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Überzeugungsarbeit auf See: Tanker dreht ab

Greenpeace hat in den sensiblen Küstengewässern der norwegischen Lofoten eine Verbotszone für Öltanker ausgerufen. Bislang mit Erfolg: Am Mittwoch änderte der zweite Tanker auf Zuruf unserer Crew seine Fahrtroute.

Eine Stunde Überzeugungsarbeit mussten die Aktivistinnen und Aktivisten an Bord des Greenpeace-Schiffes Esperanza leisten. Dann drehte der deutsche Tanker Weichselstern ab und verließ die 50-Meilen-Verbotszone. Am Dienstag hatte sich der Kapitän des schwedischen Tankers Bro Juno ebenfalls einsichtig gezeigt und den Kurs gewechselt.

Offiziell dürfen Tanker sich der Küste bis auf zwölf Seemeilen nähern. Die Küstenwache ist nach eigener Einschätzung unterbesetzt.Trotzdem wurde sie durch einen Beschluss der norwegischen Regierungnoch weiter reduziert: Statt der bisherigen drei Schlepper sind seitdem 1. April nur noch zwei unterwegs. Sie beobachten eine Küstenlinievon 1500 Kilometern Länge - von den Lofoten bis zur russischen Grenze.

Der Regierungsbeschluss ist besonders unverständlich, weil der Tankerverkehr zwischen Norwegen und Russland in den letzten Jahrenstark angestiegen ist. Zudem wird eine weitere Steigerung erwartet. Für die Lofoten steigt damit die Gefahr einer Ölkatastrophe. Eine Tankerhavarie würde dieses ungewöhnlich artenreiche arktische Naturparadies besonders empfindlich treffen.

Zwar will die norwegische Regierung einen Integrierten Managementplan vorlegen, um die Region vor den Folgen von Überfischung und Tankerverkehr zu schützen. Doch es steht zu befürchten, dass sich die Interessen der Öl- und der Fischereiindustrie auf den Plan auswirken.

Andrea Cederquist, Meeresexpertin bei Greenpeace, appelliert deshalb an die Regierung, den Integrierten Managementplan als Instrument des Meeresschutzes zu nutzen. Der Plan biete Norwegen die Möglichkeit, sich ernsthaft für den Schutz dieser besonders empfindlichen Meeresregion einzusetzen.

Cederquist: Die Regierung muss dafür sorgen, dass im Gebiet der Lofoten keinerlei zerstörerische Aktivitäten stattfinden können. Dazu gehört auch, dass die vorgeschriebenen Routen der Öltanker mindestens 50 Seemeilen von der Küste entfernt sind.

In unserem Weblog Living Seas - Living Coasts können Sie mehr über die Arbeit der Greenpeacerinnen und Greenpeacer vor Ort erfahren (in englischer Sprache).

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