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Biene auf einer Honigwabe
Greenpeace / Pieter Boer

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Die bei Biene Maja und ihren Freunden beliebten Pollenklößchen sind eine bittere Kost: Mit dem Pollenstaub nehmen Bienen Insektizide zu sich, die ihre Orientierung beeinflussen – sie finden den Weg zu ihrem Volk nicht mehr. In Bienenstöcken hat sich zudem weltweit die aggressive Varroamilbe (Varroa destructor) eingenistet. Der Parasit beißt sich an der Biene fest und schwächt sie.

Das Fachjournal Science veröffentlicht heute die Ergebnisse von zwei Studien mit Bienen und Hummeln. Wissenschaftler aus Frankreich und Großbritannien entdeckten, dass sogenannte Neonicotinoide (wie Clothianidin, Thiametoxam Imidacloprid) Bienen verwirren und Hummeln dezimieren. Zudem bringen die Hummeln weniger Königinnen hervor. Deren Zahl beeinflusst die Zahl der neuen Nester.

Vernünftige Fruchtfolgen statt Chemiekeule

Das weltweit bestverkaufte Insektizid Imidacloprid stammt vom Chemiehersteller Bayer CropScience. Der jährliche Absatz in Deutschland liegt im Bereich von 25 - 100 Tonnen, über 1.000 Tonnen werden in etwa 120 Länder exportiert. Der Wirkstoff wird seit den 1990er-Jahren eingesetzt. Das als besonders gefährlicher Bienenkiller bekannte Insektizid Clothianidin hat das dritte Jahr in Folge eine Sonderzulassung für die Bekämpfung eines Mais-Schädlings vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

Als Konsequenz aus den Studien muss Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner die Sonderzulassung des Bienengiftes zurücknehmen, sagt Christiane Huxdorff, Landwirtschaftsexpertin von Greenpeace. Landwirte sollten gesetzlich verpflichtet werden, vernünftige Fruchtfolgen einzuhalten. Schädlinge auf dem Acker werden so nachhaltiger bekämpft als durch Chemiekeulen. In Frankreich, Italien und Norwegen ist Chlothianidin als Ursache des Massensterbens von Bienen längst erkannt und verboten.

Für eine ökologisch nachhaltige, landwirtschaftliche Produktion wirbt auch der am Montag veröffentlichte Greenpeace-Ratgeber Essen ohne Pestizide. Mit der richtigen Wahl im Supermarkt und auf dem Wochenmarkt können Verbraucher mithelfen, Umwelt, Tiere und die eigene Gesundheit vor gefährlichen Pestiziden zu schützen.

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