Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Niemand will Gen-Reis!

Der spanische Lebensmittelkonzern Ebro Puleva hat bekannt gegeben, dass er vorerst keinen Reis aus den USA mehr importieren will. Damit hat der weltweit größte Reis-Importeur die Konsequenzen aus den Gen-Reis-Funden der letzten Wochen gezogen. Greenpeace hatte am 11. September 2006 aufgedeckt, dass Aldi-Langkornreis der Marke Bon-Ri mit dem nicht zugelassenen Gen-Reis LL601 von Bayer CropScience verunreinigt ist. Danach häuften sich die Berichte von Gen-Reis-Funden in ganz Europa.

  • /

Der Bon-Ri-Reis stammt genauso wie der ebenfalls verunreinigte Reis der Marken Oryza und Reis fit von der Hamburger Reismühle Euryza. Die Euryza GmbH gehört zu Herba Foods, einer Sparte des spanischen Lebensmittelkonzerns Ebro Puleva. Euryza hatte Greenpeace in einem Schreiben vom 13. September versichert, dass ihre gesamten Bestände inzwischen untersucht werden und bisher kein Gen-Reis gefunden wurde. Das reichte dem spanischen Großkonzern jetzt offenbar nicht mehr aus.

Durch diesen Einfuhrstopp von US-Reis verarbeiten jetzt drei große Reismühlen in Deutschland keinen US-Reis mehr. Neben Euryza hatte Rickmers Reismühle aus Bremen nach Gen-Reis-Funden bei der Marke Fit for Fun verkündet, seinen Reis künftig in Uruguay zu ordern. Auch Europas größter Verarbeiter von Reis und Hülsenfrüchten, Müller´s Mühle aus Gelsenkirchen, hat sich nach Gen-Reis-Funden in seinen Handelsmarken entschieden, vorläufig auf US-Reis zu verzichten.

US-amerikanische Reisbauern bleiben auf ihrem Reis sitzen

Bisher hatte US-Langkorn-Reis mit 5.000 Tonnen zehn Prozent der Jahresproduktion des Gelsenkirchener Reisverarbeiters ausgemacht. Euryza verarbeitet 7.000 Tonnen US-Reis im Jahr. Langsam aber sicher bricht den US-amerikanischen Reisbauern der europäische Markt weg! Zuvor hatte Japan kurz nach Bekanntwerden der Gen-Reis-Funde alle Importe aus den USA gestoppt. Einige US-amerikanische Reisbauern haben den Chemiekonzern Bayer bereits auf Schadenersatz verklagt.

Doch nicht nur die Reisbauern und Reismühlen leiden unter den Folgen der unkontrollierten Ausbreitung von LL601-Reis. Auch Verbraucher können immer noch nicht sicher sein, dass jetzt nur noch gentechnikfreie Ware in den Regalen liegt. Im deutschen Einzelhandel kam es zwar zu zahlreichen Rückrufaktionen, manche Supermärkte verzichten ganz auf US-Reis! Doch erst gestern haben Behörden in Brandenburg und in Hamburg erneut Gen-Reis gefunden. Damit sind jetzt schon sechs Bundesländer vom Gen-Reis-Skandal betroffen!

Die Politik muss endlich reagieren. Bundesverbraucherminister Horst Seehofer muss US-Langkornreis bis auf weiteres verbieten!

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Gentechnik beim Namen nennen

Die „Genschere“ Crispr ist Gentechnik, entschied heute der Europäische Gerichtshof. Daraus entstehende Produkte sind damit kennzeichnungspflichtig. Gut für Umwelt und Verbraucher!

Na dann Mahlzeit!

CETA tritt vorläufig in Kraft – und in Kanada kommt genveränderter Lachs auf den Markt. Der könnte durch das Handelsabkommen in Europa landen, so Greenpeace-Analysen.

Bleib sauber

Raps-Saatgut ist frei von Gentechnik. Die anstehende Fusion von Bayer und Monsanto sowie eine neue Generation an Pflanzen bedrängen jedoch die gentechnikfreie Landwirtschaft.