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AKW Obrigheim abgeschaltet

Das Atomkraftwerk Obrigheim in Nordbaden ist am Mittwochmorgen endgültig vom Netz gegangen. Nach Stade ist es das zweite deutsche Atomkraftwerk, das nach dem Atomkonsens abgeschaltet wurde. Doch die Sicherheitsmängel in Atomkraftwerken sind gravierend, so auch in Obrigheim, dem ältesten kommerziell betriebenen Atomkraftwerk in Deutschland.

Das Material des Reaktorkessels ist spröde geworden. Es gibt keinerlei Sicherheitsvorkehrungen für den Fall, dass der Reaktorkessel bricht. Ein Super-GAU wäre vorprogrammiert. Doch das ist bei weitem nicht die einzige Gefahr, die von einem Atomkraftwerk ausgeht. Wie ein roter Faden ziehen sich Fehler und das Bestreben, Störfälle zu vertuschen durch die Geschichte der Atomkraft.

Menschliches Versagen und alternde Reaktoren sind Gründe für die größten Sicherheitsprobleme. Terrorgefahr stellt ein zusätzliches Risiko dar. Materialfehler entstehen durch intensive Neutronen-Bestrahlung, dauernde Hitze und hohen Druck. Normalerweise fällt ein solcher Fehler erst bei Eintreten eines Störfalls auf, zum Beispiel wenn eine Leitung bricht wie jüngst in Sellafield.

Das Risiko alterungsbedingter Unfälle steigt ab dem 20. Laufzeitjahr. Das betrifft 14 von 18 deutschen Reaktoren. Unter Ertragsdruck heben die Betreiber von Atomkraftwerken die thermale Leistung von Reaktoren an. Das führt zu mehr Kernspaltungen, mehr radioaktivem Material und größerer Hitze im Reaktorkern. Unterm Strich bedeutet das weniger Sicherheit. Die Vielfalt der Sicherheitsprobleme lässt nur einen Schluss zu: Die Atomkraftwerke müssen so schnell wie technisch möglich abgeschaltet werden.

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