Jetzt spenden
Panzer im Einsatz
picture alliance / dpa

Warum das NATO-5-Prozent-Ziel in die Sackgasse führt

Label
Einmalig
Label
Monatlich
Standardintervall
Monatlich
Position Spendenbar am unteren Rand
Aus

Milliarden für neue Großwaffensysteme und die Debatte um drastisch steigende Militärausgaben dominieren die aktuelle Sicherheitspolitik. Doch macht uns „viel hilft viel“ wirklich sicherer? Eine neue Greenpeace-Studie zeigt: Eine defensive Strategie im Baltikum wäre nicht nur effektiver und risikoärmer, sondern auch kostengünstiger. Das Geld könnte sinnvoller eingesetzt werden. Nicht zuletzt im Klimaschutz, der hilft, zukünftige Konflikte zu verringern.

Seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine steht die Landes- und Bündnisverteidigung wieder im Zentrum der deutschen Politik. Die Antwort der Bundesregierung folgte prompt: Ein 100-Milliarden-Sondervermögen und die Forderung nach einer dauerhaften Erhöhung des Wehretats auf bis zu fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Doch die neue Studie „Gut gerüstet?“ von Dr. Max Mutschler warnt vor einer gefährlichen Fehlentwicklung.

Die „Viel hilft viel“-Falle der Nato-Verteidigungsausgaben

Aktuell setzt die Bundeswehr vor allem auf teure Groß- und Prestigeprojekte wie das F-35-Kampfflugzeug oder schwere Kampfpanzer. Dieser Ansatz folgt der Logik der „Abschreckung durch Bestrafung“ (deterrence by punishment): Man droht dem Gegner mit massiven Gegenschlägen bis tief ins eigene Hinterland.

Die Analyse macht deutlich: Diese Strategie ist hochriskant. Sie befeuert eine unkontrollierte Rüstungsspirale und erhöht das Risiko einer nuklearen Eskalation, falls Russland konventionelle Erfolge der NATO mit taktischen Atomwaffen kontert. Zudem bindet sie enorme finanzielle Ressourcen, die bis 2029 auf über 150 Milliarden Euro jährlich ansteigen könnten – Geld, das für die Bekämpfung der Klimakrise und soziale Sicherheit fehlt.

Die Alternative: Effektive Abwehr im Baltikum

Die Studie plädiert stattdessen für einen Strategiewechsel hin zur „Abschreckung durch Verweigerung“ (deterrence by denial). Der Fokus sollte auf einer defensiven Positionsverteidigung im Baltikum liegen. Die Kernelemente dieser Strategie sind:

  • Befestigung statt Bewegung: Investitionen in die Baltic Defence Line und die Absicherung von Nachschubwegen sind militärisch wirksamer als die bloße Anschaffung von mehr Panzern.
  • Moderne Technologie: Der gezielte Einsatz von Drohnen und effektiven Abwehrsystemen macht es einem Angreifer nahezu unmöglich, das Schlachtfeld unbemerkt zu überqueren.
  • Risikominimierung: Eine rein defensive Aufstellung signalisiert Schutzbereitschaft, ohne Russland neue Vorwände für Präventivschläge zu liefern.
Mural Painting at the Ukraine Recovery Conference in London
© Angela Christofilou / Greenpeace

Für eine nachhaltige, freie Ukraine!

Überblick

Der Angriff Russlands auf die Ukraine hat die Welt verändert. Friedensdemos, Proteste gegen Öl aus Russland und Hilfe für einen grünen Aufbau: Greenpeace engagiert sich vielfältig für die Ukraine.

mehr erfahren über Für eine nachhaltige, freie Ukraine!
Andenken an Gefallene
© Matthew Rodier / Sipa / dpa / pa

Kräftevergleich Nato gegen Russland

Nachricht

Wer hat die Oberhand: die Nato oder Russland? Eine neue Greenpeace-Studie zeigt, dass die Nato in fast allen Dimensionen Russland überlegen ist - und trotzdem weiter aufrüsten will.

mehr erfahren über Kräftevergleich Nato gegen Russland
"Non-Violence Knotted Gun" Skulptur in New York,  die einen übergroßen Colt Python 357 Magnum-Revolver mit verknotetem Lauf und nach oben gerichteter Mündung darstellt.
© Tracie Williams / Greenpeace

