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Streit um Öl- und Gasförderprojekt Sachalin II

Russland schiebt Umweltgefährdung vor, EU-Energiekommissar Andris Piebalgs spricht von der Gefährdung des Investitionsklimas, Japan sieht zukünftige Gaslieferungen bedroht: Die Wellen um das gestoppte Öl- und Gasförderprojekt Sachalin II schlagen hoch. Tatsächlich bedroht das Mammutprojekt die Umwelt, doch darum geht es keinem der Beteiligten.

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Sachalin II ist eines der weltweit größten Förderprojekte. Das Investitionsvolumen beträgt rund 20 Milliarden US-Dollar. 55 Prozent der Aktien hält der niederländisch-britische Konzern Royal Dutch Shell. Die japanischen Unternehmen Mitsui und Mitsubishi sind mit 25 beziehungsweise 20 Prozent beteiligt. Im Rahmen des Projektes sollen ab 2008 rund 150 Millionen Tonnen Öl und 500 Milliarden Kubikmeter Gas gefördert werden. Hauptabnehmer sind Japan, Korea und die USA.

Das russische Ministerium für natürliche Ressourcen hat dem von Shell geführten Förderkonsortium nun eine unabdingbare Umweltlizenz entzogen. Tatsächlich ist das Projekt umweltpolitisch umstritten. Greenpeace setzt sich seit Beginn der Bohrungen gegen die Öl- und Gasförderung vor der russischen Pazifikinsel Sachalin ein. Sie gefährdet die weltweit letzte Population westpazifischer Grauwale. 2005 bestand diese Population nur noch aus 100 Tieren, darunter 23 fortpflanzungsfähige Weibchen. Schon der Tod eines Weibchens pro Jahr würde nach Einschätzung von Experten das Ende des Bestands bedeuten.

Dass Russland sich plötzlich für die letzten westpazifischen Grauwale interessiert, ist allerdings nicht anzunehmen. Der eigentliche Grund für den Stopp dürfte ein anderer sein: Sachalin II ist das einzige Projekt in der Region, an dem keine russischen Unternehmen beteiligt sind. Der Energiekonzern Gasprom hatte vor Monaten versucht, nachträglich in das Projekt einzusteigen, doch die Verhandlungen scheiterten.

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