparkt. Und in ländlichen Regionen gibt es zu wenig Alternativen zum eigenen Auto.
Eine gerechte Zukunft für alle
Sozial und ökologisch
Wir setzen uns für eine Welt ein, in der alle Menschen gleiche Chancen erhalten. Macht, Besitz und Wohlstand müssen weltweit und generationenübergreifend gerechter verteilt sein. So sorgen wir dafür, dass die einen nicht unter dem Lebensstil der anderen leiden müssen. Umweltzerstörung und soziale Ungerechtigkeit sind eng miteinander verbunden – beide zu beenden ist Klimagerechtigkeit.
Für einen Systemwandel
Unsere Wirtschafts- und Lebensweisen stehen an einem Wendepunkt. Wir haben die Wahl, ob er durch Krisen erzwungen wird oder ob wir ihn bewusst und verantwortungsvoll gestalten. Jetzt ist der Moment, aktiv einzuschreiten und die Grundlagen für eine gerechte und nachhaltige Zukunft zu legen. Wir bezeichnen diesen Prozess als „sozial-ökologische Transformation“. Mehr dazu hier.
Während Autohersteller wegen ihres klimaschädlichen Geschäftsmodells sogar vor Gericht stehen, laufen weiterhin Millionen Autos mit Verbrennungsmotor vom Band. Über 1,3 Milliarden Verbrenner waren 2023 weltweit zugelassen und heizen mit ihren Abgasen die Klimakrise an. Obwohl die Elektromobilität wächst, stellen Verbrenner weiterhin über 90 Prozent des gesamten weltweiten Pkw-Bestands dar. Die Zahl der Neuzulassungen von Diesel und Benzinern soll zwar ab 2025 leicht sinken, bleibt aber aufgrund des großen Bestands auf absehbare Zeit hoch.
In der Autonation Deutschland galten das eigene Auto, später der Zweit- oder sogar Drittwagen jahrzehntelang als Wohlstandsnachweis - die Nutzung von Bus und Bahn schien den Einkommensschwachen vorbehalten. So haben die Bundesverkehrsminister von CDU, CSU und FDP über Dekaden vor allem die deutsche Autoindustrie unterstützt und Straßen statt Schienen bauen lassen. Diese Politik hat Folgen: Auf rund 83 Millionen Menschen hierzulande kamen 2025 über 49,3 Millionen Autos - ein Rekordwert. Der Bestand an reinen Elektroautos stieg auf 1,65 Millionen (3,3 Prozent Anteil).
Verbrenner-Ausstieg: für Gesundheit und Klimaschutz
Um die beschlossenen Klimaziele im Verkehr bis zum Jahr 2030 zu erreichen, müsste der Öl-Verbrauch im Verkehr etwa zehnmal so schnell sinken wie seit der Jahrtausendwende, hat Greenpeace berechnet. Diesel und Benziner verursachen in Europa ein Fünftel aller Treibhausgasemissionen und setzen gefährliche Schadstoffe wie Feinstaub frei. Luftverschmutzung ist das größte umweltbedingte Gesundheitsrisiko in Europa mit jährlich über 300.000 Todesfällen. Greenpeace hat bereits darauf hingewiesen, dass Feinstaubpartikel, vor allem aus dem Autoverkehr, tief in die Atemwege eindringen und schwere Krankheiten wie Asthma, Diabetes, Herz-, Lungen- und Kreislauferkrankungen sowie Krebs auslösen können.
Für den Klima- und Gesundheitsschutz hat die EU im April 2023 beschlossen, dass ab dem Jahr 2035 keine Autos mit Verbrennungsmotoren mehr neu zugelassen werden dürfen. Doch die mächtige Verbrenner-Lobby attackierte das beschlossene Verbrenner-Aus: Um kurzfristig noch mehr Profite mit dem Verkauf von Verbrennern zu ermöglichen, weichte die EU-Kommission bereits beschlossene Abgasvorgaben auf. Die Autobauer sollen nun den CO2-Ausstoß ihrer Neuwagen nicht mehr auf Null reduzieren müssen. So verschleppen vor allem die deutschen Autohersteller den Umstieg auf klimafreundliche, bezahlbare Elektromobilität und können so auf dem größten Absatzmarkt für E-Autos in China nur noch Nischenprodukte anbieten. Wer einen Blick in die Zukunft werfen will, kann zum Beispiel auch nach Norwegen schauen: Hier sind neun von zehn Neuwagen inzwischen Elektroautos. Die äthiopische Regierung hat sogar ein Einfuhrverbot für Verbrenner erlassen: Bald sollen nur noch E-Autos in dem afrikanischen Land fahren.
Verkehr: Besserverdienende profitieren vom Status Quo
Viele einkommensschwache Menschen können sich kein Auto leisten – sie sind damit von einer Mobilität, die einseitig auf den privaten Pkw-Verkehr ausgerichtet ist, mehr oder weniger ausgeschlossen. Das hatte sich durch das 9-Euro-Ticket 2022 sowie dem nachfolgenden Deutschlandticket geändert. Allerdings stieg der Ticketpreis auf 49, 58 und aktuell 63 und verlor so an Attraktivität für Menschen im ländlichen Raum mit einem dünnen ÖPNV-Angebot.
Die klimafreundliche und sozial gerechte Verkehrswende kann jedoch nur mit einer Verlagerung vom privaten Auto zum öffentlichen Straßenverkehr und vor allem auf die Schiene gelingen. Das zeigt auch eine Verkehrswende-Studie des Wuppertal Instituts für Greenpeace. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg: Jahrzehntelang wurde unsere Welt rund um das Auto geplant. Shoppingcenter und neue Wohnviertel wurden auf die grüne Wiese gebaut – mit mehr Parkplätzen als Busverbindungen. In den Städten dominiert der Autoverkehr und beansprucht mit Straßen und Parkplätzen mehr Raum, als für Fußgänger:innen und Radfahrende vorgesehen ist.
