Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

820 Kreuze für 820 Ermordete und akut Bedrohte

Greenpeacer und örtliche Gemeindemitglieder haben am Wochenende im brasilianischen Anapu 820 Friedhofskreuze errichtet: 772 weiße für die Landarbeiter, die in den letzten 33 Jahren im Bundesstaat Pará ermordet wurden, 48 rote für Gemeindevertreter, die derzeit akut bedroht werden. Anlass der Gedenkaktion war der Auftragsmord an der Nonne Schwester Dorothy Stang vor einem Jahr.

  • /

Die damals 74-jährige Schwester Dorothy stammte aus den USA, war aber seit langem brasilianische Staatsangehörige. Seit 37 Jahren lebte sie im Bundesstaat Pará, wo sie als Urwaldschützerin und Menschenrechtlerin verehrt und bewundert wurde. Stang kämpfte furchtlos gegen illegale Landenteignungen durch Großgrundbesitzer und Holzunternehmen. Schon seit Jahren stand sie auf einer Todesliste der Urwaldmafia.

In Brasilien sind zwischen 1985 und 2001 insgesamt 1.237 Menschen wegen der Gier nach Land ermordet worden, 40 Prozent von ihnen allein im Bundesstaat Pará. Die Mörder und ihre Auftraggeber bleiben in der Regel unbehelligt. Der Mord an der prominenten Nonne allerdings ließ sich nicht einfach ignorieren. Die beiden Killer wurden im Dezember 2005 zu 27 beziehungsweise 17 Jahren Haft verurteilt. Für März werden Verfahren gegen die zwei Auftraggeber und den mutmaßlichen Vermittler erwartet.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Report: Eye On The Taiga

Wie die angeblich "nachhaltige Forstwirtschaft" der Industrie in Russland die großen Wälder des Nordens zerstört. (Englischsprachiger Report.)

Mehr zum Thema

Der Weihnachtsmüffel

Oh Tannenbaum, wie stinken deine Blätter: Gewächse aus gängiger Massenbaumhaltung duften meist wenig weihnachtlich. Unsere Autorin lernte, wie Weihnachtszeit mit Tannenaroma geht.

Mit dem Leben bezahlt

Holz aus dem Amazonas ist begehrt – so sehr, dass Firmen dafür buchstäblich über Leichen gehen. Ein aktueller Greenpeace-Report zeigt: Das blutige Holz landet sogar in Deutschland.

Bodenschatz schützt Klima

Torfmoore speichern CO2 und schützen so das Klima. Eine Greenpeace-Expedition dokumentiert eines der weltweit größten dieser Moore im Kongobecken – und stellt Überraschendes fest.