Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Riesige Waldflächen im Amazonas vernichtet

Die brasilianische Regierung hat neue Zahlen zur Abholzung im Amazonas veröffentlicht. Allein von August 2003 bis August 2004 wurden mehr als 26.000 Quadratkilometer vernichtet. Das entspricht einer Fläche größer als Wales. Anders ausgedrückt: In diesem Zeitraum verschwand jede Minute eine Fläche so groß wie sechs Fußballfelder.

Das ist das größte Ausmaß an Abholzung in den letzten zehn Jahren. Mehr als 70 Prozent der Fläche wurde zwischen Mai und Juli 2004 vernichtet, also nachdem Präsident Lulas Aktionsplan zur Eindämmung der Abholzung verabschiedet wurde.

"Die Agrarindustrie und illegaler Einschlag tragen die Hauptschuld an der Abholzung. Die Regierung von Präsident Lula hat es mit einem elementaren Widerspruch zu tun: Die Abholzung im Amazonas bekämpfen oder die Ausweitung der Agrarindustrie fördern, damit Brasilien seine Auslandsschulden begleichen kann. Um von Grund auf etwas zu verändern muss die Regierung die Anpflanzung von Soja auf bereits abgeholzte Gebiete beschränken, illegalen Einschlag bekämpfen und einen wirksamen Plan gegen Abholzung in Kraft setzen", sagte Paulo Adario von Greenpeace Amazonas.

"Lulas Regierung hat es eindeutig nicht geschafft, den Amazonas zu schützen. Obwohl es positive Maßnahmen seitens der Regierung gegeben hat, wie die Schaffung von Schutzgebieten und die Abgrenzung von Land der Ureinwohner, ist die Abholzung von über 23.000 Quadratkilometern pro Jahr in den letzten drei Jahren vollkommen inakzeptabel."

Holzprodukte aus illegalem Einschlag im Amazonas finden noch immer ihren Weg nach Europa. Die europäischen Staaten sollten da nicht länger mitspielen und den Import dieser Produkte verbieten.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Weltweite Waldbrände

Ob Norden oder Süden – auf der Welt lodern erneut großflächig Waldbrände, die nicht oder nicht ausreichend bekämpft werden. Zum Beispiel in Brasilien und Russland.

Gefahr für Mensch und Umwelt

Das geplante Handelsabkommen zwischen der EU und den vier südamerikanischen Mercosur-Staaten hat schädliche Folgen, wie eine Studie zeigt.

Hilfe im Anflug

„Eine Pandemie erfordert Solidarität und Mitgefühl. Wir sitzen alle im selben Boot, unser Hilfsprojekt ist ein Zeichen der Hoffnung." Carol Marçal von Greenpeace Brasilien.