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PT Megakarya Jaya Raya (PT MJR) Oil Palm Concession in Papua
© Ulet Ifansasti / Greenpeace

Klima und Arten brauchen ein EU-Gesetz für weltweiten Waldschutz

Ein starkes EU-Gesetz für weltweiten Waldschutz ist dringend nötig, um gegen die Wald- und Naturzerstörung sowie die Verletzung von Menschenrechten anzukämpfen.

Ein starkes EU-Gesetz für weltweiten Waldschutz ist dringend nötig, um gegen die Wald- und Naturzerstörung sowie die Verletzung von Menschenrechten anzukämpfen.

Für Produkte auf dem EU-Markt werden im Rekordtempo Wälder weltweit vernichtet. Als Teil des #Together4Forests Bündnis hat Greenpeace im Februar 2022 mit einer europaweiten Aktion darauf aufmerksam gemacht, dass alle zwei Sekunden eine Waldfläche so groß wie ein Fußballfeld verschwindet. Die Klima- und Artenkrise hat sich auch dadurch in den vergangenen Jahren deutlich zugespitzt. Fast 90 Prozent der abgeholzten Flächen werden anschließend für die Landwirtschaft oder die Gewinnung von Bodenschätzen genutzt. Die Produktion von Palmöl, Kakao, Fleisch, Holz, Kautschuk oder Soja ist häufig mit der Zerstörung von Wäldern und anderen natürlichen Ökosystemen verbunden. 

EU-Bürger:innen wiederum konsumieren Produkte mit diesen Inhaltsstoffen und Firmen innerhalb der EU verarbeiten sie weiter. Einem WWF-Report zufolge ist die EU nach China der weltweit größte Importeur von Produkten, die mit Regenwaldzerstörung in Verbindung stehen. 2017 war die EU so für 16% der Regenwaldabholzung verantwortlich

Die Waldvernichtung beschleunigt nicht nur die Klimakrise, sondern nimmt auch vielen Tierarten ihren Lebensraum und führt zu einem starken Verlust der Artenvielfalt. Zudem ist sie oft mit Menschenrechtsverletzungen gegenüber der lokalen oder indigenen Bevölkerung verbunden. Es braucht daher verbindliche, gesetzliche Richtlinien, die sicherstellen, dass zumindest die Produkte, die auf den EU-Binnenmarkt gelangen, nicht mit Naturvernichtung und Menschenrechtsverletzungen in Verbindung stehen.

Dies soll in Zukunft das EU-Gesetz für weltweiten Waldschutz regeln, das bereits die ersten Schritte der Gesetzgebung durchlaufen hat:

 

Die Schritte in Richtung eines Gesetzes für weltweiten Waldschutz

Deforestation Rate Action at EU Council HQ in Brussels

Greenpeace-Aktivist:innen setzten sich im März 2022 am Hauptsitz des EU-Rates in Brüssel für mehr Waldschutz ein.

November 2021

Die EU-Kommission veröffentlicht ihren Vorschlag zum EU-Gesetz für weltweiten Waldschutz im November 2021. Dieser Entwurf enthält gravierende Lücken: Zwar werden Rindfleisch, Leder, Kakao, Kaffee, Soja, Palmöl und Holz berücksichtigt, andere Produkte wie Kautschuk, Schweine- und Hühnerfleisch sowie Mais bleiben aber außen vor. Zudem findet der Schutz anderer natürlicher Ökosysteme wie Savannen und Feuchtgebiete keine Beachtung. Der Finanzsektor bleibt ebenfalls unberücksichtigt, obwohl Banken hohe Summen in Firmen investieren, die von Naturzerstörung profitieren bzw. diese vorantreiben. 

Zudem bedarf es einer präzisen Definitionen von “Entwaldung”. Die EU-Kommission definiert dies lediglich als “Umwandlung von Wald in landwirtschaftliche Nutzflächen". Es sollte jedoch jeder Verlust von Naturwald als Entwaldung bezeichnet werden (z.B. Umwandlung in eine Baumplantage durch die Forstwirtschaft). 

Nach dem Aufschlag der EU-Kommission beraten in den folgenden Monaten nun das EU-Parlament und Vertreter:innen der  EU-Mitgliedsstaaten über den Text des Gesetzesentwurfs.

März 2022

Während die Umweltminister:innen der EU am 17. März über das Gesetz beraten, machen sechs Kletter:innen von Greenpeace sie darauf aufmerksam, dass die Uhr für die Wälder dramatisch tickt. Am EU-Ratsgebäude installieren sie einen Live-Ticker der weltweiten Waldzerstörung: Während des dreistündigen Meetings wurden etwa 3.300 Hektar Wald vernichtet – eine Fläche so groß wie Brüssel. Die Aktiven fordern die Umweltminister:innen auf, sich für ein starkes Gesetz ohne Schlupflöcher einzusetzen und nicht vor den Lobbyinteressen der Industrie einzuknicken. Erst kurz zuvor hatte Greenpeace Großbritannien aufgedeckt, wie große Agrarkonzerne und Sojahändler:innen wie Cargill und Bunge das Gesetz abschwächen wollen.

April 2022

Im April blockieren Greenpeace-Aktivist:innen aus ganz Europa einen riesigen Soja-Frachter im Hafen von Amsterdam. Gemeinsam mit Indigenen aus Brasilien fordern sie ein starkes EU-Gesetz ohne Schlupflöcher, das Produkte aus Naturzerstörung auf dem EU-Markt verbietet. 

