Marco Weber: Kletternder Weltenbürger

Am 18. September kletterte Marco gemeinsam mit Sini Saarela an der Plattform Prirazlomnaya hinauf, um dort ein Banner mit der Aufschrift "Save the Arctic" zu befestigen. Brutal unterbrach die russische Küstenwache den friedlichen Protest.
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In der Untersuchungshaft in Murmansk beantwortet Marco Fragen des Schweizer Tagesanzeigers. Ob er den Protest bereue, will die Zeitung wissen. "Ich bin überzeugt, dass der Schutz der Arktis und die Reduzierung der CO2-Emissionen notwendig sind, um das Wohlbefinden künftiger Generationen zu gewährleisten. Ich glaube, dass wir das als globale Gemeinschaft schaffen können, da bleibt kein Raum für Zweifel oder Bereuen."

"Die Frage nach der Legitimation stellt sich gar nicht"

"Die Frage nach der Legitimation dieser Aktion, die manche als zu aggressiv kritisieren, stellt sich durch unser absolut friedliches Vorgehen überhaupt nicht. Wir setzen niemanden einer Gefahr aus."

Für Marco ist friedlicher Protest unabkömmlich für das Erreichen der Ziele des Umweltschutzes. Um den Menschen zu Hause zu zeigen, was in der Arktis passiert, nahm er an der spannenden Reise teil. Seine Kletterkünste sind dabei eine große Bereicherung für die Besatzung.

Von Chruseli zu Crusoe

Schon als kleines Kind versuchte Marco, dessen Spitzname Chruseli wegen seiner Abenteuerlust bald zu Crusoe umgeformt wurde, alles zu erklettern, was er erreichen konnte - jeden Baum, jedes Dach. Seine Eltern steckten ihn schließlich in einen Kletterverein, wo ihm das sichere und professionelle Erklimmen hoher Ziele beigebracht wurde.

Heute ist Marco, der nebenbei auch eine kleine Schreinerei betreibt, Mitglied und Coach des schweizer Bergsteiger-Teams von Greenpeace. Die zweite Passion des 28-Jährigen, das Reisen, hat ihn schon per Fahrrad in den Iran und zurück geführt, Nord- und Südamerika erkunden lassen, nach Asien und Russland verschlagen.

In der Haft verzagt der Züricher nicht. "Ich bin stolz auf die Millionen von Menschen, die sich mit uns erheben und den schutz der Arktis fordern!" Am 22. November durfte Marco das Gefängnis SIZO 1 in St. Petersburg verlassen und nach einem weiteren Monat des Ausharrens in Moskau kehrte Marco am 30. Dezember, pünktlich zu Silvester, zurück in die Schweiz.

Zum Weiterlesen:

Marcos Brief aus der Haft

Die Chronologie der Arctic 30

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