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Tiefsee - unerforscht und schon zerstört

Leergefischt, vollgemüllt und vergiftet - der Zustand der Weltmeere ist dramatisch. Besonders bedroht ist die Tiefsee. Sie ist der größte Lebensraum der Erde, jedoch weniger erforscht als der Mond. Während am Donnerstag der internationale World Ocean's Day, der Welttag der Meere, begangen wird, durchpflügt eine Flotte von Grundschleppnetzfischern die Hohe See und zerstört einen der vielfältigsten, ursprünglichsten und sensibelsten Lebensräume des Planeten.

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Jährlich wird mit Grundschleppnetzen, die auf der Jagd nach Granatbarschen und anderen am Meeresboden lebenden Fischen sind, eine Fläche von rund 1500 Quadratkilometern regelrecht abrasiert.

Hier wird ein Lebensraum zerstört, der den Menschen noch größtenteils unbekannt ist, sagt Iris Menn, Meeresbiologin bei Greenpeace. Früher hat man vermutet, dass es in der Tiefe kein Leben gibt. Heute schätzt man die Artenvielfalt dort unten auf mehr als zehn Millionen. Jede Expedition bringt neues faszinierendes Leben an die Oberfläche. Doch jeder Fischzug mit einem Grundschleppnetz zerstört marines Leben aus Hunderten oder gar Tausenden von Jahren.

Die Hohe See, der Meeresbereich jenseits der 200 Seemeilen vor den Küsten und außerhalb der Wirtschaftszone der Länder, ist Allgemeingut. Hier ist der Fischfang oft nicht geregelt und wenn, werden Verstöße nicht verfolgt. Ein Teil der Hohen See untersteht der Verantwortung so genannter Regionaler Fischereimanagement Organisationen. Die für den Nordostatlantik verantwortliche Organisation (NEAFC) tagt derzeit in Tromsoe (Norwegen). Seit Jahren jedoch sind die der NEAFC anvertrauten Fischbestände überfischt, wie zum Beispiel der Portugiesenhai oder der Tiefsee-Dornhai.

Wir brauchen einen radikalen Wechsel weg von einem kosmetischen Fischereimanagement hin zu einem Ansatz, der das gesamte Ökosystem mit einbezieht. Die dafür nötige Zeit müssen wir uns durch ein sofortiges Moratorium verschaffen. Sonst ist alles zerstört, bevor wir es schützen können, sagt Iris Menn.

Auch die Walpopulationen sind weltweit weiter in Gefahr. Nach Recherchen von Greenpeace haben sich viele seit Jahrzehnten unter Schutz stehende Großwale bis heute nicht von der exzessiven Jagd des letzten Jahrhunderts erholt, so auch die Finn- und Buckelwale. Dennoch will Japan genau diese beiden Arten im kommenden Jahr massiv jagen. Das Land will auf der diesjährigen Konferenz der IWC außerdem erhöhte Fangquoten für andere Arten durchsetzen. Die IWC tagt vom 16. bis 20. Juni in der Karibik.

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