Juni 2022 

Die EU-Umweltminister:innen schwächen den Text des Gesetzentwurfs dramatisch, unter anderem die Definitionen für Abholzung und Waldschädigung. Dies würde bedeuten, dass weiterhin viele Produkte auf den EU-Markt kommen könnten, die mit Waldzerstörung in Verbindung stehen. Auch Wälder innerhalb der EU blieben nach dem Vorschlag der Umweltminister:innen fast komplett unberücksichtigt.

Juli 2022

Die unermüdlichen Appelle an die Politik tragen nun doch Früchte: Der Umweltausschuss des EU-Parlaments nimmt im Juli Änderungsanträge an und fügt die Produkte Kautschuk, Mais, Hühner- und Schweinefleisch zum Gesetz hinzu. Diese hatten bisher im Entwurf gefehlt. Auch gibt es Verbesserungen hinsichtlich der Definitionen für Abholzung und Waldschädigung. Leider gibt es trotzdem weiterhin Lücken, beispielsweise bei den vom Gesetz erfassten Ökosystemen: Die artenreiche Cerrado-Savanne oder das Pantanal-Feuchtgebiet in Brasilien würden nach dem Entwurfstext immer noch nicht vollständig geschützt.

“Jetzt gilt es, bis zur Abstimmung durch das Plenum des EU-Parlaments im September mit unseren Forderungen noch lauter zu werden, um diese Lücken zu schließen und der Zerstörung ein Ende zu setzen!” so Gesche Jürgens, Waldkampaignerin bei Greenpeace.

September 2022

Große Freude und Erleichterung: Das EU-Parlament stimmt in seiner Plenarsitzung am 13.9. für einen sehr guten Gesetzestext, der viele bestehende Lücken schließt.

 

Welche Produkte stammen häufig aus Waldzerstörung?

 

Leider tragen EU-Bürger:innen – meist unbewusst – durch ihren Konsum zur Waldvernichtung bei. Doch welche Produkte stehen besonders häufig im Zusammenhang mit Naturzerstörung?

Palmöl

Palmöl ist das meistverwendete Pflanzenöl weltweit. Sein Anbau ist in großen Teilen für die Abholzung in Indonesien, Malaysia und zunehmend weiteren tropischen Regionen verantwortlich. Selbst in geschützten Waldgebieten kommt es zu illegalem  Anbau von Ölpalmen-Plantagen. Sogar zertifiziertes Palmöl kann aus Regenwaldzerstörung stammen.

Kautschuk

Auch die Kautschuk-Industrie ist ein Antreiber für die Waldvernichtung. In Europa wird der größte Teil für die Reifenherstellung verwendet, daher dürfte besonders die Autoindustrie daran interessiert sein, Kautschuk aus dem Gesetz auszuschließen.

Kakao

Neben Palmöl und Kautschuk trägt auch der Anbau von Kakao zur Rodung des Regenwaldes bei. Vor allem in Westafrika läuft die Waldzerstörung auf Rekordniveau – Konzerne schrecken auch hier vor illegalem Anbau in geschützten Wäldern oder Nationalparks nicht zurück. Bei Kakao ist zusätzlich die Verletzung von Menschenrechten und Kinderarbeit häufig ein großes Problem.

Soja und Rinder

Es ist gut dokumentiert, dass der Sojaanbau (genutzt vor allem als Tierfutter) mit Zerstörung von Regenwäldern einhergeht und somit Tieren ihren Lebensraum nimmt und die Rechte Indigener verletzt. Dies betrifft auch andere natürlichen Ökosystemen wie den Savannenwäldern im brasilianischen Cerrado. Vor allem Fleisch- und Lederkonsum befeuert die Vernichtung der Regenwälder im Amazonasbecken.

 

Young Chimpanzee in Congo

Ein junger Schimpanse im Kongo. Schimpansen sind durch die Zerstörung ihres Lebensraums vom Aussterben bedroht.

Petition

https://act.greenpeace.de/waelder-weltweit

Waldzerstörung stoppen!

Überall auf der Welt werden Wälder zerstört und damit der Lebensraum von Menschen und Tieren. Zum Schutz des Klimas und der Artenvielfalt müssen wir diese Zerstörung stoppen. Fordern Sie die Bundesregierung auf, sich für ein Ende der Waldzerstörung stark zu machen!

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Der Amazonas aus der Luftperspektive

Der Amazonas-Regenwald ist der größte Regenwald der Erde und ist mit seiner hohen Artenvielfalt besonders schützenswert.

Das unternimmt Greenpeace, um die Waldzerstörung weltweit zu stoppen

Greenpeace setzt sich seit Jahren für weltweiten Waldschutz ein und ist Teil der Bewegung #Together4Forests. Gemeinsam mit 160 NGOs und 1,2 Millionen Menschen fordert die Bewegung ein starkes EU-Gesetz für weltweiten Walschutz.

Unsere Community Plattform Greenwire informiert schon seit längerem in der Waldgruppe über die Entwicklung dieses EU-Gesetzes und integriert Engagierte in Form von Mitmachaktionen und Informationen darüber wie Waldzerstörung weltweit gestoppt und Artenvielfalt geschützt werden kann. 

Jetzt aktiv werden für mehr Waldschutz

Screenshot der Internetseite mit Mitmach-Angeboten zum Waldschutz

Waldzerstörung stoppen, Arten schützen!

Sie möchten Wälder vor Zerstörung schützen? Auf Greenwire finden Sie ein breites Angebot: Online-Mitmachaktionen, Berichte zu internationalen Greenpeace-Aktionen und Tipps für Waldschutz im Alltag.

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