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Biosprit statt Problemlösung

Die Bundesminister Seehofer und Gabriel sowie VDA-Chef Wissmann haben am Mittwoch einen Fahrplan für Biotreibstoffe vorgestellt: Der Anteil von sogenanntem Biosprit im Kraftstoff soll bis 2010 von fünf auf zehn Prozent steigen. Bis 2020 ist ein Anteil von 20 Prozent geplant. Für Stefan Krug, Leiter der politischen Vertretung von Greenpeace in Berlin, nur eine Scheinlösung für das Klimaproblem des Autoverkehrs.

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Mit ihrem Fahrplan für Biotreibstoffe streuen Seehofer und Gabriel den Bürgern Sand in die Augen. Die sogenannten Biotreibstoffe haben nichts mit bio zu tun, sagt Krug. Biotreibstoffe sind mit Pestiziden und Kunstdünger hergestellte Agrarprodukte, die häufig mehr Treibhausgase verursachen als Benzin oder Diesel. Deutschland braucht nicht weitere Kraftstoffe, sondern Autos, die viel weniger verbrauchen.

Mit der Verkündung der Ausbauziele von 20 Prozent Agrosprit-Anteil bis 2020 heize Deutschland die Klimazerstörung weiter an: Riesige Mengen müssten importiert werden. Die Folge wäre eine massive Zerstörung von Urwäldern und anderen wertvollen Naturgebieten.

Seehofer und Gabriel stellen die Agrokraftstoffe der zweiten Generation als Lösung dar. Diese sind aber frühestens in zehn Jahren marktreif. Dass selbst der Sachverständigenrat vom Ausbau der Agrotreibstoffe abrät, erwähnen Seehofer und Gabriel mit keinem Wort.

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