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Kriegsfolgen für Afghanistans Umwelt

Einer Studie des UNEP (UN Environment Programme) zufolge haben 20 Jahre Krieg der Umwelt Afghanistans so schweren Schaden zugefügt, dass die Wiederherstellung gefährdet ist. Das UNEP-Team, das mit der afghanischen Übergangsregierung zusammenarbeitete, fand eine zerstörte Infrastruktur vor, eingeschränkte Landwirtschaft und eine Stadtbevölkerung, der es am Allernotwendigsten fehlt.

20 afghanische und ausländische Wissenschaftler haben 38 Stellen in vier Städten und 35 ländliche Gegenden besucht. Sie fanden, dass in drei Provinzen des Landes mehr als die Hälfte der Wälder zerstört ist. In den Städten ist die Wasserversorgung so beeinträchtigt, dass weniger als 12 Prozent der Menschen Zugang zu sauberem Wasser haben. Eine geregelte Müllbeseitigung gibt es kaum noch. Ölraffinerien und Fabriken stellen ein ernstes Gesundheits- und Umweltrisiko dar. Kinder arbeiten zwölf Stunden am Tag ohne Schutzvorkehrungen mit Chemikalien und übernachten dann noch neben den Maschinen.

Dürrejahre haben das Desaster noch verschlimmert: Gesunkene Wasserpegel, ausgetrocknete Feuchtgebiete, ausgelaugte Böden und dezimierte Wildbestände sind die Folge. Die Bevölkerung hat so innerhalb einer Generation die Basis ihres Lebensunterhalts verloren: Wasser zur Bewässerung der Felder, Bäume als Quelle von Obst und Brennmaterial. In abgelegenen Gebieten werden wegen der schlechten Versorgungslage wieder mehr Tiere gejagt, die ohnehin vom Aussterben bedroht sind - Schneeleoparden, Wölfe, Braunbären.

Im vergangenen Jahr sind zwei Millionen Flüchtlinge nach Afghanistan zurückgekehrt, für 2003 werden noch einmal 1,5 Millionen Rückkehrer erwartet. Das ausgeblutete Land wird die Menschen kaum versorgen können. Klaus Töpfer, Direktor der UNEP, nannte die Restaurierung der Umwelt darum eine der wichtigsten Aufgaben beim Wiederaufbau des Landes.

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