Shells gefährliche Ölbohrungen

Arktis-Pläne einfrieren!

Shell ist zurück in der Arktis. Vor der Küste Alaskas sucht der Konzern nach Öl – trotz hoher Risiken und internationaler Proteste.

Raus aus der Arktis!

Das arktische Eis schmilzt durch den Klimawandel im Rekordtempo. Zur Freude von Ölkonzernen wie Shell: Die in der Arktis vermuteten Öl- und Gasvorkommen rücken in vermeintlich greifbare Nähe. Die Risiken für die Umwelt sind extrem: Sollte Shell in der Tschuktschensee Öl finden und mit der Förderung beginnen, schätzt die US-Regierung die Wahrscheinlichkeit für einen oder mehrere schwere Unfälle während des Förderzeitraums von 51 Jahren auf 75 Prozent.  

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Wir fordern Shell-Deutschland Geschäftsführer Dr. Peter Blauwhoff auf, sich gegen die Arktispläne seines Konzerns auszusprechen!

ÖL ZWISCHEN EISSCHOLLEN?

Aufgrund der extremen Wetterbedingungen in der Arktis ist die Unfallgefahr für Offshore-Bohrungen in dieser Gegend besonders hoch. Eisige Temperaturen, starker Wellengang und regelmäßige orkanartige Stürme machen die Bohrungen sehr riskant. Durch eine lange Periode absoluter Dunkelheit ist das  Zeitfenster extrem kurz, in dem im Notfall gehandelt werden kann. Sollte sich ein Ölunfall ereignen, hätte das mit hoher Wahrscheinlichkeit eine schwere ökologische Katastrophe zur Folge. Öl zwischen den Eisschollen zu bergen ist unmöglich; es gibt dafür bislang weltweit keine erprobte Methode. Und die nächste Station der Küstenwache ist über 1000 Meilen entfernt. 

Shell setzt damit eine der letzten unberührten Regionen der Welt aufs Spiel – die Heimat von seltenen und einzigartigen Tieren wie Eisbären, Walrössern und Narwalen.

SHELLS PANNENSERIE - EIN SCHLECHTES ZEICHEN

Bereits 2012 erlebte Shell, wie harsch die Wetterbedingungen in der Arktis sind. Damals unternahm der Konzern einen ersten Anlauf für Probebohrungen in der Tschuktschensee vor Alaska, scheiterte aber kläglich: Widrige Wetterbedingungen, fehlende Genehmigungen und ein katastrophales Management führten dazu, dass keine einzige Ölbohrung durchgeführt werden konnte.

Shells Bohrschiff Noble Discoverer erfüllte weder nationale noch internationale Standards, an Bord brach ein Feuer aus und es havarierte fast. Am 1. Januar 2013 riss sich dann die Bohrplattform Kulluk auf dem Rückweg während eines schweren Sturms von den Schleppern los und lief vor Kodiak Island auf Grund. In dem und im folgenden Jahr musste der Shell-Konzern daraufhin mit seinen Arktisplänen pausieren. Nun will Shell zurück in die Arktis – allen Risiken zum Trotz, und obwohl das Unternehmen mehr als deutlich gezeigt hat, dass es den arktischen Bedingungen nicht gewachsen ist.

WARNENDES BEISPIEL: EXXON VALDEZ

Ein Ölunfall könnte das arktische Ökosystem für lange Zeit schwer schädigen. So starben etwa beim Unfall des Tankers Exxon Valdez in Alaska  durch das ausgelaufene Öl schätzungsweise 250.000 Vögel und 3.500 Seeotter; tausende Kilometer Küste wurden verseucht. Noch heute, mehr als 20 Jahre danach, sind die Folgen dieser Katastrophe sichtbar. Das zeigt, dass die Arktis zu den ökologisch sensibelsten Regionen auf unserem Planeten gehört. Im Unglücksgebiet herrschen ähnliche klimatische Bedingungen wie an den geplanten Shell-Bohrstellen.

AUCH FÜR DEN KLIMASCHUTZ - LASST DAS ÖL WO ES IST!

