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Greenpeace protestiert vor Autogipfel in Berlin mit SUV-Silhouette und brennendem Baum
© Sina Niemeyer/Greenpeace

Autogipfel: Studie kalkuliert CO2-Wirkung von Maßnahmen im Verkehr

Heute treffen sich die Autobosse mit der Kanzlerin. Ein zentrales Zukunftsthema ist dabei kaum präsent: Wie kommt der Verkehr auf Klimakurs? Eine Greenpeace-Studie rechnet nach.

Was man an diesem frischen Augusttag bei unter 20 Grad in Berlin vergessen könnte: Weite Teile Südeuropas und Russlands stehen nach anhaltender Hitze und Trockenheit noch immer in Flammen. Der fortschreitende Klimawandel spielt dabei eine zentrale Rolle und damit auch die Autoindustrie, die Jahr für Jahr weiter Millionen und Abermillionen klimaschädlicher Diesel und Benziner produziert. Alleine Volkswagen verursacht mit seiner Jahresproduktion einen CO2-Fußabdruck von der Größe Australiens. Um zu zeigen, dass inzwischen ganz wortwörtlich der Baum brennt, also sehr schnell etwas passieren muss beim Klimaschutz im Verkehr, haben sich Aktivistinnen und Aktivisten von Greenpeace schon vor Tagesanbruch vor dem Kanzleramt in Stellung gebracht. In wenigen Stunden sitzen sich hier Kanzlerin Merkel und die Autobosse gegenüber, zumindest am Bildschirm. Vor der Silhouette eines SUV, dessen flammende Abgase die Umrisse zweier brennender Bäume entzünden, fordern sie: „Verbrenner stoppen – Klimaschutz jetzt!“

An einem schnellen Ausstieg aus dem Verbrenner kommen weder die Branche noch die nächste Bundesregierung vorbei. Mit gut 43 Millionen Tonnen spart dieser Schritt mehr CO2 im Verkehr als alle anderen, zeigt eine heute veröffentlichte Greenpeace-Studie. Alleine reichen aber wird eine solche Maßnahme nicht. Dazu addiert sich im Verkehr bis zum Jahr 2030 nach heutigem Stand eine zu große CO2-Lücke, zeigt das Papier des Wuppertal Instituts. Geschlossen werden kann sie nur, wenn eine Reihe Maßnahmen gleichzeitig angepackt werden. Eine Zulassungssteuer für besonders klimaschädliche Autos etwa kann für sich genommen bis 2030 in Summe etwa 28 Millionen Tonnen CO2 einsparen, ein angemessener CO2-Preis für Diesel und Benzin etwa 16 Millionen Tonnen, den Ausbau des Straßennetzes auszusetzen knapp 21 Millionen Tonnen.

Warum Klimaschutz im Verkehr so drängt

Bislang nutzt die Branche die Treffen im Kanzleramt lieber, um staatliche Hilfen für das Netz an Ladesäulen zu fordern. Belastbare Vorschläge, wie der CO2-Ausstoß im Verkehr schnell sinkt, sind nicht zu hören. „Dem Klima haben all die Klüngelrunden im Kanzleramt nichts gebracht“, sagt Mobilitätsexperte Tobias Austrup von Greenpeace. „Keiner der bisherigen Autogipfel hat die offensichtliche Zukunftsfrage der Branche beantwortet: Wie holt der Verkehr seinen Rückstand beim Klimaschutz auf?“ 

Die Greenpeace-Studie kalkuliert den Klimanutzen von acht Maßnahmen. Einige wie das Moratorium für weitere Straßen lassen sich sofort umsetzen, andere wirken erst mit der Zeit. Doch es gibt Grund zur Eile. Erst vor wenigen Tagen belegte das die Denkfabrik Agora Energiewende mit nüchternen Zahlen. Die Delle, die Lockdown und Pandemie in der Emissionskurve des Verkehrs hinterlassen haben, droht schon in diesem Jahr wieder mehr als gefüllt zu werden: Um bis zu zehn Millionen Tonnen CO2, je nach weiterem Pandemieverlauf, droht der Verkehr seine Klimaziele für das Jahr 2021 zu reißen. Ohne zusätzliche Schritte würde die Lücke zwischen den Klimazielen im Verkehr und den tatsächlichen Emissionen mit jedem Jahr in Summe größer. „Durch das jahrelange Zögern ist die CO2-Lücke im Verkehr inzwischen so groß, dass an der Einführung einer spürbaren Zulassungssteuer und einem schnellen Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor kein Weg vorbei geht“, so Austrup. „Solch einschneidende Maßnahmen sind nicht im Ringelreigen mit der Autoindustrie zu treffen. Dieser Autogipfel sollte der letzte werden.“

Klimapaket Autoverkehr

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