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Japanische Walfänger wieder unterwegs

Vom südjapanischen Hafen in Shimonoseki ist am Freitag die japanische Walfangflotte Richtung antarktische Gewässer aufgebrochen. Die insgesamt fünf Schiffe werden dort in den kommenden sechs Monaten Minke-Wale jagen. Bei dieser Jagd - vorgeblich zu wissenschaftlichen Zwecken - sollen 440 der geschützten Zwergwale ihr Leben lassen. Das japanische Regierungsinstitut für Walforschung verspricht sich davon ausgerechnet Aufschluss über die natürliche Todesrate bei den Meeressäugern.

Greenpeace verurteilt das so genannte Wissenschaftsprogramm, das von der japanischen Regierung finanziell unterstützt wird. Immer wieder taucht Walfleisch aus dieser wissenschaftlichen Forschung später auf dem freien Markt auf, wo es zu Höchstpreisen angeboten wird. Es ist im höchsten Maße rätselhaft, warum die Regierung sich so sehr um die Waljagd sorgt, kritisiert die japanische Greenpeace-Sprecherin Keiko Shirokawa. Insbesondere wenn man bedenkt, dass es praktisch keine Nachfrage für Walfleisch in Japan gibt.

Der Aufbruch der japanischen Walfangflotte erfolgt, nur wenige Tage nachdem Japan bei der internationalen Artenschutz-Konferenz in Chile mit seinem Antrag, den Handel mit Walfleisch wieder zuzulassen, auf heftige Kritik gestoßen ist. Japan hatte beim 12. Treffen der Convention on International Trade in Endangered Species (CITES) angeführt, dass die Populationen von Minke- und Bryde-Walen gesund und robust seien. Der Generalsekretär der CITES, Willem Wijnstekers, sagte jedoch, dass die Konferenz den Vorstoß Japans ablehne. Er forderte die CITES-Mitglieder nachdrücklich auf, den japanischen Antrag nicht zu unterstützen. (mir)

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