Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Erster Offshore-Windpark vor Borkum nimmt Konturen an

Rund 45 Kilometer vor der Nordsee-Insel Borkum wird der erste deutsche Windpark Alpha Ventus errichtet. Er soll als Testfeld für zukünftige Offshore-Windanlagen dienen, die bis 2030 etwa ein Siebtel unseres Strombedarfs decken sollen.

  • /

Bereits im Januar letzten Jahres wurde mit der Verlegung des Unterwasserkabels begonnen, jetzt beginnen die Vorbereitungen zum Aufbau der insgesamt sechs Windräder, die Ende 2008in Betrieb gehen sollen. Ein Windrad wiegt etwa 1000 Tonnen und ist mit 143 Metern Höhe fast genauso hoch wie der Kölner Dom. Bis 2009 sollen noch sechs weitere Anlagen den Park vervollständigen, der dann mit einer Leistung von 60 Megawatt rund 50.000 Haushalte versorgen kann.

Die Erfolgsgeschichte der Erneuerbaren Energien wird um ein Kapitel reicher, erklärt Andree Böhling, Energie-Experte bei Greenpeace. Mit dem Bau der ersten Windkraftanlagen auf hoher See steht Deutschland vor dem Durchbruch bei einer weiteren Erneuerbare Energien-Technologie. Schon in wenigen Jahren werden mehrere Windparks auf hoher See ein Eckpfeiler der hiesigen Stromversorgung sein und jegliche Debatten um Atom- und Kohlekraftwerke überflüssig machen.

In erster Linie sollen mit dem Testfeld neue Erfahrungen für weitere Windparks in Nord- und Ostsee gesammelt werden - zumal diese Anlagentechnik in Meerestiefen von 30 bis 40 Metern mit besonderen Herausforderungen verbunden ist.

Gleichzeitig sollen die Auswirkungen auf die Meeresökologie erforscht und minimiert werden. Das Projekt wird daher von der Forschungsinitiative RAVE (Research At Alpha Ventus) begleitet, welche verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen umfasst. So werden zum Beispiel die Auswirkungen der Anlage auf die Meeresumwelt, insbesondere auf Seevögel und Schweinswale untersucht.

Die Offshore-Windenergie ist ein wichtiger Baustein für eine klimafreundliche Energieversorgung in Deutschland. Da der Wind auf dem Meer stärker weht als an Land, können Offshore-Anlagen auch deutlich mehr Energie erzeugen als herkömmliche Windparks. Dieser Vorteil sollte in jedem Fall genutzt werden.

Bis zum Jahr 2030 könnten so 25 Prozent des Stroms in Deutschland durch die gesamte Windenergie erzeugt werden. Das ist mehr, als alle 17 deutschen Atomkraftwerke heute bereitstellen.

Träger des Windparks ist die von den Stromkonzernen EWE, E.ON und Vattenfall gegründete DOTI GmbH. Zusätzlich wird der Bau finanziell von der Bundesregierung unterstützt.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Energieszenario 2030

Wie eine beschleunigte Energiewende Deutschlands Beitrag zum Pariser Klimaschutzabkommen sicherstellt

Mehr zum Thema

Fahrplan für die Zukunft

Während die Kohlekommission darum ringt, wann welches Kraftwerk vom Netz geht, rechnet Greenpeace vor: So geht die Energiewende; auch ohne Kohle hat Deutschland immer genug Strom.

Wir waren schon mal weiter

Genießen Sie die Hitze? Machen Sie sich auf mehr gefasst: Der Klimawandel ist längst da, mahnen Greenpeace-Aktivisten auf der Zugspitze. Sie fordern: Kohleausstieg jetzt starten!

Die Leitung bitte kappen

Ökologisch sind Öl-Pipelines ein Verlustgeschäft, wirtschaftlich noch nicht – so lange Banken sie wider jede Vernunft finanzieren. Der Geldfluss muss stoppen, fordert Greenpeace.