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Als gentechnikfrei deklarierter Gen-Reis in EU verteilt

Am Donnerstagmittag hat die Europäische Kommission auf ihrer täglichen Pressekonferenz enthüllt, dass schon wieder illegaler Gen-Reis in der EU verteilt worden ist. Die niederländischen Behörden hatten erst in einer zweiten Testreihe eine gentechnische Verunreinigung mit LL601-Reis entdeckt und die EU-Kommission informiert. Zuvor war die Lieferung im Hafen von Rotterdam noch als unbelastet eingestuft worden.

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Bekannt ist, dass der Reis nach Belgien und in die Niederlande ausgeliefert wurde. Neben diesen beiden Ländern wurden Frankreich, Belgien, Großbritannien und Deutschland aufgefordert, den genauen Verbleib des illegalen Gen-Reises aufzuklären. Greenpeace fordert von der Europäischen Kommission die EU-Mitgliedsländer aufzurufen, alle Importe von Langkornreis aus den USA zu verbieten.

Den USA-Behörden sollte die EU-Kommission mitteilen, dass so lange keine Reislieferungen in die EU mehr möglich seien, bis man in den USA ein verlässliches Test- und Deklarationsverfahren eingerichtet habe. In Europa steht die Verlässlichkeit des gesamten Systems für Lebensmittelsicherheit auf dem Spiel. Die Lebensmittelsicher muss vor einer möglichen Kontaminationsstrategie der Gentechnik-Industrie geschützt werden.

Falls die US-Behörden nicht sicherstellen können, dass Reislieferungen frei von illegalem Gen-Reis sind, sollten sie selbst den Export unterbinden. Damit schützen sie nur ihre eigene Glaubwürdigkeit. Auch die EU hatte während der BSE-Krise Exporte von britischem Rindfleisch gestoppt. So sollte sich eine verlässliche Behörde verhalten.

Bei dem illegalen Gen-Reis, der die Lieferung verunreinigt hat und der seit Wochen im Zentrum eines Gen-Reis-Skandals steht, handelt es sich um Reis vom Typ LL601 von Bayer CropScience. Obwohl der Versuchsanbau dieses Gen-Reises schon 2001 gestoppt worden war, scheint es zu einer fast flächendeckenden Verunreinigung gekommen zu sein. Wie das geschehen konnte, ist bislang völlig unklar.

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