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Wieder Ölplattformen im Meer versenken?

Rund 4000 Ölplattformen stehen im Golf von Mexiko. Jährlich müssen etwa 100 entsorgt werden - das aber ist ziemlich teuer. Deswegen hoffen einige Ölkonzerne auf eine Gesetzesänderung durch den US-Kongress, mit der sie mehrere hundert Millionen US-Dollar sparen könnten. Die Idee: Ausrangierte Ölplattformen einfach stehen lassen und darauf warten, dass sie von von Meerestieren als neue Wohnstatt angenommen werden.

Ganz und gar abwegig ist das nicht: Tatsächlich siedeln sich Tiere und Pflanzen an den Stahlungetümen an. Nur sind es oftmals zugezogene Lebewesen, die sich ohne das Zutun von Menschenhand dort nicht angesiedelt hätten. Die urspünglichen Meeresbewohner kehren nicht etwa zurück, sondern werden vertrieben.

Solche Eingriffe in das Ökosystem müssen unbedingt vermieden werden, warnt Christian Bussau, Meeresbiologe bei Greenpeace. Die Vielfalt der Arten darf nicht gefährdet werden.

Greenpeace fordert, ausgediente Ölplattformen nicht im Meer zu versenken, sondern fachgerecht an Land zu entsorgen. Dazu darf der Kongress das Gesetz nicht kippen. Im Nordost-Atlantik dürfen Ölplattformen laut Beschluss der OSPAR-Konferenz (Oslo-Paris-Kommission) vom 23. Juli 1998 nicht im Meer versenkt werden: Ein Erfolg der Brent Spar-Kampagne 1995. (mod)

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