Das Öl aus der Arktis muss also im Boden bleiben – vor allem auch, wenn wir den Anstieg der globalen Temperaturen auf unter zwei Grad Celsius begrenzen und damit die gefährlichsten Auswirkungen des Klimawandels eindämmen wollen. Höchste Zeit also, Shells riskante Arktispläne zu stoppen!

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Häufig gestellte Fragen

  • Welchen Einfluss hat die Arktis auf das globale Klima?

    Die Eisflächen der Arktis reflektieren einen Großteil der Sonnenenergie zurück ins Weltall. Dadurch sorgt das Eis der Arktis dafür, dass sich die Erdatmosphäre nicht aufheizt. Dunkle Gewässer dagegen absorbieren das Sonnenlicht. Durch die globale Erwärmung und das Verschwinden der Eisflächen wird der arktische Kühleffekt daher abgeschwächt. Hinzu kommt: In der Arktis versiegeln Eis und Permafrost große Mengen des hochschädlichen Klimagases Methan, dessen Freisetzung die globale Erwärmung nochmals beschleunigen könnte.

  • Wie viel Prozent des arktischen Meereises sind bereits geschmolzen?

    Im September 2012 betrug die Fläche des arktischen Meereises knapp 3,4 Millionen Quadratkilometer - der tiefste Wert seit Beginn der Satellitenaufzeichnungen 1973. Von 1981 bis 2010 waren es durchschnittlich 6,28 Quadratkilometer. Beim Eisvolumen (Fläche x Dicke) gehen viele Wissenschaftler sogar davon aus, dass in den Sommermonaten in den letzten dreißig Jahren ein Rückgang von 75 Prozent zu verzeichnen ist.

  • Wie viel Öl wird in der Arktis vermutet?

    Die US-Behörde "US Geological Survey" geht davon aus, dass in der Arktis etwa 13 Prozent der weltweit noch unentdeckten Ölvorräte schlummern - das sind rund 90 Milliarden Barrel. Den Ölbedarf der gesamten Welt könnte diese Menge drei Jahre lang stillen.

  • Hat Shell bereits Öl in der Arktis gefördert?

    Nein. Shell startete 2012 mit sogenannten Erkundungsbohrungen, um die vermuteten Reserven vor der Küste Alaskas in der Beaufort- und in der Tschuktschensee zu erschließen. Doch aus den Plänen wurde nichts. Widrige Wetterbedingungen, fehlende Genehmigungen und ein katastrophales Management führten dazu, dass der Konzern 2012 keine einzige Ölbohrung durchführen konnte und seine Arktispläne für die Jahre 2013 und 2014 aufgeben musste.

  • Wie sicher sind die Bohrungen nach Öl?

    Extreme Temperaturen und Wetterbedingungen, driftende Eismassen und die Entlegenheit der Region machen aus Ölbohrungen in der Arktis ein unkalkulierbares Wagnis. Es gibt keine erprobte Technologie, mit der Öl, das nach einem Unfall unter die Eisschichten ausgelaufen ist, wieder beseitigt werden könnte. Wenn - was aufgrund der Abgeschiedenheit der Bohrstellen möglich erscheint – nach einem Unfall nicht rechtzeitig Entlastungsbohrungen durchgeführt werden können, kann schlimmstenfalls monatelang Öl aus dem Leck strömen.

  • Forderungen

    • Keine Ölförderung in arktischen Gewässern
    • Errichtung eines umfassenden Schutzgebiets rund um den Nordpol
    • Keine industrielle Fischerei in den bislang eisbedeckten Gewässern der Arktis

    Publikationen

    Publikationen

    Bildungsmaterial: Schutzgebiet Arktis

    Das vorliegende Material nähert sich der Arktis und ihren Problemen aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Die Unterrichtseinheit gibt detaillierten Input, ist aber offen gehalten und animiert die Schülerinnen und Schüler dazu, tiefer in das Thema einzusteigen und selber eine fundierte Haltung zu entwickeln.