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Ölteppich tötet Vögel an der estnischen Küste

Vor der estnischen Ostseeküste treibt ein 35 Kilometer langer Ölteppich, der Tausende Vögel getötet haben könnte. Helfer haben bereits 800 tote Tiere aufgesammelt. Die Behörden gehen davon aus, dass ein vorbeifahrender Tanker das Öl abgelassen hat. Die Chance, den Umweltfrevler ausfindig zu machen, wird gleich Null geschätzt.

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Behördliche und freiwillige Helfer versuchen, möglichst viele der verölten Seevögel zu retten. Wird ihr Gefieder nicht schnell gereinigt, so sind die Tiere verloren. Die Arbeit ist schwierig und gefährlich. Die Ostsee ist von einer dünnen Eisschicht bedeckt. Viele der Vögel - Höckerschwäne, seltene Entenarten, Lappentaucher, Möwen - befinden sich draußen auf dem dünnen Eis.

Illegale Einleitungen in Nord- und Ostsee sind der Normalfall. Experten schätzen, dass jährlich zwischen 2.000 und 7.000 Tonnen Öl in die Ostsee gepumpt werden. 2001 registrierte die Luftüberwachung 389 solcher Einleitungen. Die Dunkelziffer ist enorm. Nur in den seltensten Fällen werden die Täter ermittelt. Noch seltener werden sie verurteilt, und dann in der Regel zu unverhältnismäßig geringen Geldbußen.

Der Greenpeace-Schifffahrtsexperte Christian Bussau fordert darum schärfere Hafenstaatkontrollen, eine verstärkte Luftüberwachung und ein deutlich höheres Strafmaß. Ölsünder müssen empfindlich bestraft werden, damit eine abschreckende Wirkung erzielt wird, so Bussau.

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