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Welcher Fisch darf auf den Tisch?

Weihnachtszeit ist für viele Menschen auch Fischzeit. Gerade beim Einkaufen von Fisch aber ist ein nachhaltiges, bewusstes Vorgehen wichtig, denn die Fischbestände sind nicht unerschöpflich. Nur wenige sind noch gesund. Auch ein kleiner Preis ist leider kein verlässlicher Hinweis auf einen gesunden Bestand der Fischart. Oftmals sind die Preise subventioniert. Hier ein paar Tipps als Orientierungshilfe.

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Weihnachtsmakrele und Silvesterkarpfen

Ohne Gewissensbisse dürfen sämtliche Meerestiere aus Öko-Aquakulturen gekauft werden. Mit einer Ausnahme: Naturland-Shrimps aus Ecuador sind nur bedingt zu empfehlen - in erster Linie wegen der mangelhaften sozialen Standards. Die zweite gute Nachricht: Den Silvesterkarpfen können sie bedenkenlos kaufen. Er ist vorwiegend Vegetarier und relativ anspruchslos, was seine artgerechte Züchtung auch in konventionellen Betrieben möglich macht.

Auch Makrele und Hering können Sie bedenkenlos genießen. Zwar hat der Hering neuerdings Probleme beim Nachwuchs, doch erwachsene Tiere gibt es derzeit ausreichend. Die beste Wahl bei Wildfisch ist aber momentan der Seelachs, hier befinden sich die Bestände in einem gesunden Zustand.

Seelachs und Alaska-Seelachs - nicht dasselbe

Seelachs darf keinesfalls mit dem Alaska-Seelachs verwechselt werden. Besonders die russischen Bestände des Alaska-Seelachses sind derart überfischt, dass die Seelöwen bereits Hunger leiden müssen. Auch wenn der Fisch das Siegel des Marine Stewardship Councils (MSC) für nachhaltige Fischerei trägt, sollten sie tiefer nachhaken. Die Bestände des Hokis sind trotz Zertifizierung weggebrochen. Eine durchaus gute Wahl ist dagegen der zertifizierte pazifische Wildlachs - im Gegensatz zu norwegischem oder chilenischem Zuchtlachs.

Was wir unbedingt meiden sollten

Ein absolutes Bitte nicht! gilt für Heilbutt, Dorsch (Kabeljau), Scholle, Tunfisch, Rotbarsch oder auch Flussaal. Von Letzterem ist nur noch ein kümmerliches Prozent des Gesamtbestandes übrig. So leid es uns tut: Diese Arten sind in der Vergangenheit so massiv ausgebeutet worden, dass sie dringend eine Auszeit brauchen. Anderenfalls haben die Bestände keine Chance mehr. Zwar gibt es von fast allen Arten noch irgendwo auf der Welt gesunde Bestände. Doch der Verbraucher kann aus den Angaben auf den Packungen nicht erkennen, aus welchem Einzelbestand sein Fisch kommt.

Von Schillerlocke und Seeaal müssen wir dringend abraten! Der kleine Dornhai mit den schillernden Augen, aus dessen Bauchlappen und Rückenstücken die Schillerlocken stammen, ist akut vom Aussterben bedroht.

Auch andere Meerestiere müssen mit großer Vorsicht genossen werden. Krabben beispielsweise sind zwar in ihrem Bestand nicht akut bedroht, allerdings sind die Schäden durch den Fang enorm. Die Netze zerstören den Meeresboden und nicht selten werden stark bedrohte Arten zum Beifang.

Garnelen - eine Frage der Herkunft

Auch von allen anderen wildgefangenen und gezüchteten Shrimps und Garnelen bitten wir Sie, Abstand zu halten. Für die Teiche der Shrimpsfarmen werden in riesigem Ausmaß Mangrovenwälder zerstört und pro Kilo wildgefangenem Shrimp sterben fünf bis zehn Kilo andere Meerestiere als unerwünschter Beifang. Wenn sie Garnelen gar zu gern essen, dann kaufen Sie einfach die aus dem Eis- oder Nordmeer. Diese Bestände sind nicht gefährdet und der Beifang ist gering.

Kürzlich scheiterten die UN bei dem Versuch, ein Moratorium für Grundschleppnetzfischerei auf der Hohen See zu verabschieden. So bleibt es dem Verbraucher überlassen, ob er mit seinem Konsumverhalten die zerstörerischen Fangmethoden unterstützt oder nicht.

Genauere Informationen zum Thema gibt es in unserem Ratgeber Fisch & Facts.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Stellungnahme zum Raumordnungsplan für Nord- und Ostsee

Das Bundesinnenministerium hat unter Federführung des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie den finalen Entwurf des Raumordnungsplans für die deutsche Ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ) jenseits des Küstenmeers der Nord- und Ostsee vorgelegt. Ziel soll die nachhaltige Nutzung sein, nicht zuletzt um den guten Umweltzustand der Meere zeitnah zu erreichen. Der Plan soll bis mindestens 2031 gelten. Die deutschen Umweltverbände kritisieren den Entwurf, hier die ausführliche Stellungnahme.

High Stakes

The environmental and social impacts of destructive fishing on the high seas of the Indian Ocean

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