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Photovoltaikanlage auf dem Kanzleramtdach, April 2004
Paul Langrock / Zenit / Greenpeace

Die Kraft der Sonne nutzen

Sonnenenergie ist der Hit unter den Erneuerbaren, da sie quasi ohne zusätzlichen Flächenverbrauch etwa auf Dächern installiert werden können. Neben Wind ist Sonne die wichtigste erneuerbare Energie.

Sonne ist Kraft pur – ihre Energie zu nutzen, war daher von Anfang an einer der Grundpfeiler für die Umstellung auf klimafreundliche Erneuerbare Energie. Das Potential dieser Energieform ist gewaltig – Dächer und Hausfassaden, ja sogar Balkongeländer können in kleine Energielieferanten verwandelt werden. Der Preis der Anlagen sinkt ständig (während knappe fossile Ressourcen immer teurer werden) und der Zubau steigt stetig. Doch damit Deutschland vor 2040 klimaneutral wird, muss noch viel mehr Solarenergie zugebaut werden.

Sonne zu Wärme, Sonne zu Strom

Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Typen von Solaranlagen, die die Kraft der Sonne in nutzbare Energie umwandeln: In sogenannten Solarthermieanlagen wird Wasser mit Hilfe der Sonne erhitzt. Das kann dann in Haushalten zum Duschen oder Heizen verwendet werden. Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) hingegen wandeln Sonnenlicht in Strom um. 

Zwar fallen bei der Energiegewinnung von Solaranlagen keinerlei Treibhausgase an. Doch müssen auch sie gebaut und nachher entsorgt werden, was Ressourcen und Energie kostet. Doch der Aufwand rechnet sich für das Klima allemal. Selbst wenn man den gesamten Lebenszyklus der Anlagen mit einpreist, erzeugt  eine Kilowattstunde PV-Strom 50 Gramm Kohlendioxid, eine Kilowattstunde Braunkohle-Strom hingegen mit 1.075 Gramm Kohlenstoffdioxid 20 mal mehr. 

Eine Kilowattstunde Solarthermie erzeugt so rechnerisch 14 Gramm Kohlendioxid, fossiles Erdgas aber mehr als 220 Gramm. Auch hier erspart die Sonnenenergie der Umwelt 15mal weniger Treibhausgase.

Photovoltaik in jeder Größe

PV-Anlagen sind unglaublich vielseitig. Die Einsatzmöglichkeiten von “Sonne zu Strom” reichen von kleinen Balkonmodulen, kaum zwei Quadratmeter groß, bis zu großen PV-Anlagen in der Landschaft, unter denen Schafe grasen können oder Gemüse angebaut wird. 

Auch ihr Formenreichtum ist gewaltig: Sie kann in Gebäudefassaden integriert sein, auf einem See schwimmen, neben der Autobahn stehen oder einen Gemüseacker beziehungsweise einen Fahrradparkplatz beschatten. Direkte Sonneneinstrahlung ist nicht unbedingt notwendig, eine PV-Anlage funktioniert auch an bewölkten Tagen. Manchmal sogar besser als an sehr warmen Sonnentagen, weil sie dann nicht “heiß läuft”. 

2020 erzeugten PV-Anlagen über neun Prozent des Stroms in Deutschland. Der Zubau ist stetig und die Kosten sinken gewaltig. Trotzdem muss der Ausbau massiv beschleunigt werden, damit bis 2035 unser Strom aus 100 Prozent Erneuerbaren Energien (hauptsächlich Windenergie- und PV-Anlagen) erzeugt werden kann. 

Dafür brauchen wir einen jährlichen Zubau von deutlich mehr als zehn Gigawatt. Im Durchschnitt wurden in den Jahren 2013 bis 2018 allerdings nur knapp zwei Gigawatt jährlich installiert, 2020 waren es rund fünf Gigawatt. 

Vom PV-Anlagenausbau profitiert nicht nur das Klima, sondern auch der Industriestandort Deutschland. Denn die PV-Branche schafft Arbeitsplätze: 2018 beschäftigte sie rund 24.000 Menschen. Bevor die Industrie nach China abwanderte, fanden sogar knapp 80.000 Menschen in der Branche einen Job. Zum Vergleich: Im Braunkohlebergbau und -kraftwerken arbeiteten 2018 nur noch knapp 21.000 Menschen.

Die Sonne nutzen mit Solarthermie

Bei der Solarthermie wird kein Strom erzeugt, die Kraft der Sonne wird hier genutzt, um Wasser zu erwärmen. Kleinere Anlagen versorgen das jeweilige Haus mit warmem Wasser zum Duschen oder Heizen. Aber es gibt auch größere Freiflächenanlagen, die ihre Energie ins Fernwärmenetz einspeisen und so zur Dekarbonisierung der Wärmenetze beitragen. Auch zur Kühlung können Solarthermieanlagen eingesetzt werden. 

Obwohl auch diese Anlagen seit Jahren kontinuierlich zugebaut werden, deckten sie 2020 nicht mehr als fünf Prozent der gesamten Erneuerbaren Wärme in Deutschland. Das kann und muss schnell mehr werden! 

Wichtig wäre, für den Wärmesektor vergleichbare Bedingungen zu schaffen, wie es sie mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz für den Stromsektor gibt. Sprich, dass es klare Ziele für den Ausbau der Solarthermie gibt und die Einspeisung in Wärmenetze gegenüber fossilen Quellen Vorrang hat. Das müsste in einem neuen Erneuerbaren Wärmenetzgesetz (EWG) geregelt werden. Aber auch das Gebäude-Energie-Gesetz (GEG) und die Bundesförderung für Effiziente Gebäude (BEG) müssten ambitionierter ausgestaltet werden.

Eigentlich sollte in Zukunft jede Kommune Flächen für Solaranlagen zur Verfügung stellen, egal ob für Solarthermie oder PV, ob auf dem Dach oder in der freien Fläche. Und das nicht nur, damit ihre Energie klimafreundlicher erzeugt wird. Durch kommunale Anlagen bleibt auch die Wertschöpfung in der Region. So profitieren auch die Bürger:innen von der Kraft der Sonne.

 

Kurzstudie: Solaroffensive für Deutschland

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Studie: Sauberer Strom aus den Wüsten - Globaler Ausblick auf die Entwicklung

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