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Ausschnitt aus der interaktiven Karte der Straße von Hormus mit beladenen Öltankern

Rund 14 Millionen Tonnen Rohöl bedrohen Ökosystem im Persischen Golf

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Eine alarmierende Untersuchung von Greenpeace-Datenexpert:innen hat die unpassierbare Straße von Hormus anhand von Schiffsbewegungsdaten und Satellitenaufnahmen analysiert und die potenziellen Folgen einer verheerenden Ölpest im Persischen Golf simuliert. 

Über 68 beladene Öltanker sitzen derzeit dort fest. Der Grund: Nach einem Angriff Israels und der USA auf den Iran blockiert das Land die strategisch wichtige Meerenge. Die Kriegshandlungen und gestörte Positionssignale erhöhen das Risiko von Havarien dramatisch. Seit Beginn der Feindseligkeiten wurden bereits mehrere Schiffe angegriffen, darunter ein Rohöltanker vor der Küste Kuwaits. Insgesamt sind die im Persischen Golf blockierten Tanker mit rund 14 Millionen Tonnen Öl beladen – eine Menge, die dem jährlichen Rohölverbrauch von Griechenland entspricht.

„Im Falle einer Havarie zahlen die Menschen vor Ort den Preis für völkerrechtswidrige Aggression und fossile Interessen. Ein Ölunfall würde die einzigartigen Ökosysteme und ihre Lebensgrundlage für Jahrzehnte zerstören“, warnt Nina Noelle, Greenpeace-Sprecherin. „Unsere Simulationen zeigen ein ökologisches Pulverfass: Über 68 blockierte Tanker in der Straße von Hormus stellen ein enormes Risiko dar, das die Unsicherheit in der Region verschärft. Greenpeace fordert ein sofortiges Ende der militärischen Gewalt, die Rückkehr zum Völkerrecht und diplomatische Lösungen.“

Interaktive Karte des Persischen Golfs

Das Ökosystem des Persischen Golfs ist einzigartig. Die Straße von Hormus und die angrenzenden Gewässer des Persischen Golfs und des Golfs von Oman beherbergen empfindliche Ökosysteme wie Korallenriffe, Mangrovenwälder und Seegraswiesen, die zahlreichen Arten als Lebensgrundlage dienen. Die Straße von Hormus ist die einzige Seeverbindung vom Persischen Golf zum Arabischen Meer und spielt eine entscheidende Rolle für den Austausch von Wasser und Nährstoffen sowie als Wanderroute für Meeressäugetiere. Selbst in Friedenszeiten sind diese Ökosysteme extremen natürlichen Bedingungen und menschlichem Druck durch Schifffahrt, Ölförderung, Meerwasserentsalzung und Küstenbebauung ausgesetzt.

Greenpeace-Datenexpert:innen haben mit einer Software des Norwegischen Meteorologischen Instituts berechnet, welche Regionen im Persischen Golf durch einen Ölunfall besonders bedroht wären. Die Modellrechnungen gingen von 50.000 Tonnen ausgelaufenem Öl aus, da bei einem Tankerunfall oft nur ein Teil der Ladung ins Wasser gelangt. Die Orte der simulierten Ölunfälle basierten auf den aktuellen Schiffspositionen von fünf Tankern sowie historischen Wetter- und Strömungsdaten.

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