Krieg bedroht Ökosystem im Persischen Golf
- mitwirkende Expert:innen Nina Noelle
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- Greenpeace als bevorzugte Quelle bei Google: So geht's!
Die wiederkehrenden Angriffe auf Containerschiffe und Öltanker im Persischen Golf zeigen, wie schnell der Krieg in der Region auch in eine ökologische Katastrophe führen kann. Greenpeace-Datenexpert:innen zählen bis dato rund 50 angegriffene Öltanker und identifizierten Dutzende Ölteppiche auf Satellitenbildern. Unsere interaktive Karte beleuchtet die bisherigen Schäden und fortlaufenden Risiken für die sensiblen Ökosysteme und die Trinkwasserversorgung in der Region.
Allein im September kam es zu mindestens 14 Angriffen auf Öltanker. Nach den Angriffen auf die Kylo (5. September 2026) und Riesco (8. September 2026) waren auf Satellitenbildern große Ölteppiche zu sehen, die sich quadratkilometerweit im Golf von Oman ausbreiteten. Das Öl erreichte auch den Musandam-Nationalpark. Durch einen Angriff auf den Tanker El Gaia (14. September) kam es kürzlich zu weiteren Ölverschmutzungen in dem Meeres- und Küstenschutzgebiet. Hier kam es schon im August zu großen Ölhavarien.
Greenpeace wertet laufend Satellitenbilder und andere verfügbare Daten zur aktuellen Situation aus. Das gesamte Ausmaß der kriegsbedingten Verschmutzungen lässt sich jedoch erst nach Vorortuntersuchungen feststellen.
„Im Falle einer Havarie zahlen die Menschen vor Ort den Preis für völkerrechtswidrige Aggression und fossile Interessen. Ölunfälle können die einzigartigen Ökosysteme und ihre Lebensgrundlage für Jahrzehnte zerstören“, warnt Nina Noelle, Greenpeace-Sprecherin. „Wir beobachten ein ökologisches Pulverfass: die zahlreichen Ölteppiche stellen ein enormes Risiko dar, das die Unsicherheit in der Region verschärft. Greenpeace fordert ein sofortiges Ende der militärischen Gewalt, die Rückkehr zum Völkerrecht und diplomatische Lösungen.“
Empfindliche Ökosysteme in Gefahr
Das Ökosystem des Persischen Golfs ist einzigartig. Die Straße von Hormus und die angrenzenden Gewässer des Persischen Golfs und des Golfs von Oman beherbergen empfindliche Ökosysteme wie Korallenriffe, Mangrovenwälder und Seegraswiesen, die zahlreichen Arten als Lebensgrundlage dienen. Die Straße von Hormus ist die einzige Seeverbindung vom Persischen Golf zum Arabischen Meer und spielt eine entscheidende Rolle für den Austausch von Wasser und Nährstoffen sowie als Wanderroute für Meeressäugetiere. Selbst in Friedenszeiten sind diese Ökosysteme extremen natürlichen Bedingungen und menschlichem Druck durch Schifffahrt, Ölförderung und Küstenbebauung ausgesetzt.
Im Persischen Golf befinden sich zudem zahlreiche Meerwasser-Entsalzungsanlagen, die Millionen von Menschen in der Region mit Trinkwasser versorgen. Unsere Karte zeigt: Käme es zu einer Ölhavarie, könnte dies die Wasserversorgung gefährden. Denn viele Länder in der trockenen Region sind auf das Wasser aus dem Meer angewiesen. Laut einer Studie des französischen Forschungsinstituts Ifri bezieht Saudi-Arabien rund 70 Prozent seines Trinkwassers aus der Entsalzung. In Kuwait sind es sogar 90 Prozent.
Ölteppich der „Shahid Bagheri“
Bereits zu Beginn des Angriffs auf den Iran kam es zu einem Ölteppich, der sich von einem Wrack der iranischen Marine ausbreitete. Das zum Kriegsschiff umgebaute Containerschiff „Shahid Bagheri“ wurde von US-Streitkräften bombardiert und liegt seitdem im flachen Wasser auf Grund. Satellitenbilder zeigen, dass sich der Ölteppich langsam vom Wrack entfernte und in Richtung Westen trieb.
In den umliegenden Dörfern leben laut Spiegel schätzungsweise 50.000 Menschen, die wirtschaftlich vom Fischfang abhängig sind. Der Ölteppich bedrohte zudem ein nahegelegenes Unesco-Naturschutzgebiet mit Mangrovenwäldern und vielen Tierarten wie Flamingos und Pelikanen.