Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Wie der Tierpark Warder überwintert

Winterpause im Tierpark Warder: Das heißt für die einen Ausruhen, für die anderen harte Arbeit. Die tierischen Bewohner des Tierparkes dürfen es sich gut gehen lassen. Die Menschen hingegen sind fleißig. Die rund 40 Hektar umfassende Heimat alter Haus- und Nutztierrassen in Schleswig-Holstein wird generalüberholt.

Einige der Ställe müssen erneuert, Zäune und Gatter repariert oder ersetzt werden. Wasserleitungen müssen neu verlegt und das Gelände entrümpelt werden. Das ist natürlich nur möglich, weil die Bewohner zurzeit im Winterurlaub weilen.

Wir müssen 14 Kilometer Zäune erneuern, 50 Schutzhütten und 40 Tränken errichten, sagt Heinz Laing, seit Anfang November Leiter des Tierparks am Brahmsee im Landkreis Rendsburg-Eckernförde. Der Großteil der Tiere ist in Ausweichquartieren untergebracht, unter anderem auf einigen umliegenden Bauernhöfen. In Absprache mit dem Kreisveterinäramt und dem Hof-Tierarzt wurden Ziegen, Schafe, Rinder, Ponys und andere zur Erholung ausquartiert.

Für die bislang weit über 1000 Tiere im Park vermutlich eine willkommene Abwechslung. Für die große Anzahl an Bewohnern haben wir zu wenig Flächen, erklärt Laing. Die Weiden sind übernutzt und mit Tierbestand könnten sich die mageren Böden nach dem heißen Sommer selbst im Winter nicht erholen.

Das derzeit kalte Wetter trägt zu einer Verbesserung der Lebensbedingungen der Tiere bei. Schädlinge und Parasiten auf den Weiden, beispielsweise Spul- oder Bandwürmer, sind ohne ihre tierischen Opfer nun schonungslos der Kälte ausgesetzt und gehen zugrunde. Wenn die Tiere aus ihren Winterquartieren zurückkehren, sind sie diese zusätzliche Belastung hoffentlich los.

In Zukunft werden etwas weniger als 1000 Tiere in den Genuss der sanierten Weiden kommen, sagt Laing. Aber so genau kann man das ja nicht festlegen - einige Ziegen und Schafe haben jetzt schon die ersten Lämmer geboren.

Die Sanierung des Parks ist wesentlich aufwändiger als wir bisher angenommen haben. Und sie wird wesentlich mehr Geld kosten, erklärt der Tierparkleiter. Nicht nur die Tierhaltung soll verbessert werden. Bis zur Wiedereröffnung soll mit zahlreichen Maßnahmen der Aufenthalt für die künftigen Besucher angenehmer werden, so Laing.

Der Eingangsbereich soll umgebaut werden, die Informationstafeln und die Ausstellung werden neu gestaltet und die sanitären Anlagen modernisiert. Es wird Aufenthaltsräume und einen Hof-Laden geben, wo man sich selbst von den besonderen Qualitäten der alten Haus- und Nutztierrassen überzeugen kann.

Die Grundidee des Parks bleibt bestehen, sagt Laing. Wir werden die seltenen Haus- und Nutztiere weiter züchten, um diesen Schatz an Artenvielfalt zu erhalten. Nur so wird es auch in Zukunft für die ökologische, standortgerechte Landwirtschaft eine Auswahl an Nutztieren geben. Sie haben mit denen der industriellen Massentierhaltung kaum etwas gemein.

Die Winterpause des Tierparks wird voraussichtlich zum Frühlingsanfang, am 20. März, zu Ende gehen. Weitere Informationen finden Sie auf den Internet-Seiten des Tierparks Warder. (mir)

Tags:

Weiterführende Publikationen zum Thema

Jahresbericht 2017

Greenpeace legt jedes Jahr seine Bücher offen, um nachzuweisen, dass die Gelder ausschließlich für die in der Satzung festgelegten Zwecke eingesetzt werden.

Mehr zum Thema

Weltenwandel im Blick

Sieben Fotografen waren für den Greenpeace Photo Award nominiert, nun stehen die Gewinner fest: Jury und Publikum prämierten zwei Projekte um Umweltzerstörung und Landraub.

Blickwinkel

Wer gewinnt den Greenpeace Photo Award 2018? Nominiert sind sieben Fotografen, die einen eigenen Blick auf die Umwelt werfen. Stimmen Sie ab, entscheiden Sie mit über den Sieger!

Filmreif die Welt retten

Wenn Umweltschutz ein Film wäre und Sie die Hauptfigur – wer wären Sie? Und wie würden Sie für ökologische Ideale kämpfen? Mutig wie James Bond? Strategisch wie Gandalf? Testen Sie’s!...