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Legale Dioxinverseuchung in Neuseeland

Gegen den fortgesetzten Ausstoß von gesetzlich zugelassenen Mengen an Dioxin haben Greenpeace-Aktivisten am Dienstagmorgen vor dem Flughafen der neuseeländischen Stadt Auckland protestiert.

Auf dem Flughafengelände befindet sich eine Müllverbrennungsanlage. Drei Aktivisten ketteten sich an Industriefässer, die vor der Zufahrt zu dem Gelände auf der Straße befestigt waren. Die Zufahrt wird von den LKWs genutzt, die den Abfall zur Verbrennunganlage transportieren. Zwei weitere Aktivisten spannten ein Banner vor dem Gebäude auf: Hört auf uns zu vergiften! Stoppt die Müllverbrennung! forderten sie.

Die Anlage auf dem Flughafengelände von Auckland ist die größte Neuseelands. Wahrscheinlich ist sie auch die größte Quelle für Dioxin im Lande, sagte die Greenpeace Chemie- und Giftexpertin Carmen Gravatt. Andere große Müllverbrenner in Neuseeland sind zur Dampf-Sterilisation übergegangen. Dem sollte sich Auckland zügig anschließen. Greenpeace fordert, dass die Anlage abgeschaltet wird. Die Regierung in Wellington soll auf harmlosere Alternativen der Müllbeseitigung umsteigen und die Müllverbrennung im Lande komplett verbieten.

In Verbrennungsanlagen landet häufig der Abfall aus Krankenhäusern. Das biologische Risiko, das von ihm ausgeht und eine besondere Behandlung (Verbrennen) erfordert, kann aber durch harmlose Dampf-Sterilisation ausgeschaltet werden. Der Müll kann danach wie normaler Abfall behandelt werden, ohne dass Dioxin freigesetzt wird. Dioxin zählt zu den giftigsten Sustanzen, die die Menschheit kennt. Es gibt keinen international anerkannten Schwellenwert für seine Freisetzung. Dioxin verursacht Krebs, führt zu Geburtsdefekten beim Kind und kann Endometriose auslösen. (mir)

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