Kieron Bryan: "Ich liebe meine Arbeit"

Wie auch Denis Sinjakow begleitete Filmemacher Kieron die Arctic Sunrise-Crew zu Dokumentationszwecken. Es war nicht seine erste Greenpeace-Kampagne. Kieron setzt sich mit seiner Kamera-Kunst für die Umwelt ein.
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Kieron ist ein hervorragender Filmemacher und Kameramann aus Südwest-England. Seine bisherige Karriere ist beeindruckend: Der 29-Jährige arbeitete für die britischen Zeitungen "The Times" und den "Mirror" sowie für den Sender "Current TV". Seine Arbeit über amerikanische Politik brachte Kieron im Jahr 2012 eine Nominierung für den Online Media Award in der Kategorie "Best Video Journalism" ein.

Zum zweiten Mal auf der Arctic Sunrise

Im Januar verließ er die Times, um als freiberuflicher Filmemacher zu arbeiten. Kurz darauf bekam er einen befristeten Vertrag bei Greenpeace, um die Kampagne "Schützt die Arktis!" zu dokumentieren. Im Rahmen seines ersten Auftrags reiste er auf der Arctic Sunrise um die Westküste Norwegens. Sein zweiter Auftrag führte ihn in die Petschorasee, zur Ölplattform Prirazlomnaya - und in die Hände der russischen Behörden.

Kierons Eltern beschreiben ihren talentierten Sohn als freundlich und fürsorglich. Umweltprobleme seien schon immer eine seiner Herzensangelegenheiten gewesen. Während der Anhörung in St.Petersburg, bei der seine Freilassung auf Kaution beschlossen wurde, betonte Kieron, er habe nur seinen Job gemacht. "Das kann ich nicht bereuen, ich liebe meine Arbeit!"

"Nie mehr Sudoku"

Kierons Familie hat sich sehr über seine Freilassung gefreut. "Wir haben jeden Tag und jede Minute an ihn gedacht und wir können es garnicht erwarten, mit ihm zu sprechen und ihn zu sehen". Dass die Anklage wegen Rowdytums zunächst weiterhin bestand, trübte die Erleichterung allerdings. "Es ist noch nicht vorbei für ihn und die anderen und wir hoffen, dass diese Anklage sobald wie möglich fallengelassen wird, damit er mit seinem Leben weitermachen kann ohne diese fürchterliche Unsicherheit, die ihn ständig begleitet."

Zwei Tage später verlässt Kieron das Gefängnis. "Es war schwer", antwortet er auf die Frage der Journalisten, wie er die zwei vergangenen Monate in Haft erlebt habe. "Schwerer als alles andere ist die Isolation und mit niemandem reden zu können, 23 Stunden am Tag in einer Zelle eingesperrt zu sein." Was er nun tun werde? "Ich werde zum Hotel fahren, eine lange Dusche nehmen und mein Zimmer verlassen, wann immer ich will, niemals wieder ein Sudokurätsel machen und endlich mit meiner Familie sprechen."

Als er noch in Murmansk inhaftiert war, gab Kieron der britischen Zeitung "The Guardian" ein schriftliches Interview. Am Ende schreibt er: "Es gibt 30 Menschen, deren Leben unwiderruflich verändert wurden. Sie stammen aus 18 Ländern auf der ganzen Welt. 28 dieser Menschen kämpften für das, woran sie glauben und zwei Journalisten waren dabei, um ihre Geschichte zu dokumentieren. Jetzt können wir nur noch hoffen, dass die Welt ihr Recht darauf unterstützt und dass Russland zuhören wird."

Im Zuge der von der Duma beschlossenen Amnestie wurde die Anklage auf Rowdytum fallen gelassen. Gemeinsam mit vier der britischen Aktivisten kam Kieron am 27. Dezember 2013 in England an.

Im Video oben können Sie sich eine seiner Arbeiten ansehen.

Zum Weiterlesen:

Die Chronologie der Arctic 30

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