Skip to main content
Jetzt spenden
Messballon zur Beobachtung des Ozonlochs am nördlichen Polarkreis, Juni 1988
Ulrich Baatz / Greenpeace

Ursache und Wirkung des Ozonlochs

Ozonloch und Klimawandel sind zwei unterschiedliche Folgen der Industrialisierung. Der Klimawandel wird durch den zunehmenden Ausstoß von Treibhausgasen wie z.B. Kohlendioxid verursacht. Das Ozonloch dagegen entsteht vor allem durch Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe (FCKW), die die Ozonschicht in 20 bis 35 Kilometer Höhe der Atmosphäre schädigen.

Zu unterscheiden ist zwischen der Ozonschicht, die das Leben auf der Erde vor der energiereichen UV-Strahlung des Sonnenlichts schützt, und dem bodennahen Ozon (Ozonsmog), das durch Emissionen von Autoverkehr und Industrie in Ballungsräumen und Industrierevieren entsteht und den Treibhauseffekt verstärkt. Ozon ist eine Form des Sauerstoffs aus dreiatomigen Molekülen (O3). Es bildet sich durch den Einfluss von ultravioletter Strahlung und elektrischen Entladungen aus Sauerstoff, es riecht kräftig und reizt die Atmungsorgane und die Augen.

Ozon – oben gut, unten schlecht

Die Ozonschicht hat für uns eine wichtige Schutzfunktion. Seit sie durchlöchert ist, steigen in den betroffenen Regionen die Hautkrebsraten. Wer sich im Sommer in Australien und Neuseeland draußen aufhalten will, ohne die Gesundheit zu gefährden, muss sich mit Sonnenhut, langen Hosen oder Röcken, langärmeligen T-Shirts und höchst wirksamem Sonnenschutz mit UV-Blockern vor der prallen Sonne schützen.

Die Entdeckung des Ozonlochs in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde von der aufkommenden Umweltbewegung thematisiert und hat Mitte der neunziger Jahre zu einem EU-weiten Verbot der FCKW geführt. Kühlmittel und Treibmittel für Spraydosen müssen seitdem durch weniger schädliche Stoffe ersetzt werden.

Seit dem Beginn der 1980er Jahre wird das Ozonloch saisonal jeweils im Spätwinter bzw. Frühjahr über der Südpolarregion beobachtet. Die Ozonkonzentration der schützenden Ozonschicht in der Stratosphäre (so wird der Teil der Atmosphäre bezeichnet, der sich an die erdnächste Atmosphärenschicht Troposphäre anschließt) verringert sich seit ungefähr dreißig Jahren vor allem über der Antarktis, Australien und Neuseeland. Erst seit Mitte der 90er kam es auch über der Nordpolarregion in einigen Wintern zu erheblichen Ozonverlusten, die 2011 erstmals zu einem Ozonloch führten.

Die Zerstörung der Ozonschicht wird durch Gase, allen voran die Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe (FCKW), verursacht, die vor allem als Kühlmittel eingesetzt wurden. FCKW sind organische Verbindungen, in denen Wasserstoffatome durch Fluor- und Chloratome ersetzt wurden. Die Gase reagieren in der Stratosphäre mit dem dort vorhandenen Ozon. Dieses wird aufgespalten, es entstehen verschiedene chemische Verbindungen und die Menge des Ozons in der Stratosphäre nimmt ab. Ein einzelnes Chloratom kann bis zu 100.000 Ozonmoleküle zerstören.

Unklar, wann sich Ozonloch auf natürliche Weise wieder schließt

Greenpeace kämpfte seit den 80er Jahren für ein Verbot der Klima- und Ozonschicht zerstörenden FCKW. Um allen Verbrauchern eine umweltfreundliche Kühlschrankalternative anzubieten, entwickelte Greenpeace gemeinsam mit der sächsischen Firma dkk Scharfenstein (später Foron) den ersten FCKW- und FKW-freien Kühlschrank der Welt, den Greenfreeze. Seit 1992 hat der Greenfreeze einen internationalen Siegeszug angetreten.

Wie schnell sich das Ozonloch auf natürliche Weise wieder schließt, ist nicht klar. Schätzungen variieren um ein bis zwei Jahrzehnte. Die NASA geht davon aus, dass über dem Südpol im Jahr 2068 der Zustand vor der Ausdünnung wiederhergestellt sein wird. Die Weltorganisation für Meteorologie schätzte 2006, dass sich die Ozonschicht über der Antarktis in den nächsten 20 Jahren nur unwesentlich erholen wird und zwischen 2060 und 2075 der Zustand von vor 1980 wiederhergestellt ist – 10 bis 25 Jahre später, als man noch 2002 annahm. Über der Arktis ist in kalten Wintern der nächsten 15 Jahre mit größeren Ozonverlusten zu rechnen, der Zustand von vor 1980 wird voraussichtlich bis 2050 wieder erreicht.

Climate Impact Documentation Patagonia (Chile & Argentina : 2004)

Gemeinsam für den Klimaschutz

Immer wieder warnen Expert:innen vor den katastrophalen Folgen der Klimakrise. Wir kämpfen dafür, die Erderhitzung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Greenpeace wird zu 100% von Privatpersonen finanziert. Bitte unterstützen Sie uns mit Ihrer regelmäßigen Spende.

Ich unterstütze Greenpeace e.V.
mit einem Betrag von

Mehr zum Thema

Schmelzendes Meereis bei Grönland 07/30/2009

Arktis bald ohne Eis?

  • 26.09.2022

Für das Meereis in der Nordpolarregion ist keine Erholung in Sicht. Der diesjährige Tiefstand: 4,79 Millionen Quadratkilometer.

mehr erfahren
Aktion zu Taxononomie vor der Europäische Kommission in Brussels

EU-Taxonomie-Klage

  • 19.09.2022

Gas und Atomkraft sind nicht nachhaltig. Deswegen klagt Greenpeace jetzt gegen die EU-Taxonomie, die Investitionen in Gas- und Atomenergie als „grün“ labelt. Denn das verstößt gegen EU-Recht.

mehr erfahren
Die KlimaSeniorinnen bei einer Protestaktion vor einem Gletscher

Berge ohne Eis: Die Gletscher schmelzen

  • 09.09.2022

Weltweit nimmt die Geschwindigkeit der Gletscherschmelze zu. In der Schweiz protestierten jetzt die Klimaseniorinnen mit einem überdimensionalen Pflaster gegen diese Folge der Klimakrise.

mehr erfahren
In der Sächsischen Schweiz löschen Einsatzkräfte den Waldbrand

Sächsische Schweiz: Erst die Flut, nun die Brände

  • 12.08.2022

Was die Menschen rund um den Nationalpark Sächsische Schweiz binnen eines Jahres erleben müssen, lässt sich nur mit einem Wort beschreiben: Klimakrise. Ein Greenpeace Lagebericht.

mehr erfahren
Drought in Northern Italy

Mitten in der Klimakrise

  • 03.08.2022

Dürre, Hitze und Brände: Die Klimakrise ist längst in der Mitte Europas angekommen und hinterlässt ihre Spuren. Greenpeace-Aktivist:innen bereisten in der letzten Juliwoche Norditalien und Österreich.

mehr erfahren
Martin Kaiser, Executive Director of Greenpeace Germany

Martin Kaiser zur Reise mit Annalena Baerbock

  • 13.07.2022

Greenpeace-Deutschland-Geschäftsführer Martin Kaiser begleitete mit Vertreter:innen weiterer Nichtregierungsorganisationen Außenministerin Annalena Baerbock nach Asien. Ein Interview und Resümee.

mehr erfahren