Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Erfolg für indonesische Urwälder

Die Fenster der neuen Justizvollzugsanstalt (JVA) Rosdorf bei Göttingen werden nicht aus Tropenholz gebaut. Die Leiterin der Niedersächsischen Staatskanzlei, Dr. Gabriele Wurzel, teilte Greenpeace in einem Schreiben mit, dass die JVA-Fenster aus europäischer Lärche gefertigt werden. Entgegen einer eigenen Richtlinie wollte das Land Niedersachsen die 849 Fenster ursprünglich aus Meranti-Holz fertigen lassen, das nicht aus schonender nachhaltiger Forstwirtschaft stammt.

 

Wir begrüßen die Entscheidung der Staatskanzlei Niedersachsens, sagt Greenpeace Wald-Experte Oliver Salge. Nun geht es darum, das auch die europäische Lärche aus nachhaltiger, FSC-zertifizierter Waldwirtschft stammt und nicht aus Sibiriens letzten Urwäldern. Denn auch dort wächst die Lärche und wird nach Deutschland exportiert.

Rückblick: Am 13. Februar protestierten Greenpeace-Aktivisten vor der Staatskanzlei in Hannover gegen die geplante Verwendung des tropischen Urwaldholzes in Rosdorf. Die Aktion wurde von Handwerkern unterstützt, die zusammen mit Greenpeace vor der Staatskanzlei Fenster aus FSC-zertifiziertem Lärchenholz für die Landesregierung anfertigten.

Wir gehen davon aus, dass Niedersachsen die eigene Richtlinie zur Beschaffung von Holz aus tropischen Regionen jetzt wirklich ernst nimmt und zukünftig nur noch Holz aus nachhaltiger, ökologischer Waldbewirtschaftung nutzt. Als nächste Aufgabe der Landesregierung sehen wir, dafür zu sorgen, dass die eigene Richtlinie auch in jeder einzelnen Gemeinde umgesetzt wird.

Tags:

Weiterführende Publikationen zum Thema

Report: Eye On The Taiga

Wie die angeblich "nachhaltige Forstwirtschaft" der Industrie in Russland die großen Wälder des Nordens zerstört. (Englischsprachiger Report.)

Mehr zum Thema

Alle Maschinen auf Stopp

Seit Jahren kämpft Greenpeace für den Schutz des Bialowieza-Urwalds in Polen, nun der Erfolg: Der Europäische Gerichtshof entschied, dass die Abholzungen in dem Wald illegal waren.

Macht der Einbildung

Ein Greenpeace-Report aus Brasilien zeigt, wie fiktive Baumbestände, von der Industrie ausgedacht, illegalen Holzhandel verdecken. Ein Systemfehler, der das Amazonasgebiet bedroht.

Mit dem Leben bezahlt

Holz aus dem Amazonas ist begehrt – so sehr, dass Firmen dafür buchstäblich über Leichen gehen. Ein aktueller Greenpeace-Report zeigt: Das blutige Holz landet sogar in Deutschland.