Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Neue Schutzgebiete in Nord- und Ostsee

Große Gebiete in Nord- und Ostsee sind am Donnerstag von Bundesumweltminister Jürgen Trittin zu Naturschutzgebieten erklärt worden. Rund 3000 Quadratkilometer der Östlichen Deutschen Bucht und rund 2000 Quadratkilometer des Gebietes Pommersche Bucht. Die Schutzgebiete sind im Rahmen des europäischen Schutzgebietsnetzes NATURA 2000 entstanden.

Dies ist ein großer und entscheidender Schritt für den europäischen Meeresnaturschutz, kommentiert Dr. Iris Menn, Greenpeace Meeres-Expertin, die Schutzgebieterklärung. Die Verordnungen für die beiden Schutzgebiete sind jedoch viel zu schwach. Kommerzielle Nutzungen in den Schutzgebieten wie mariner Bergbau, Fischerei und Schifffahrt werden nicht unmittelbar beeinflusst.

Menn befürchtet: So kann das Ziel dieser beiden Vogelschutzgebiete - Vögel wie Stern- und Prachttaucher tatsächlich zu schützen - nicht gewährleistet werden. Daher kommt es nun darauf an, dass die Nutzergruppen ihren Worten Taten folgen lassen. Sie müssen mit dem Bundesamt für Naturschutz freiwillige Vereinbarungen treffen, um die beiden Vogelschutzgebiete vom Papier in echte Schutzgebiete zu verwandeln.

Allerdings sieht Menn auch vorteilhafte Aspekte in den Verordnungen: Positiv zu bewerten ist die klare Formulierung der Schutzziele. Zudem ist die Bestimmung einer kompetenten Fachbehörde wie des Bundesamts für Naturschutz als ausführende Managementbehörde die richtige Wahl.

Tags:

Weiterführende Publikationen zum Thema

Bedrohte Tiefsee

Der Wettlauf um die Ressourcen auf dem Meeresboden hat begonnen. Grund ist der große Hunger der Hightech-Industrie nach Kobalt, das sich in den Manganknollen in tausenden Metern Tiefe befindet. So wird der Tiefseebergbau eine der schwerwiegendsten neuen Bedrohung für unsere Ozeane, noch bevor wir ihre sensiblen Ökosysteme und ihre Prozesse überhaupt verstanden haben.

Haie unter Attacke

Obwohl sie sich „Schwertfischfischerei“ nennt, wird dabei im Nordatlantik hauptsächlich eins gefangen: Haie. Entweder absichtlich, oder als Beifang, zeigt dieser Greenpeace-Report.2017 zum Beispiel kam auf 1 Kilo Schwertfisch 4 Kilo Hai.

Mehr zum Thema

Schatzkammer Tiefsee

Der Hunger der Hightech-Industrie treibt den Wettlauf um die Rohstoffe auf dem Meeresboden voran. So wird der Tiefseebergbau zu einer massiven Bedrohung für unsere Ozeane.

In Bewegung für die Meere

An alle Wassersportler: Mitmachen und Strecke spenden! Bis 2030 müssen mindestens 30 Prozent der Ozeane geschützt werden und Sie können dabei helfen!

Javier Bardem für Meeresschutz

Das Leben in den Weltmeeren ist bedroht. Deswegen appelliert Schauspieler Javier Bardem gemeinsam mit Greenpeace an die Delegierten der UN, sich für die Ozeane stark zu machen.