Waffenexporte

Deutsche Waffen töten Menschen – an vielen Orten der Welt. Soll das verhindert werden, müssen Rüstungsexporte aufhören. Je konsequenter, desto besser.

mehr erfahren über Waffenexporte

Rüstungskontrolle als vergessene Säule

Ein zentrales Ergebnis der Studie ist, dass Abschreckung allein zu riskant bleibt. Der größte „blinde Fleck“ der aktuellen Politik sei das Fehlen von Rüstungskontrollinitiativen. Die Autoren fordern die Bundesregierung auf, die militärische Stärke durch Angebote zur Begrenzung von Waffensystemen zu ergänzen – insbesondere bei weitreichenden Distanzwaffen.

Echte Sicherheit im 21. Jahrhundert lässt sich nicht allein durch das Anhäufen von Rüstungsgütern erreichen. Ein Umsteuern hin zu einer defensiven, kostengünstigeren Strategie würde nicht nur das Eskalationsrisiko in Europa senken, sondern auch die Handlungsfähigkeit des Staates gegenüber der größten globalen Bedrohung erhalten: der Klimakrise.

Gut gerüstet?

Gut gerüstet?

Bedrohungsszenarien, militärische Fähigkeiten und Strategien gegenüber Russland.

Anzahl Seiten: 35

Dateigröße: 2.39 MB

Herunterladen
Von der Suche ausschließen
Aus

Mehr zum Thema

Peace Protest in Buechel

Ostermärsche: den Frieden in die eigenen Hände nehmen

Für den Frieden auf die Straße gehen, das machen Menschen seit über 60 Jahren. Nicht nur zu Kriegszeiten. Doch im Moment sind die Ostermärsche wichtiger denn je.

mehr erfahren über Ostermärsche: den Frieden in die eigenen Hände nehmen
Portrait of Martin Kaiser

Iran: Für Frieden und Freiheit - und Völkerrecht!

Bomben bringen weder Demokratie noch Frieden. Greenpeace-Geschäftsführer Martin Kaiser solidarisiert sich mit der Zivilbevölkerung im Iran und mahnt: Deutschland darf Rechtsbrüche nicht legitimieren.

mehr erfahren über Iran: Für Frieden und Freiheit - und Völkerrecht!
Afghanische Männer suchen nach Opfern, nachdem ein pakistanischer Luftangriff in der Nacht ein Wohngebiet getroffen hat.

Afghanistan-Pakistan-Konflikt: Verschärfung der Grenzstreitigkeiten

Die Spannungen zwischen Afghanistan und Pakistan haben sich in den vergangenen Tagen drastisch verschärft. Aus jahrelangen Grenzstreitigkeiten ist ein offener Krieg geworden.

mehr erfahren über Afghanistan-Pakistan-Konflikt: Verschärfung der Grenzstreitigkeiten
Mural Painting at the Ukraine Recovery Conference in London

Für eine nachhaltige, freie Ukraine!

Der Angriff Russlands auf die Ukraine hat die Welt verändert. Friedensdemos, Proteste gegen Öl aus Russland und Hilfe für einen grünen Aufbau: Greenpeace engagiert sich vielfältig für die Ukraine.

mehr erfahren über Für eine nachhaltige, freie Ukraine!
European Energy Independence Protest at Munich Security Conference

Münchner Sicherheitskonferenz: Klimaschutz fehlt

Die Münchner Sicherheitskonferenz hatte einen blinden Fleck: Klimaschutz. Der muss mit ins Zentrum der Debatte. Denn ohne Klimaschutz gibt es keine Sicherheit.

mehr erfahren über Münchner Sicherheitskonferenz: Klimaschutz fehlt
Projektion "Stoppt das Töten" auf die russische Botschaft in Berlin

Vier Jahre Krieg in der Ukraine

Mit dem russischen Angriff auf die Ukraine erlebte die Welt einen einschneidenden Umbruch. Nun jährt sich der Einmarsch zum vierten Mal. Aus der Ukraine berichtet unsere Kollegin Daryna Rogachuk.

mehr erfahren über Vier Jahre Krieg in der Ukraine