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Das McPlanet Jugendforum

Am ersten Wochenende im Juni 2007 trafen sich rund 2.000 Menschen auf dem Kongress McPlanet.com in Berlin um unter dem Motto Klima der Gerechtigkeit um über Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels in der globalisierten Welt zu diskutieren - und natürlich darüber, wie man die schlimmsten Folgen des Klimawandels noch verhindern kann.

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Auch wir Greenpeace-Jugendlichen waren im Rahmen unserer Jugendkampagne 'SolarGeneration' bei diesem Kongress dabei. Gemeinsam mit der BUND Jugend haben wir die Kongressteilnehmer zu einem Jugendforum eingeladen, und dort die Themen Klimawandel und Gerechtigkeit speziell aus unserem Blickwinkel, also dem Blickwinkel der jungen Generation, diskutiert.

Rund sechzig Jugendliche und fünf Erwachsene haben unser Jugendforum besucht und gemeinsam mit uns diskutiert.

Auf dem Podium saßen Tilman von der Greenpeace-Jugend in Deutschland, Bashka, eine junge Klima-Aktivistin aus dem Greenpeace Büro in der Slovakei sowie Laura und Elisabeth von der BUND Jugend.

Neben den Referenten die auf dem Podium saßen, hatten wir auch internationale Gäste aus Indien, China und den Philippinen eingeladen mit uns zu diskutieren.

Unsere Internet-Konferenzschaltung hat es uns möglich gemacht mit unseren Freunden in ganz anderen Teilen der Welt zu sprechen und das sogar ohne dafür etwas zu bezahlen. Uns war es wichtig zu zeigen, dass man, gerade wenn es auf einem Kongress um die Themen Klimawandel und Gerechtigkeit geht, auch ohne klimaschädliche Flüge über Länder- und Kontinentgrenzen hinweg diskutieren kann.

Mit dabei waren Raju Ranjan aus Indien, der sich seit seiner Kindheit für den Umweltschutz engagiert und nun bei Greenpeace Indien aktiv ist.

According to my experience here what I have found is that everybody wants the weather to be good and there be no pollution, but most of them don’t want to live without luxurious cars, delicious food (mostly non veg) ,and much more. Everyone blames government, or administration for poor surroundings, a poor climate, and poor environment, but very few will try to clean the dirt off their surroundings and very few will think to plant a plant. (Raju Ranjan)

Adonis Lee und Cheng Chen aus Hong Kong, China die dort beide ehrenamtlich bei Greenpeace mitarbeiten und Denise Matias aus den Phillipinen die sich dort, genau wie wir hier, für die Jugendkampagne 'SolarGeneration' stark macht.

Society is such a powerful force (with one billion youth living in the world today) and if these individual voices just join together and give out one loud, unified stand saying that we don’t want our future stolen by climate change, then we certainly have a chance of winning the climate challenge. (Denise Matias)

Alle internationalen Referenten unseres Forums und Tilman als deutscher Referent wurden während der Vorbereitungen zum McPlanet-Jugendforum einen Tag lang von einem Fotografen begleitet. Ziel war es, den Alltag der Jugendlichen in ganz unterschiedlichen Teilen der Welt zu dokumentieren, um so die ganz unterschiedlichen und teilweise doch erstaunlich ähnlichen Lebensstile der jungen Umwelt-Aktivisten vergleichen zu können.

Bis zum Start des Jugendforums waren wir noch ganz schön nervös: Schließlich hatten wir im Programmheft ja die Teilnahme unserer internationalen Freunde per Internet-Telefonkonferenz angekündigt - aber würden sie auch alle rechtzeitig kommen? Die Zeitverschiebung, das instabile Internet in Neu Dehli, dass uns bei den Vorbereitungen schon öfters Probleme gemacht hatte - schiefgehen konnte doch noch so einiges. Als Richard, unser Online-Moderator, dann die Telefon-Software startete und auf einmal aus unserer Lautsprecherbox die Stimmen von Adonis, Cheng, Denise und Raju zu hören waren, die sich anscheinend alle schon etwas früher eingewählt hatten und bereits mitten im Gespräch waren, waren wir doch sehr erleichtert. Jetzt konnte es losgehen! Nach einer kurzen Einführung durch unseren Moderator Sönke und der Vorstellung aller Referenten starteten wir mit der Präsentation der Fotostories. Nachdem wir nun bei der Vorstellungsrunde der Referenten schon einmal alle Stimmen der internationalen Jugendlichen aus der Lautsprecherbox gehört hatten, und durch die Fotostories auch eine Vorstellung über deren Lebenswelt hatten, begann unsere eigentliche Diskussion über Fragen wie zum Beispiel:

Wie beurteilst Du Deinen eigenen Lebensstil und Deinen persönlichen CO2-Verbrauch?

Welche Möglichkeiten habt Ihr um Euch gegen den Klimawandel stark zu machen?

Werden sich durch das wachsende Bewusstsein der Bevölkerung bezüglich des Klimawandels die Dinge zum Besseren wandeln können?

Fazit unserer Diskussion war: Wir alle müssen unseren CO2 Verbrauch einschränken und jeder muss bei sich selbst anfangen. Mindestens genau so wichtig ist es aber, dass die Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft auch die nötigen Rahmenbedingungen dafür schaffen. Wir alle müssen Handeln - und zwar jetzt!

Und auf die Frage, ob der gemeinsame Kampf gegen den Klimawandel eine Chance für die Menschen auf der Welt ist, enger zusammen zu wachsen, hat Cheng Chen aus China die die schönste aller Antworten gegeben:

Schaut euch nur dieses Podium an. Schaut euch nur mal an was wir hier diskutieren. Junge Menschen auf der ganzen Welt arbeiten hier zusammen. Das ist die beste Antwort auf diese Frage.

Insgesamt war es einfach sehr motivierend und schön zu sehen, dass Jugendliche auf der ganzen Welt sich für den Klimaschutz einsetzen und das wir uns alle einig waren: Es ist noch nicht zu spät, gemeinsam können wir was bewegen!

It is not only people living in Germany's business to fight against carbon emissions. It is not the only people living in India's business to fight against carbon emissions. It is not only people living in the Philippines' business to fight against carbon emissions. It is all our business to do that! Let’s hold our hands, let’s move together, and we’ll make it happen!

(Adonis Lee)

Und genau das wollten wir auch noch am gleichen Tag auf Berlins Straßen tun! Direkt im Anschluß an unser Jugendforum startete deshalb das 'Aktionslabor'. Unser Ziel war es, ganz unterschiedliche Aktionsbilder auf der Straße auszuprobieren um die Menschen für den Klimaschutz zu gewinnen. Verkleidet als Pinguine, Clowns, Eisbären oder Klimaflüchtlinge zogen wir also in fünf Gruppen durch Berlin. Ein kleines Abenteuer ist das schon als Pinguin in der S-Bahn zu sitzen! Den Berlinern haben unsere Aktionen gefallen, wenn auch die Botschaft des einen oder anderen Aktionsbilds nicht so angekommen ist, wie wir es uns vorher ausgedacht haben - aber genau so sollte das 'Aktionslabor' ja auch sein: Viele Sachen ausprobieren und dabei noch viel mehr Spaß haben!

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