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Majak vorerst stillgelegt

Die russische Atomsicherheitsbehörde Gosatomnadzor hat die Wiederaufarbeitungsanlage von Majak zum 31. Dezember 2002 bis auf weiteres geschlossen. Behördenvertreter sagten am Montag, die Betriebserlaubnis für 2003 sei verweigert worden, weil von der Anlage Gefahr für das Trinkwasser in der Region ausgehe. In Majak sollen nach russischen Plänen in Zukunft auch abgebrannte Brennstäbe aus ausländischen Atomkraftwerken wiederaufbereitet werden.

Nach Ansicht von Greenpeace gehört die Anlage von Majak im Ural zu den größten nuklearen Umweltverschmutzern überhaupt. Jährlich fallen Tausende Kubikmeter radioaktiven Abfalls an. Hochverstrahlter flüssiger Müll wird in der Anlage gelagert, mittel- und niedrigstrahlender wird in den nahe gelegenen Karachay-See gepumpt. Der See ist mittlerweile so verseucht, dass ein mehrstündiger Aufenthalt an seinem Ufer nach Ansicht von Greenpeace unter Umständen tödlich sein kann.

Der Atomkomplex von Majak, der größte der Welt, hat bereits im Dezember 1957 traurige Berühmtheit erlangt. Bei einem Unfall, dessen Ursache bis heute ungeklärt ist, wurden mindestens 272.000 Menschen verstrahlt, Tausende starben. Die sowjetischen Behörden hielten die Katastrophe lange Zeit geheim. Ganze Städte und Dörfer verschwanden von der Landkarte, das Abwassersystem wurde verändert. Noch heute gibt es in der Umgebung der Anlage Sperrzonen, zu denen niemand Zugang hat.

Aus der Wiederaufarbeitungsanlage von Majak wird schon seit den 50er Jahren radioaktiver Abfall in die Umwelt gepumpt. Mit der derzeitigen Stilllegung hat die russische Gosatomnadzor nun zum ersten Mal eine wesentliche Reaktion auf den Missstand gezeigt. Umweltschützer erwarten allerdings, dass die Behörde dem Druck der Atomlobby nicht lange standhalten und unter einigen Auflagen die Betriebsgenehmigung wieder erteilen wird. Insbesondere, da lukrative Verträge zur Wiederaufarbeitung abgebrannter Brennstäbe aus US-Atomkraftwerken winken.

Der Umwelt und den Menschen der Region ist mit ein paar Nachbesserungen nicht geholfen. Für den Greenpeace-Energieexperten Vladimir Chuprov ist klar, dass die einzige Möglichkeit das Problem zu lösen, darin besteht, die Anlage ein für allemal zu schließen. Die Technologie für einen Weiterbetrieb ohne Umweltprobleme sei schlicht nicht vorhanden. (sit)

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