Weltwirtschaftsforum Davos: Greenpeace fordert Milliardärssteuer
Petition für Milliardärssteuer unterzeichnen- Ein Artikel von Eva Schaper
- mitwirkende Expert:innen Dr. Mauricio Vargas
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Beim Weltwirtschaftsforum in Davos treffen sich die reichsten und mächtigsten Menschen der Welt. Anreise: oft im Privatjet. Greenpeace fordert eine Milliardärssteuer zur Finanzierung von Klimaschutz und weniger Privatflüge.
Während die ganze Welt gerade über den anreisenden US-Präsidenten Donald Trump und seine Grönland-Pläne redet, geht es beim Weltwirtschaftsforum in Davos eigentlich um Weltwirtschaft und Klimaschutz. Jedes Jahr im Januar treffen sich die Superreichen in dem Schweizer Bergort, um über Geld, Wirtschaft und die globale Zukunft zu sprechen. Anreise oft mit dem klimaschädlichsten Verkehrsmittel der Welt: dem Privatjet. Die reichsten 1 Prozent der Welt kommen hier zusammen. Sie sind für mehr Emissionen als 66 Prozent der gesamten Weltbevölkerung verantwortlich. 2025 waren Greenpeace-Aktivist:innen wiederholt mit friedlichem Protest in Davos, um den Regierungen eine dringende Botschaft zu übermitteln: Die Superreichen müssen fair besteuert werden, um eine grüne und gerechte Zukunft zu finanzieren. 2026 mag die Präsenz von Greenpeace-Aktivist:innen vor Ort geringer sein, die Forderungen aber sind die gleichen.
Eine neue Studie "Davos in the Sky" zeigt im Januar 2026: Die rücksichtslose Art des Reisens von Superreichen muss eingedämmt werden. Auch im vergangenen Jahr reisten wieder mehr Teilnehmende des Weltwirtschaftsforums (WWF) mit dem Privatjet an, belegt die Auswertung von Flugdaten durch die Berliner Denkfabrik T3 im Auftrag von Greenpeace. Während die Zahl der Teilnehmenden weitgehend gleich blieb, stieg die Zahl der zusätzlichen Privatflüge an den Flughäfen um Davos in der Woche des Treffens 2025 auf 709 - zehn Prozent mehr als im Jahr 2024 (628). Damit kam im vergangenen Jahr im Schnitt ein Privatjetflug auf vier Teilnehmende.
Privatjets verursachen pro Passagier etwa zehnmal so viel Treibhausgase wie ein Linienflug und etwa 50-mal so viel wie eine Zugfahrt. Etwa 70 Prozent aller Flüge ließen sich innerhalb von einem Tag auch mit dem Zug absolvieren, zeigt eine Auswertung durch Greenpeace.
“Das Weltwirtschaftsforum will Antworten auf globale Probleme finden, aber die Reichen und Mächtigen befeuern mit ihren Luxusemissionen die Klimakrise und damit die größte Bedrohung unserer Zukunft. Wir können uns Privatflüge nicht mehr leisten - sie gehören verboten.”
Superreiche heizen mit teils exzessiven Lebensstilen, klimaschädlichen Unternehmensinvestitionen und destruktiver politischer Einflussnahme die Klimakrise massiv an. 2025 gehörte zu den drei heißesten jemals gemessenen Jahren. Waldbrände, Starkregen, extreme Hitze und Trockenheit häufen sich auch in Europa.
Dabei mangelt es nicht an den finanziellen Mitteln zur Bewältigung der Klimakrise. Das Steuerkonzept einer Milliardärssteuer mit grüner Lenkungswirkung von Greenpeace zeigt, dass allein in Deutschland durch die Einführung einer Milliardärssteuer bis Ende 2030 bis zu 200 Milliarden Euro für dringend benötigte Klimaschutzmaßnahmen eingenommen und starke Anreize für grüne Investitionen gesetzt werden könnten.
Auch weltweit wird die Kritik am ungerechten Steuersystem, das Kapital- und Vermögenserträge im Verhältnis zu Arbeitseinkommen stark bevorzugt, und der massiven politischen Einflussnahme von Superreichen immer lauter. Erst kürzlich haben sich die G20-Staaten für eine stärkere Besteuerung extrem hoher Vermögen ausgesprochen, selbst die SPD wirbt nun dafür. Es ist an der Zeit, die Superreichen nicht nur zu gemütlichen Kamingesprächen in Davos, sondern endlich verursachergerecht zur Kasse zu bitten. Die Bundesregierung muss vorangehen und die Milliardärssteuer zur Finanzierung von Klimaschutz zügig einführen.
Warum eine Milliardässteuer?
Die Superreichen und die Klimakrise
Superreiche tragen mit ihren hohen Emissionen die Hauptverantwortung für die Klimakrise. Ihr extremer Konsum sowie ihre klimaschädlichen Investitionen und Unternehmensbeteiligungen befeuern die Erderhitzung massiv und bedrohen die Lebensgrundlagen von Milliarden.
Laut Oxfam verursacht das reichste Prozent der Weltbevölkerung so viel Treibhausgase wie zwei Drittel der Weltbevölkerung – also rund fünf Milliarden Menschen – zusammengenommen.
Besonders drastisch zeigen sich die hohen Emissionen bei Milliardär:innen. Eine Analyse von zwanzig weltweit bekannten Milliardär:innen zeigt, dass sie durch ihren Lebensstil durchschnittlich jeweils mehr als 8.000 Tonnen Treibhausgasemissionen pro Jahr verursachen – maßgeblich durch Superyachten, Luxuskarossen und Privatjets. Ein durchschnittlicher Deutscher müsste mehr als 800 Jahre leben, um so viel CO2 auszustoßen wie ein:e Milliardär:in in einem Jahr.
Noch viel drastischer ins Gewicht fallen ihre klimaschädlichen Investitionen. Eine Oxfam-Analyse zeigt, dass allein fünfzehn deutsche Milliardär:innen durch ihre Unternehmensbeteiligungen für jährlich 33 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente verantwortlich sind. Mit einem PKW müsste man im Schnitt sieben Millionen Mal um die Erde fahren, um so viel CO2 auszustoßen.