Irrweg Atomkraft

Strahlendes Erbe

Tschernobyl und Fukushima haben bewiesen, dass Atomkraft technisch nicht beherrschbar ist. Noch viele Generationen werden mit dem Erbe dieser Technologie zu kämpfen haben

Garantiert unsicher

Der schrittweise Ausstieg aus der Atomkraft bis zum Jahr 2022 ist in Deutschland beschlossene Sache, doch die Risiken bestehen weiter.

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Noch sind sechs Atomkraftwerke in Betrieb, täglich wird in Deutschland weiter hochradioaktiver Atommüll produziert, obwohl weit und breit kein sicheres Endlager in Sicht ist. Selbst abgeschaltete Reaktoren stellen ein Risiko dar.

Der nukleare Wahn

Im Jahr 1957 schlossen sich sechs europäische Staaten, darunter Deutschland, zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) zusammen. Im selben Atemzug gründeten sie die Europäische Atomgemeinschaft (Euratom). In der Präambel bekundeten sie ihre Entschlossenheit, die Voraussetzungen für die Entwicklung einer mächtigen Atomenergie zu schaffen, welche zum Wohlstand ihrer Völker beiträgt. Zu diesem Zweck erhielt die Atomindustrie mächtige Privilegien – vor allem viel Geld aus dem Steuersäckel. Kernkraft wurde zum lukrativen Geschäft.

Von nun an wurde gebaut: Forschungsreaktoren, Plutonium- und Brennelementefabriken, kommerzielle Atommeiler, Wiederaufarbeitungsanlagen. Viele der Anlagen stehen heute als strahlender Schrott in der Landschaft, einige wenige wurden zurückgebaut oder befinden sich im Rückbau - zehntausende Tonnen teils hoch kontaminierter Schrott. Hinzu kommt der hochradioaktive Müll aus dem laufenden AKW-Betrieb.

Atommüll ohne Ende und Lager

Immer noch entstehen beim Betrieb der deutschen Atomkraftwerke jedes Jahr rund 230 Tonnen abgebrannte Brennelemente. Laut Bundesamt für Strahlenschutz wird die Atomenergie bis zum endgültigen Ende rund 29.000 Kubikmeter hochradioaktiven Atommüll produziert haben. Wo dieser gefährliche Müll für eine Million Jahre sicher von der Umwelt ferngehalten werden kann, weiß bis heute niemand. Zur Zeit befindet er sich in Zwischenlagern an den 12 Atomkraftwerksstandorten sowie im Transportbehälterlager über dem Salzstock in Gorleben.

Greenpeace und die Atomkraft

Seit Gründung der Organisation ist der Ausstieg aus der Kernenergie ein zentrales Anliegen von Greenpeace. Dafür gibt es viele gute Gründe: Der strahlende Müll wird noch viele Generationen belasten. Unglücksfälle wie in Windscale/Sellafield und Harrisburg, Tragödien wie in Tschernobyl und Fukushima können sich jederzeit irgendwo auf der Welt wiederholen. Und nicht zuletzt fördert die angeblich friedliche Nutzung der Kernenergie weltweit auch die militärische Nutzung. Vom AKW zur Atombombe ist der Weg nicht weit.

In Deutschland  sind derzeit nach der Stilllegung von Philippsburg 2 im Dezember 2019 noch sechs Atomkraftwerke in Betrieb. 2022 soll der letzte dieser sieben Reaktoren vom Netz gehen. Möglich wäre schon 2015 gewesen. 



 

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Veröffentlichungen zu diesem Thema

Fukushima-Report 2020

Die Strahlungsmessungen in der Region Fukushima aus dem Herbst 2019 zeigen: Unwetter wie der Taifun Hagibis führen zum Auftreten neuer radioaktiver Hotspots. Auch in den Gebieten, in denen im Sommer 2020 die Olympiade stattfinden soll.