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Update: Ölige Botschaft an US-Innenminister

Update: Die sieben Greenpeace-Aktivisten, die am Montag während einer Aktion in Port Fouchon/Louisiana verhaftet wurden, sind wieder auf freiem Fuß. Sie waren vorübergehend festgenommen worden, weil sie mit BP-Öl aus dem Golf von Mexiko Arctic Next? auf das Versorgungsschiff Harvey Explorer geschrieben hatten.

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Die Aktivisten zu verhaften sei eine unangemessene Reaktion auf den friedlichen Protest, der am Port Fourchon stattgefunden habe, äußerte Phil Radford von Greenpeace USA. Ehrenamtliche und Experten von Greenpeace sind seit Wochen in Louisiana. Sie nehmen Wasserproben und dokumentieren die Verwüstung durch das BP-Öl am Golf von Mexiko. Genau dieses Öl haben die Aktivisten für ihre Aktion benutzt, um von Innenminister Ken Salazar zu fordern, dass so etwas nie wieder vorkommt. Die BP-Verantwortlichen sollten an Stelle der Aktivisten verhaftet werden, sagt Radford.

Arctic Next?: Ölige Botschaft an US-Innenminister

25.05.2010: Rotbrauner Ölschlamm schiebt sich wie eine Walze über die Küsten am Golf von Mexiko. Während sich die zuständigen US-Minister ein Bild von der Ölkatastrophe machen, bereitet der Ölkonzern Shell das Erschließen neuer Ölreserven in Alaska vor. Greenpeace-Aktivisten übermittelten dem US-Innenminister Ken Salazar dazu eine Nachricht: Arctic Next? schrieben sie mit BP-Öl in braunen Schlieren auf das Versorgungsschiff Harvey Explorer in Port Fourchon/Louisiana. Alle sieben Aktivisten wurden verhaftet.

Die in Louisiana stationierte Harvey Explorer hat einen Vertrag mit Shell abgeschlossen, in Alaska neue Bohrungen nach Öl zu unterstützen - trotz der andauernden Katastrophe am Golf von Mexiko. Salazar wird diesen Freitag einen Rückblick über die Geschehnisse im Golf von Mexiko geben und US-Präsident Barack Obama auch zu den geplanten Bohrungen in Alaska beraten.

Ich habe den vergangenen Monat damit verbracht, mit Greenpeace zusammen die BP-Tiefseekatastrophe zu dokumentieren. Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie zerstörerisch sich das Öl auf dieses zerbrechliche, unersetzbare Ökosystem auswirkt und halte es für skrupellos, Shell die Erlaubnis für Bohrungen in den unberührten Gewässern der Arktis zu geben, sagt Greenpeace-Expertin Lindsey Allen. Minister Salazar muss die Pläne weiterer Bohrungen in der Arktis oder anderen US-Gewässern sofort unterbinden. Wir können uns ein zweites BP-Disaster nicht erlauben.

Shell will in den abgelegenen Gewässern Alaskas, in der Chukchi und Beaufort See, nach Öl bohren. Raues Wetter und eisiges Wasser sind dort an der Tagesordnung. Das Risiko einer Explosion und der Ölverschüttung ist höher als in Mexiko. Darüber hinaus sind Hilfskapazitäten bei einem Unfall dort nicht existent und Aufräumarbeiten unmöglich. Die nächste Küstenwache ist tausend Meilen entfernt und umliegenden Dörfern fehlt es an Ausstattung oder erforderlichen Flughäfen, um Hilfsgüter und Geräte zu empfangen.

Solange wir uns weiterhin auf dreckige und gefährliche fossile Energien und Offshore-Anlagen verlassen, können wir zukünftige Katastrophen nicht verhindern und unsere Ozeane, Industrie und Natur nicht vor der Zerstörung durch Öl bewahren. Shells Ölbohrungen zu erlauben, ist skrupellos in Anbetracht unserer Unfähigkeit, mit einem Ölunfall wie in Mexiko umzugehen. Den Stecker für weitere Ölbohrungen jetzt zu ziehen, wäre der erste Schritt in Richtung eines Verbots auf neue Ölerschließung in den USA, sagt John Hocevar, Meeresexperte von Greenpeace USA.

Schauen Sie sich Bilder des Protests gegen das Shell-Vorhaben auf Flickr an.

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