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Brasiliens neue Präsidentin und der Amazonas-Urwald

Seit dem 1. Januar 2011 hat Brasilien ein neues Staatsoberhaupt: Dilma Rousseff. Unter Präsident Lula war sie zunächst Bergbau- und Energieministerin, dann Kabinettschefin. Mit leidenschaftlichem Urwaldschutz ist sie nicht in Erscheinung getreten. Was also wird sie für den Amazonas-Regenwald sein?

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Brasilien hat sich durch seine Entwaldungsrate zum viertgrößten CO2-Emittenten der Welt entwickelt. Fast 18 Prozent seiner tropischen Regenwälder sind in den vergangenen vierzig Jahren verschwunden. Allein im Bundesstaat Amazonas sind 700.000 Quadratkilometer Wald verloren - eine Fläche so groß wie die Niederlande, Deutschland und Italien zusammen. 80 Prozent dieser Entwaldung gehen auf das Konto der Rinderzucht.

Die gewaltige Zerstörung der Wälder lässt die Brasilianer nicht kalt. Umweltschutz war im Wahlkampf ein heißes gesellschaftliches Thema, sagt Sérgio Leitão von Greenpeace Brasilien. Kein Brasilianer will, dass der Amazonas-Regenwald, ein so bedeutendes Naturerbe des Landes, zerstört wird.

Das haben auch die Kongresswahlen 2010 gezeigt. 78 Prozent der Gewählten stehen mit Umweltschutzthemen in Verbindung. Ob ein Kandidat sich für oder gegen Urwaldschutz aussprach, trug zu Stimmengewinn oder -verlust bei. So gewann Ivan Valente von der Oppositionspartei PSOL 105.000 Stimmen hinzu. Er hatte gegen die Abschwächung des Urwaldschutzgesetzes Stellung bezogen.

Vor diesem Hintergrund sprach sich Rousseff (63) im Wahlkampf verhalten positiv zum Urwaldschutz aus. Brasilien kann seine landwirtschaftliche Produktion ohne weitere Entwaldung ausweiten. Sie neige dazu, diese zu beenden. Auf einen völligen Entwaldungsstopp wollte sie sich allerdings nicht festlegen.

Skepsis ist angebracht. Als Kabinettschefin stellte die studierte Ökonomin 25 Projekte zurück, durch die Urwaldschutzgebiete geschaffen oder schon bestehende vergößert worden wären. Gleichzeitig nannte Ex-Präsident Lula da Silva sie die Mutter des PAC, des nationalen Wachstumsbeschleunigungsplans. Der PAC sieht gewaltige Infrastrukturprojekte vor, die auch zu Lasten des Urwalds gehen würden.

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