Die meisten Deutschen können sich einen Alltag ohne eigenes Auto noch nicht vorstellen. Das liegt nicht nur an der Liebe der Deutschen zum Automobil, sondern vor allem an einer verkehrten Verkehrsplanung. Noch immer gibt es kein Tempolimit und der Ausbau von Alternativen – pünktliche Busse und Bahnen, sichere Radwege – geht zu schleppend voran. Pendlerpauschale, Dienstwagenprivileg und weitere Subventionen stabilisieren zudem, politisch gewollt, die Abhängigkeit vom eigenen Auto. Davon profitieren vor allem Besserverdienende. In den höchsten Einkommensklassen wird zudem gerne und viel im eigenen Flugzeug gereist, trotz gigantischer CO2-Emissionen – ein Skandal, den Greenpeace aufgedeckt hat. Privatjets sind das umweltschädlichste Transportmittel: Kein anderes erzeugt pro Person und Kilometer so viele Emissionen und hat einen so hohen Energieverbrauch.
Die Zukunft der Mobilität - Städte für Menschen, nicht für Autos
Das Rad muss nicht neu erfunden werden, denn der Weg zu einer klimaschonenden und sozial gerechten Mobilität ist bekannt: Nur mit massiven Investitionen in die Bahn und mit weniger Autos in Städten kann die Verkehrswende gelingen. Denn grüne, verkehrsberuhigte Städte sind ein großer Gewinn für alle Menschen - dazu reicht ein Blick in europäische Metropolen wie Kopenhagen, Stockholm, Barcelona oder Wien. Doch auch Menschen auf dem Land haben ein Recht auf bezahlbare Mobilität – und klagen dafür sogar vor dem Bundesverfassungsgericht.
Machen wir zusammen eine Zeitreise in eine Zukunft, für die heute die Weichen gestellt worden sind! In dieser Zukunft ist die Verkehrswende in vollem Gange und es gibt viele aufregende Veränderungen: Der öffentliche Verkehr ist so ausgebaut worden, dass überall bequeme, bezahlbare und sichere Busse und Bahnen fahren. In den Städten ist es viel grüner und ruhiger. Überall wachsen Bäume und Pflanzen, auf breiten Gehwegen flanieren Bewohner:innen und spielen Kinder. Die Verbrenner der Vergangenheit sind längst durch umweltfreundliche Alternativen ersetzt worden wie Elektrobusse und geteilt gefahrene kleine Elektroautos. Sie fahren ohne Abgase und Lärm - Vogelgezwitscher und lachende Kinder sind dafür deutlicher zu hören.
Apropos Elektroautos: Die Ladeinfrastruktur hat einen riesigen Sprung gemacht. An fast jeder Ecke gibt es eine Ladestation. Während man in einem Café sitzt oder einkaufen geht, kann das Auto schnell und mit preisgünstiger erneuerbarer Energie aufgeladen werden. Überall gibt es zudem sichere Fahrradwege, einfache Fahrradverleihsysteme und Lastenräder für den Transport von Einkäufen und Kindern. Die Menschen strampeln gut gelaunt durch die grüne Stadt und sind in Bewegung, während sie die frische Luft genießen. Und wem der Weg doch zu weit oder das Wetter zu schlecht ist, nutzt Bus und Bahn.
Denn auch der öffentliche Nahverkehr hat eine Verwandlung durchgemacht. Busse und Bahnen sind nicht nur preiswert und pünktlich, modern und komfortabel, sondern auch vollständig emissionsfrei. Sie werden elektrisch oder mit Wasserstoff betrieben. Das gilt auch für den übrigen Güterverkehr, der nicht auf der Schiene, sondern noch mit LKW transportiert wird.
Letztlich haben die Menschen ihre Einstellung zum Verkehr geändert. Ihre Wahl des Verkehrsmittels basiert nicht mehr nur auf Bequemlichkeit, sondern auch auf Nachhaltigkeit. Sie haben erkannt, dass sie einen großen Beitrag zum Klimaschutz leisten können, wenn sie auf umweltfreundliche Optionen umsteigen. In dieser Zukunft ist die Verkehrswende also nicht nur gut für das Klima, sondern auch für die Lebensqualität der Menschen. Die Luft ist sauberer, die Städte sind grüner und die Menschen sind aktiver und gesünder. Es ist eine Welt, in der wir uns alle gerne bewegen und die Verkehrswende ein großer Erfolg ist.
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55
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62.000
Ehrenamtliche und Aktive
> 3 Millionen
Fördernde
2023
Ende der Atomkraft! Jahrzehntelang wurde protestiert - am 15. April 2023 war es endlich soweit: Deutschland steigt aus der Atomkraft aus und es ist Schluss mit der hochriskanten Produktion von Atomstrom. Ein wahrer Grund zum Feiern!
2024
Gemeinsam mit über 54.000 Mitkläger:innen haben Greenpeace und Germanwatch am 16. September 2024 eine neue Verfassungsbeschwerde gegen die unzureichende Klimapolitik der Bundesregierung beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe eingereicht.
2025
Wegen Greenwashing muss die Deutsche-Bank-Tochter DWS 25 Millionen Euro Strafe zahlen. Das ist die höchste Strafe, die jemals in Deutschland wegen Greenwashing-Delikten verhängt wurde. Endlich hat Greenwashing auch strafrechtliche Konsequenzen.