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SolarGeneration: Indientagebuch, Teil 4

Das SolarProject in Indien - nun läuft es und liefert Strom! Aber man kennt das ja, am Ende überschlagen sich die Ereignisse und niemand hat mehr Zeit, das Tagebuch fertig zu schreiben... Deshalb hier ein verspäteter Abschlussbericht von Sven Teske, dem Energieexperten bei Greenpeace, der das Projekt begleitet hat.

 

Wo bleibt die Solaranlage?

Wir hatten die Solaranlage für das SOS-Kinderdorf in Dharamsala bei der Solarfirma BP Solar bestellt, weil diese in Indien produziert und uns einen festen Liefertermin zugesagt hatte. Leider haben sie trotz Zusicherung den Liefertermin nicht eingehalten.

Die Anlage sollte schon eine Woche vor unserer Ankunft in das SOS Kinderdorf geliefert werden. Als wir eintrafen, war sie aber noch nicht da. Und war leider auch fünf Tage später, am Donnerstag, noch nicht da. Wir wollten natürlich trotzdem wie geplant mit dem gesamten SolarGeneration-Team aus Deutschland, der Schweiz, Indien und Tibet die Installation einer Photovoltaik-Anlage trainieren.

Was tun? Wir haben schnell umorganisiert und uns mit einer eilends geliehenen Demonstrationsanlage der gleichen Größe (2 Kilowatt und nagelneue Module) beholfen. Jeder konnte nun mit den eigenen Händen Photovoltaik-Module verkabeln, die Halterungen montieren und üben, nach Schaltplänen zu arbeiten. Am Freitag, unserem letzten Tag im SOS Kinderdorf, kam die von uns bestellte Anlage dann schließlich doch.

Natürlich waren wir ein bisschen enttäuscht, dass wir schon wieder weg mussten und keine Zeit hatten, diese Solaranlage alle zusammen zu installieren, doch konnten wir zumindest die Solaranlage noch an das SOS Kinderdorf übergeben.

Die Solaranlage wird montiert

Am Sonntag, den 25 April, war die Solaranlage schließlich auf dem Dach des Schulgebäudes installiert, und die Jugendlichen aus Dharamsala durften den Installateuren dabei helfen! Schließlich haben sie ja alle kräftig geübt. Die Solaranlage liefert seitdem genügend Strom für die Klassenräume und zusätzlich für acht Häuser, in denen die Kinder wohnen.

Unsere Energieanalyse des SOS Kinderdorfes zeigte, dass sehr viel Strom von 100-Watt-Glühlampen verbraucht wird - die gleiche Menge Licht können aber auch 15-Watt-Energiesparlampen liefern. Um den Solarstrom möglichst effizient einzusetzen, haben wir zum Abschied noch einmal 20 Energiesparlampen zum Ersatz der 100-Watt-Glühlampen übergeben. Das ermöglicht, dass die Anlage auch in Zukunft möglichst viele Häuser ausreichend mit sauberem Sonnenstrom versorgen kann.

Technisch alles o.k.?

Ramapati, unser Greenepace-Kollegen aus Indien, war am Dienstag nach der Installation der Anlage in Dharamsala und hat die Solaranlage von der Firma abgenommen - nach einer ausgiebigen Prüfung aller technischen Teile.

Für die nächsten fünf Jahre werden wir mit dem SOS Kinderdorf Messwerte der Solaranlage austauschen. Wir wissen also auch zukünftig, ob die Solaranlage perfekt läuft. Für eventuell erforderliche Reparaturen wurde Geld zurückgelegt, so dass sichergestellt ist, dass die Anlage nicht wegen mangelnder Wartung nach einigen Jahren ausfällt.

Außerdem werden jetzt vier Elektriker, die im SOS Kinderdorf arbeiten, von der Solarfirma zwei Tage lang geschult. Einfache Wartungsarbeiten können dann direkt von den Technikern vor Ort ausgeführt werden. Für uns ist die langjährige Betreuung der Solaranlage extrem wichtig, denn nur durch sorgfältige Wartung kann sauberer Strom tatsächlich über Jahre eingespeist werden.

Die Energiewende ist nur mit zuverlässigen Anlagen möglich!

Gruß von Sven aus Hamburg und Dank an alle, die beim Aufbau der Anlage mitgearbeitet haben!

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