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Start der Greenpeace Protest-Tour in Neutrebbin / Brandenburg mit Energie-Kampaigner Karsten Smid, Juni 2010
Gordon Welters / Greenpeace

Unterirdische Speicher kleiner als berechnet

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Die Bundesministerien für Umwelt und für Wirtschaft arbeiten derzeit an einem neuen Gesetzesentwurf für die umstrittene Verpressung. Die Regierung darf keinen übereilten Einstieg in die kommerzielle CO2-Verpressung zulassen, erklärt Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid. Sie verschwendet Geld und Energie für ein Projekt, das in die völlig falsche Richtung führt. Es ist riskant, weitgehend ungeprüft und fördert den Klimakiller Kohle.

Nach dem Start in Neutrebbin besucht die Protest-Tour von Greenpeace die Städte Beeskow, Cottbus, Potsdam und zum Abschluss Berlin. Mit einer drei Meter großen Zeitbomben-Attrappe warnen die Umweltschützer vor den unkalkulierbaren Risiken der sogenannten CCS-Technik (Carbon Capture and Storage). Die Menschen in Brandenburg haben vor allem Angst davor, dass CO2-Endlager undicht werden und das Gas hochkonzentriert ausströmt. An diesen Stellen wären Menschenleben in Gefahr und Boden und Grundwasser könnten verseucht werden. Die Bürgerinitiativen in Brandenburg spielen eine wichtige Rolle in der Auseinandersetzung. So ein Projekt lässt sich nur durchsetzen, wenn es vor Ort akzeptiert wird. An dieser Hürde sind bereits die Pläne für die CO2-Verpressung in Schleswig-Holstein gescheitert, erklärt Smid.

Tricksen und Täuschen für ein riskantes Projekt

Vattenfall treibt die CO2-Verpressung voran und wird dabei von Lobbyverbänden wie dem IZ-Klima (Informationszentrum klimafreundliches Kohlekraftwerk e. V.) sowie einzelnen Behörden und Ministerien unterstützt. So hat sich der Brandenburger Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Die Linke) die Position Vattenfalls zu Eigen gemacht. Für den Konzern geht es darum, Subventionen in Millionenhöhe zu erhalten und Umweltauflagen zu umgehen. Zudem will er sich um die Verantwortung drücken: Nach Schließung ist das Endlager noch mindestens 10.000 Jahre lang ein Risiko. Vattenfall will aber nur 30 Jahre lang für mögliche Folgeschäden durch Lecks in den CO2-Speichern haften.

Vattenfall täuscht die Bevölkerung vor Ort, spielt Risiken herunter und verbreitet Falschinformationen. Der Konzern will die Verpressung durchsetzen, um weiter an Braunkohle zu verdienen, sagt Smid.

Zudem taucht im Gesetzesentwurf nicht der Begriff Ablagerung auf, sondern CO2-Speicherung. Das strenge Abfallrecht umgeht Vattenfall damit geschickt. Stattdessen greift das weniger strenge Bergrecht, dass für die Ausbeutung von Rohstoffen gilt. Smid: Durch all diese Manipulationen würden die möglichen CO2-Endlager zu geologischen Zeitbomben.

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