Klimakrise

Treibhaus Erde

Seit Beginn der Industrialisierung ist die Temperatur auf der Erde durchschnittlich bereits um ein Grad Celsius gestiegen. Dass menschliches Handeln dafür verantwortlich ist, gilt als belegt.

Erwärmung im Akkord

Die Klimakrise ist die größte Herausforderung, der sich die Menschheit derzeit stellen muss.

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Das massive Verbrennen fossiler Energieträger wie Kohle und Öl macht die Erde zum Treibhaus. Die Prognose der führenden Klimaexperten: Wenn die Industrie- und Schwellenländer ihren Treibhausgasausstoß nicht drastisch senken, könnte die Durchschnittstemperatur auf der Erde bis zum Ende des Jahrhunderts um weitere vier Grad ansteigen. 

2020 und 2016 waren mit minimalen Unterschieden die beiden wärmsten Jahre seit Beginn der systematischen Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Sie waren ca. 1,1 °C wärmer als in vorindustrieller Zeit. Seit Ende der 90er Jahre häufen sich die Hitzerekorde: heißeste Sommer in diversen Regionen, wärmste Winter, geringste Ausdehnung des sommerlichen Polareises -mitschuld daran trägt der ungebremste Ausstoß industrieller Treibhausgase.

Allein der jährliche Ausstoß des Treibhausgases CO2 in den am schnellsten wachsenden Industrienationen China und Indien macht sämtliche Einsparungen in anderen Industrieländern zunichte. China hat mittlerweile sogar die USA überholt. Bei den Pro-Kopf-Emissionen aber liegen die USA immer noch vor China. Im Jahr 2019 kamen auf jeden US-Bürger mehr als 13 Tonnen CO2, auf jeden Einwohner Chinas nur knapp sieben Tonnen. Der Pro-Kopf-Ausstoß in Deutschland betrug 8,4 Tonnen.

KLIMAWANDEL IN DER DISKUSSION

Noch in den 1990er Jahren diskutierten Wissenschaftler kontrovers über die Ursachen der schnellen Erwärmung. Klimaschwankungen durch natürliche Prozesse wurden in Betracht gezogen. Solch ein natürlicher Prozess wäre zum Beispiel Vulkanismus. Extreme Vulkanausbrüche können das Klima  verändern. In den zurückliegenden 150 Jahren war der Vulkanismus allerdings nicht ausgeprägter als in den Jahrhunderten zuvor. Ein weiteres Beispiel ist die Sonnenaktivität. Tatsächlich gibt es regelmäßige Sonnenzyklen mit stärkerer und geringerer Strahlungsintensität. Doch Satellitenmessungen zeigen, dass die Schwankungen zwischen Minimum und Maximum der Strahlung in den vergangenen Jahrzehnten viel zu gering waren, um den derzeitigen Klimawandel auszulösen.

Seit den 1950er Jahren wird regelmäßig die CO2-Menge in der Atmosphäre gemessen. Verglichen mit anderen Forschungsdaten zeigt sich, dass die Konzentration heute so hoch ist wie zuletzt vor 800.000 Jahren. Natürliche Schwankungen im Erdklima gab es immer, sie entwickelten sich jedoch über sehr lange Zeiträume. Die heutige Entwicklung geht rasant vor sich. Nachweisbar ist außerdem, dass das gemessene CO2 fossilen Ursprungs ist, also aus der Verbrennung von Kohle und Öl stammt. Dabei befindet sich nur etwa die Hälfte des Kohlendioxids  in der Atmosphäre, die andere Hälfte haben die Meere und die Erdbiosphäre aufgenommen.

Heute gibt es so gut wie keine Klimaforscher mehr, die von einer natürlichen Entwicklung ausgehen. Die Datenlage spricht für einen sogenannten anthropogenen, einen vom Menschen ausgelösten Klimawandel. Das bestätigt auch der UN-Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) - ein unabhängiges wissenschaftliches Gremium, in dem Hunderte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der ganzen Welt mitwirken. Seine Berichte erscheinen regelmäßig; die jüngsten Sonderberichte wurden im Oktober 2019 veröffentlicht. Dort werden die aktuellen Erkenntnisse zu den naturwissenschaftlichen Grundlagen, Risiken und Folgen sowie Minderungsmöglichkeiten des Klimawandels zusammengetragen.

