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An der zeremoniellen Fahrt nehmen auch zwei Schlepper des Hafens von Auckland und das Museumsschiff The Breeze teil. Das alte Segelschiff war damals nach dem Bombenanschlag an die Stelle der Rainbow Warrior getreten und hatte die Friedensflotte zum Moruroa-Atoll angeführt, um gegen die Atombombentests der Franzosen zu protestieren.

Greenpeace wird den 20. Jahrestag in der Bucht mit einer Maori-Zeremonie begehen und dabei des Fotografen Fernando Pereira gedenken, der bei dem Attentat ums Leben kam. An der Trauerfeier nimmt auch Pereiras Tochter Marelle teil, die acht Jahre alt war, als ihr Vater starb. Der damalige Kapitän der Rainbow Warrior, Peter Willcox, führt drei Taucher an, die beim Wrack einen Kranz mit einer Skulptur der Bildhauerin Louise Purvis niederlegen werden: die marmorne Nachbildung einer Taube und eines Olivenzweigs.

Wer hat Angst vor den Rainbow Warriors? Frankreichs Krieg gegen die Friedensbewegung

Hamburg, 5.7.2005 - Am 10. Juli 1985 sank im Hafen von Auckland, Neuseeland, das Greenpeace-Flaggschiff Rainbow Warrior. Der französische Geheimdienst hatte unter Wasser zwei Bomben an der Bordwand angebracht. Die Sprengsätze detonierten kurz vor Mitternacht im Abstand von wenigen Minuten. Die Crew konnte sich retten - bis auf einen. Der Greenpeace-Fotograf Fernando Pereira, 35 Jahre alt und Vater zweier Kinder, starb durch das Attentat.

Greenpeace stand damals wie heute für gewaltfreien zivilen Widerstand. Im Protest gegen den Wahnsinn des nuklearen Wettrüstens und der Atomtests hatten sich die ersten Greenpeacer zusammengefunden. Die weiße Friedenstaube am Bug der Rainbow Warrior und das große Banner mit der Aufschrift Nuclear free Pacific an den Aufbauten waren Programm: Die Rainbow Warrior war ein Symbol für den Frieden.

Mit der Rainbow Warrior half Greenpeace im Mai 1985 rund 300 Einwohnern der schwer strahlenverseuchten kleinen Pazifikinsel Rongelap bei der Umsiedelung auf eine andere Insel. Auf der Rainbow Warrior bereiteten Greenpeace-Aktivisten die Friedensflotte zum Moruroa-Atoll vor.

Dass die französische Regierung vor Gewalt nicht zurückschreckte, hatten Greenpeacer schon früher erfahren müssen. 1972 wurde die Jacht Vega in internationalen Gewässern vor dem Moruroa-Atoll von einem französischen Kriegsschiff gerammt. Das Schiff wurde so stark beschädigt, dass es von den Franzosen abgeschleppt werden musste.

1973 segelte eine Greenpeace-Crew auf der reparierten Vega erneut nach Moruroa. Das Schiff wurde von französischen Soldaten geentert, die beiden Greenpeacer McTaggart und Nigel Ingram zusammengeschlagen. In der offiziellen Stellungnahme der Regierung war von einem Unfall die Rede. Vom Schiff geschmuggelte Fotos bewiesen das Gegenteil. Frankreich brach die Atomtests ab - bis 1985.

Als die Greenpeacerinnen und Greenpeacer im Juli 1985 ihre Fahrt mit der Friedensflotte planten, war ihnen klar, dass sie sich in Gefahr begaben. Doch mit der Versenkung der Rainbow Warrior und dem Mord an Fernando Pereira erreichten staatliche Gewalt und Skrupellosigkeit ein Ausmaß, das noch die schlimmsten Erwartungen übertraf.

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