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Protest gegen VW an der Zugspitze
Greenpeace

Schlüsselerlebnis am Gipfel

Greenpeace-Aktive haben die in Emden von offenen Fahrzeugen symbolisch abgezogen 1500 VW-Autoschlüssel auf die Zugspitze gebracht. Denn VWs klimaschädliches Geschäftsmodell trägt zur Gletscherschmelze bei.

Der Gletscher Schneeferner auf der Zugspitze glitzert in der Sonne. Dass er in wenigen Jahren verschwunden sein wird, ist heute noch schwer vorstellbar – und doch Realität: Die Klimakrise macht vielen Gletschern weltweit zu schaffen.

Schuld sind unter anderem Autokonzerne wie VW, die viel versprechen, aber bislang viel zu wenig gegen die massiven Klimaschäden tun, die ihre Verbrenner-Autos weltweit verursachen. Am Schneeferner haben deshalb heute zehn Greenpeace-Aktive ihren Protest für mehr Klimaschutz und einen schnellen Verbrenner-Ausstieg von Volkswagen fortgesetzt. Sie brachten die vorgestern am Verladehafen im ostfriesischen Emden  von den offenen Fahrzeugen symbolisch abgezogenen rund 1500 VW-Autoschlüssel auf Deutschlands höchsten Berg. Den Konzern kritisierten sie mit dem 300-Quadratmeter-Banner „Von Wegen: Klimaschutz“. Daneben, im Schnee, ein etwa 100 Quadratmeter großes, scheinbar ölverschmutztes VW-Logo aus Stoff. In einer Schneeraupe fuhren Polizeibeamte am frühen Mittag vor und beschlagnahmten die Schlüssel.

„Es ist ein Skandal, dass sich Volkswagen als Vorreiter der Elektromobilität inszeniert, aber noch immer 95 Prozent der verkauften VW Öl verbrennen und CO2 ausstoßen“, sagt Greenpeace-Verkehrsexperte Benjamin Stephan. „Mit seiner falschen Modellpolitik blockiert VW die Verkehrswende und den zügigen Umstieg auf Elektromobilität.“ Greenpeace fordert, dass der Konzern die Entwicklung weiterer Verbrenner stoppt und ab Mitte des Jahrzehnts in Deutschland nur noch Elektroautos verkauft.

Erderhitzung droht Gletscher in Deutschland

Die durch den Temperaturanstieg bereits stark geschrumpften fünf bayerischen Gletscher drohen bis Anfang der 2030er-Jahre vollständig zu verschwinden, zeigt der jüngste Gletscherbericht des bayerischen Umweltministeriums. Die schmelzenden Gletscher zeigen eindrücklich, wie rasant und unwiederbringlich der Klimawandel unsere Welt verändert. Die Umweltschützer:innen fordern den weltweit zweitgrößten Autohersteller Volkswagen zu mehr Klimaschutz auf: Allein die im Jahr 2018 verkauften Autos des Konzerns stoßen über ihren Lebenszyklus mehr Treibhausgase aus als ganz Australien. Bestätigt sehen sich die jungen Klimaschützer:innen durch jüngste Gerichtsurteile: Ende April erklärte das Bundesverfassungsgericht es für nicht legitim, Maßnahmen zum Klimaschutz in die Zukunft zu verschieben und so die Freiheitsrechte künftiger Generationen zu beschneiden. Mit ähnlicher Argumentation verurteilte diese Woche ein niederländisches Gericht den Ölkonzern Shell dazu, seinen CO2-Ausstoß weit schneller zu senken, als Shell bisher geplant hatte. 

„Dieses Urteil reicht weit über Shell hinaus. Es warnt jedes Unternehmen, dass Geschäftsmodelle auf Kosten von Natur und Klima nicht länger zulässig sind“, sagt Stephan. „Auch Volkswagen muss seinen CO2-Ausstoß so schnell wie möglich senken, um die schlimmsten Folgen der Klimakrise zu verhindern.“

Greenpeace fordert vom VW-Vorstandsvorsitzenden Herbert Diess, den Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor deutlich zu beschleunigen. Nötig ist ein Geschäftsmodell, das nicht länger auf immer mehr und immer größere Autos setzt, sondern auf geteilte Fahrzeuge, digitale Angebote und Dienstleistungen für eine neue, saubere Mobilität.

 

 

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