Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Solarstrom fast 90 Prozent umweltfreundlicher als Normalstrom

US-Forscher haben in einer Untersuchung die Ökobilanz von Solarzellen mit den Werten herkömmlicher Stromerzeugung verglichen. Und sie kamen dabei zu einem eindeutigen Ergebnis.

  • /

Wie Das Handelsblatt in seiner Online-Ausgabe berichtet, erspart der Strom aus Solarzellen der Atmosphäre im Vergleich zum Normalstrom fast 90 Prozent schädlicher Emissionen. Zu diesem Ergebnis sind amerikanische Forscher des Brookhaven National Laboratory gekommen.

Die Produktion von Solarstrom geschieht in Solarzellen, wobei eine große Zahl dieser Zellen zu sogenannten Photovoltaikmodulen verbunden wird. Die Wissenschaftler hatten in einer Ökobilanz untersucht, wie viel Treibhausgase, Schwermetalle, Stickoxide und Schwefeldioxid durch Solarstrom entstehen. Hierbei legten sie sowohl die Produktion der Anlagen als auch eine Betriebsdauer von 30 Jahren zu Grunde.

Sie verglichen verschiedene Photovoltaikmodule und berücksichtigten dabei auch die Gehäuse und die Verkabelung der Modelle. Dabei stützten sie sich auf Abgasdaten 13 europäischer und amerikanischer Solarzellenhersteller aus den Jahren 2004 bis 2006.

Am besten schnitten in der Untersuchung Dünnschicht-Solarzellen aus Cadmium-Tellurid ab. Bei der Produktion und einer veranschlagten Lebensdauer von 30 Jahren sind die Module deutlich umweltfreundlicher als herkömmlich erzeugter Strom. So verursachen diese Zellen beispielsweise 90 bis 300 Mal weniger giftiges Cadmium pro Kilowattstunde als ein Kohlekraftwerk mit optimal funktionierenden Filtern.

Die Wissenschaftler kamen zu dem Schluss, dass mindestens 89 Prozent der Luftschadstoffe aus der gegenwärtigen Elektrizitätsproduktion mit der Photovoltaik vermieden werden könnten. Da die Techniken zur Solarzellenproduktion sowie die Energieausbeute der Module sich ständig verbessere, müsse diese Ökobilanz regelmäßig erneuert werden.

Der Ausbau Erneuerbarer Energien wie der Solarenergie schützt nicht nur das Klima, schafft neue Arbeitsplätze und macht uns unabhängiger von knapp werdenden Ressourcen. Auch Mensch und Umwelt leben damit deutlich gesünder, sagt Andree Böhling, Klimaexperte von Greenpeace. Die Untersuchungen zur Schadstoff- und Ökobilanz von Photovoltaik zeigen eindrucksvoll auf, dass Investitionen in Erneuerbare Energien sich in jeder Hinsicht auszahlen!

Weiterführende Publikationen zum Thema

Energieszenario 2030

Wie eine beschleunigte Energiewende Deutschlands Beitrag zum Pariser Klimaschutzabkommen sicherstellt

Mehr zum Thema

Fahrplan für die Zukunft

Während die Kohlekommission darum ringt, wann welches Kraftwerk vom Netz geht, rechnet Greenpeace vor: So geht die Energiewende; auch ohne Kohle hat Deutschland immer genug Strom.

Wir waren schon mal weiter

Genießen Sie die Hitze? Machen Sie sich auf mehr gefasst: Der Klimawandel ist längst da, mahnen Greenpeace-Aktivisten auf der Zugspitze. Sie fordern: Kohleausstieg jetzt starten!

Die Leitung bitte kappen

Ökologisch sind Öl-Pipelines ein Verlustgeschäft, wirtschaftlich noch nicht – so lange Banken sie wider jede Vernunft finanzieren. Der Geldfluss muss stoppen, fordert Greenpeace.