KLIMASKEPTIKER UND DIE KOHLE- UND ÖLINDUSTRIE

Dennoch gibt es nach wie vor eine Handvoll sogenannter Klimaskeptiker, die die These einer vom Menschen verursachten Klimakrise ablehnen. Manche sind bekannt wie Donals Trump, Ex-Präsident der USA oder Jair Bolsonaro, Präsident von Brasilien. Doch viele kennt man kaum. Manche sind vielleicht wirklich nicht von der Stichhaltigkeit der Argumente überzeugt. Oder sie sind nicht bereit, ihren Lebensstil in Frage zu stellen, auch wenn er den Planeten ruiniert.

Oft aber stehen Lobbyisten aus Industrie und Wirtschaft hinter den Skeptikern, vor allem die Öl- und Kohleindustrie. Das überrascht nicht, denn diese beiden Industriezweige und ihr lukratives Geschäft stehen auf dem Prüfstand.

AUSSTIEG AUS FOSSILEN ENERGIEN

Mit dem Pariser Klimaabkommen, das im April 2016  mehr als 170 Staaten unterzeichneten, hat sich nun jedoch die Weltgemeinschaft auf den Klimaschutz verpflichtet. Der internationale Beschluss soll dafür sorgen, dass die Vertragsstaaten alles in ihrer Macht stehende tun, damit die Erderwärmung "einen Anstieg um 1,5 Grad Celsius nicht überschreitet“.  In der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts müssen dafür die Treibhausgasemissionen auf null absinken. Faktisch bedeutet das einen vollständigen Ausstieg aus fossilen Energien wie Kohle, Öl und Gas  - und zwar für Idustrienationen wie Deutschland im Zuge der Klimagerrechtigkeit bis zum Jahr 2035. Doch auch unsere Mobilität und unser Fleischkonsum müssen sich radikal ändern.

Stand: Mai 2021


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Häufig gestellte Fragen

  • Ist die Klimakrise noch aufzuhalten?

    Nein, aufhalten können wir die Klimakrise nicht mehr. Doch die schlimmsten Folgen des Klimawandels können wir noch verhindern - wenn wir jetzt die Notbremse ziehen. Die weltweiten Treibhausgas-Emissionen müssen wir bis Mitte des Jahrhunderts auf nahezu Null reduzieren, dann kommen wir mit einem blauen Auge davon. 

  • Wer ist der Hauptverursacher der Klimakrise?

    Grund für die Erwärmung ist letztlich unsere Lebensweise in den Industriegesellschaften. Die Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle, Öl und Gas, die Abholzung von Wäldern und nicht zuletzt der steigende Fleischkonsum verursachen rasant zunehmende Treibhausgasemissionen. 

  • Was ist das 1,5 Grad-Ziel?

    Sollten die Temperaturen um mehr als 1,5 Grad Celsius ansteigen, befürchten Experten dramatische Schäden für die Ökosysteme und unumkehrbare Beeinträchtigungen des Klimasystems. Nur wenn wir es schaffen, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu begrenzen, können wir die Folgen des Klimawandels umgehen. 

  • Was sind Kippelemente des Klimasystems?

    Das arktische Meereis, der Amazonas Regenwald oder das El Niño–Phänomen sind sogenannte Kippelemente: Sie sind besonders anfällig gegenüber dem Klimawandel. In diesen Regionen können in Folge der Klimaerwärmung sprunghafte und teilweise unumkehrbare Veränderungen angestoßen werden, die nicht langsam und linear wie in anderen Teilen der Erde verlaufen, sondern schnell und mit katastrophalen Auswirkungen für unser Gesamtklima.

  • Was macht der Weltklimarat?

    Der Weltklimarat der Vereinten Nationen (Intergovernmental Panel on Climate Change - IPCC) veröffentlicht in regelmäßigen Abständen Berichte, die die wissenschaftliche Grundlage für die internationale Klimapolitik bilden. Die Berichte über die globalen Klimaveränderungen geben den wissenschaftlichen Stand der Klimaforschung wieder. 

  • Forderungen

    • Die globale Erwärmung ist auf 1,5 Grad zu begrenzen
    • Mindestens 65 Prozent weniger CO2-Ausstoß in Europa bis 2030 (gegenüber 1990)
    • Klimagerechtigkeit und finanzielle Hilfe für die ärmsten Länder der Welt

    Veröffentlichungen zu diesem Thema

    Klimakrise unverpackt

    Wie Konsumgüter-Konzerne die Plastikexpansion der Erdölkonzerne anheizen

    The Price of Hesitation

    How the Climate Crisis threatens Price Stability and what the ECB must do about ist.